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Rundwanderung Wasserfallen: Über den höchsten Punkt des Baselbiets bis zum Passwang

vor 16 Stunden
7 Min. Lesezeit


📍 Ort / Region: Wasserfallen / Jura, Kanton Basel-Landschaft


Start / Ziel: Bergstation Wasserfallenbahn, ca. 920 m ü. M.

Höchster Punkt: Hinteri Egg, 1’169 m ü. M. – höchster Punkt des Baselbiets

Distanz: ca. 10 km

Dauer: ca. 3 Std. 10 Min. reine Gehzeit

Höhenmeter: ca. 560 hm Aufstieg / ca. 560 hm Abstieg


Schwierigkeit: Mittel (T1 - T2)


Trittsicherheit: Auf der gesamten Strecke sinnvoll, besonders auf den schmaleren Kreten- und Abstiegsabschnitten.


Schwindelfreiheit: Für die meisten Abschnitte kein grosses Thema. Auf einzelnen schmaleren Passagen ist etwas Schwindelfreiheit angenehm.


Familientauglichkeit: Für wandererfahrene Familien mit grösseren Kindern machbar. Wegen der Höhenmeter und einzelner steiler bzw. schmaler Passagen ist die Runde für kleine Kinder weniger geeignet.


⚠️ Nicht von den 10 Kilometern täuschen lassen: Die Route führt ständig auf und ab. Wer eine gemütliche Spazierwanderung erwartet, könnte unterwegs eine kleine Überraschung erleben.


Route: Wasserfallen – Hintere Egg – Hinteri Egg – Chellenchöpfli – Rochuskapelle – Passwang / Vogelberg – Schattberg – Wasserfallen


Beste Reisezeit: Frühling bis Herbst. Bei heissem Wetter genügend Wasser mitnehmen, da einige Abschnitte der Sonne ausgesetzt sind.


Besonderheit: Die Rundwanderung führt über den höchsten Punkt des Baselbiets und verbindet aussichtsreiche Jurakreten mit Wald, Wiesen und schönen Blicken über den Naturpark Thal bis zu den Schweizer Alpen.


Meine Empfehlung: Früh starten und genügend Zeit für Fotostopps einplanen. Und wer am Vogelberg einkehrt, sollte den Suuren Moscht mit Aprikose nicht übersehen.


Anreise ÖV: Mit dem Zug bis nach Reigoldswil und von dort mit der Luftseilbahn Reigoldswil–Wasserfallen zur Bergstation.


Anreise Auto: Bei der Talstation der Wasserfallenbahn in Reigoldswil stehen Parkmöglichkeiten zur Verfügung.


Einkehr:


Weitere Informationen:



Rundwanderung Wasserfallen: Eine überraschend abwechslungsreiche Wanderung über den höchsten Punkt des Baselbiets


Antenne auf dem oberen Passwang mit Blick aufs Schwarzbubenland.
Antenne auf dem oberen Passwang mit Blick aufs Schwarzbubenland.

Die Rundwanderung Wasserfallen führt über den höchsten Punkt des Baselbiets, das Chellenchöpfli und den Passwang zurück zur Bergstation. Rund 10 Kilometer, 560 Höhenmeter und jede Menge Auf und Ab erwarten uns. Klingt eigentlich ganz überschaubar.


Dass ausgerechnet meine Schwester diese Wanderung vorgeschlagen hatte, nachdem sie meine Gletschertour als „zu anstrengend“ abgelehnt hatte, liess allerdings bereits erahnen, dass dieser Tag noch interessant werden könnte.



Eine Gletschertour? Zu anstrengend!


Wieder einmal war eine Wanderung mit meiner Schwester angesagt. Ich schlug eine Tour zu einem Gletscher vor.


„Zu anstrengend, zu lange Hinreise.“


Die lange Anfahrt konnte ich nachvollziehen. Das mit der Anstrengung … na ja.


Sie hatte nämlich selbst einen Vorschlag: Wasserfallen. Bekannte hatten die Rundwanderung gemacht und als beschwerlich bezeichnet. Davon wollte sie sich nun selbst überzeugen.


Die kurze Anfahrt fand sie besonders verlockend.


Ich war skeptisch. Die Gletschertour wäre kürzer gewesen und hätte sogar weniger Höhenmeter gehabt.


Nun gut. Jedem das Seine.


Und wer meint, das Baselbiet bestehe nur aus sanften Hügeln, kann sich gerne einmal durch meine besten Wanderungen im Baselbiet klicken.



Wasserfallen: Seniorenteller statt Fanfaren


Die Bergstation der Wasserfallen-Bahn mit dem Heidistübli davor.
Die Bergstation der Wasserfallen-Bahn mit dem Heidistübli davor.

Wir waren zehn Minuten vor Öffnung an der Talstation in Reigoldswil.


Die Ersten.


Also vertrieben wir uns die Zeit und entdeckten das Heidistübli. Dort gab es einen günstigen Seniorenteller ab 60 Jahren.


Alterstechnisch war ich bereits qualifiziert. Mein Selbstbild hatte aber eine deutlich andere Meinung dazu.


Hmpfff.


Wir hatten ausserdem irgendwie mit einer würdigen Begrüssung gerechnet. Fanfaren vielleicht? Ein roter Teppich?


Nichts dergleichen.


Die Bahn wurde einfach geöffnet, wir stiegen ein und gondelten bei bestem Wetter nach oben.



Von der Wasserfallen-Bergstation geht es gleich zur Sache


Leider, leider haben wir es nicht auf die Bank geschafft 😬
Leider, leider haben wir es nicht auf die Bank geschafft 😬
Ausblick vom Picknick-Platz Hintere Egg.
Ausblick vom Picknick-Platz Hintere Egg.

Oben folgten wir der Route Richtung Hintere Egg. Vorbei an Lamas und über schöne Jurawiesen ging es schon bald bergauf.


Die Hintere Egg selbst ist ein toll hergerichteter Picknick-Platz mit Feuerstelle, Aussicht und einer ziemlich speziellen Bank. Wir genossen den Blick Richtung Schwarzwald und Vogesen – lange blieben wir allerdings nicht.


Der Weg führte weiter rund um die Kuppe, vorbei an der Waldweid und wieder bergauf.


Meine Schwester keuchte hinter mir. Dann kam plötzlich:


„Wunderst du dich nicht, dass ich noch nicht am Schimpfen bin?“


„Doch. Eigentlich schon.“


„Kann nicht mehr meckern. Brauche die Luft zum Atmen.“


Das war dann wohl die Antwort.


Ich dachte kurz an die Gletschertour und schwieg.



Hinteri Egg: Der höchste Punkt des Baselbiets



Nach weiteren Aufstiegen erreichten wir erneut eine Grillstelle, diesmal mit dem Namen Hinten Egg. Hier zweigt der Weg zum höchsten Punkt des Baselbiets ab.


Meine Schwester verzichtete angesichts ihrer aktuellen Sauerstoffversorgung dankend.


Ich ging alleine hinauf.


1169 Meter. Höchster Punkt des Baselbiets.


Erledigt.



Chellenchöpfli - Auf und ab mit Aussicht


Aussicht vom Chellenchöpfli über Mümliswil bis zu den Schweizer Alpen.
Aussicht vom Chellenchöpfli über Mümliswil bis zu den Schweizer Alpen.

Danach liefen wir Richtung Chellenchöpfli weiter – und natürlich ging es erst einmal wieder bergab.


Um anschliessend wieder bergauf zu gehen.


So langsam bekam die Wanderung ein Muster.


Dafür war die Aussicht grandios. Über Mümliswil und den Naturpark Thal reicht der Blick bis zu den Schweizer Alpen.


Wenn man schon keucht, dann wenigstens mit Aussicht.



„Wir sind ja schon angekommen!“


Der Weg führte abwechslungsreich über Wald, Matten und schmalere Wege. Nach rund zwei Stunden konnten wir das Bergrestaurant Hintere Wasserfallen weiter unten sehen.


Meine Schwester strahlte:


„Wir sind ja schon angekommen!“


Ich: „Ach ja? Das war aber sehr kurz, oder?“


Sie kontrollierte ihre Karte.


„Doch doch, isch so!“


Ich schaute ebenfalls.


Tja.


Wir waren ungefähr bei der Hälfte.


Passwang und Vogelberg warteten noch auf uns.


Der Gesichtsausdruck meiner Schwester sagte mehr als tausend Worte.



Rochuskapelle und die mittelalterliche Dating-App


Die Rochuskapelle auf der Krete, oberhalb des Berggasthauses Hintere Wasserfallen.
Die Rochuskapelle auf der Krete, oberhalb des Berggasthauses Hintere Wasserfallen.

Kurz darauf kamen wir zur Rochuskapelle, die mitten auf der Krete steht.


Der heilige Rochus soll hier während der Pestzeit eine Rolle gespielt haben. Und offenbar war er nicht nur für Seuchen zuständig: Heiratswillige Frauen sollen zu einem passenden Ehemann gekommen sein, wenn sie ein Knie in die Kapelle beugten.


Eine interessante mittelalterliche Partnervermittlung.


Knie rein – Ehemann raus.


Vielleicht wäre das heute eine interessante Alternative zu Tinder:

Kniebeuge statt Wischen.


Man weiss es nicht.



Über die Krete Richtung Vogelberg


Oberhalb der Wasserfallen geht es der Krete entlang.
Oberhalb der Wasserfallen geht es der Krete entlang.
Immer wieder zeigen sich schöne Ausblicke.
Immer wieder zeigen sich schöne Ausblicke.

Kurz nach der Kapelle begegneten wir zwei Wanderinnen. Modisch gekleidet, in Sneakern – und offensichtlich nicht ganz auf den Kretenweg vorbereitet.


Zwei Schritte vor. Pause. Einen zurück.


Wir überholten die beiden flotten Schrittes und sie waren nicht mehr gesehn.


Meine Schwester hatte mittlerweile wieder etwas mehr Luft.

Aber zum Schimpfen reichte es trotzdem noch nicht.



Vogelbergfluh: Aussicht auf den Naturpark Thal bis zu den Alpen


Vogelbergfluh mit Aussicht und Bänkli.
Vogelbergfluh mit Aussicht und Bänkli.

Wir waren inzwischen auf der Krete Richtung Vogelberg und hatten eigentlich nur noch einen Gedanken: Mittagessen.


Tja. Zu früh gefreut. Vor dem Restaurant mussten wir natürlich noch einmal hoch – zur Vogelbergfluh auf 1204 Meter.


Kaum oben angekommen, wurden die Rucksäcke erst mal beiseite gelegt und die verschwitzten T-Shirts ausgelüftet. Zeit hatten wir ja genug.


Die Vogelbergfluh ist einer der schönsten Aussichtspunkte der Route und bietet eine fantastische Rundumsicht über den Naturpark Thal, die Juraketten und bei guter Sicht bis zu den Alpen.


Und obwohl sie höher liegt als die Hinteri Egg, ist sie nicht der höchste Punkt des Baselbiets. Der Grund: Die Vogelbergfluh liegt bereits im Kanton Solothurn.


Wir liessen uns also auf einem Bänkli nieder und genossen die Aussicht. Die geplante Kurzpause wurde – wenig überraschend – etwas länger.


Irgendwann mussten wir uns trotzdem losreissen. Schliesslich wartete das Mittagessen.


Von der Vogelbergfluh ging es nun endlich bergab, vorbei am Passwang mit seiner Antenne und schnurstracks zum Restaurant Vogelberg.


Nach so viel Auf und Ab hatte die Aussicht zwar einiges gutgemacht – aber unser Hunger war inzwischen mindestens genauso gross.


Und da der Passwang gerade Thema ist: Den unteren Passwang kenne ich übrigens auch aus dem Herbst – und der kann landschaftlich noch einmal ganz anders daherkommen. Hier geht’s zu meiner Herbstwanderung am Passwang.



Bergrestaurant Vogelberg und der beste Suure Moscht der Wanderung


Bergrestaurant Vogelberg...
Bergrestaurant Vogelberg...
... mit schönster Aussicht. Hier lässt sich eine Pause geniessen.
... mit schönster Aussicht. Hier lässt sich eine Pause geniessen.

Im Bergrestaurant Vogelberg gab es erst einmal etwas Kühles zu trinken.


Und dabei entdeckte ich ihn: Suuren Moscht mit Aprikose.


Ich liebe Suuren Moscht. Aber diese Kombination?


Ich hätte mich reinknien können.


Dazu Kuhglockengebimmel, grüne Wiesen und Bergluft.


Und meine Schwester hatte ihre Sauerstoffversorgung auch wieder im Griff.




Der letzte Abschnitt – zurück zur Wasserfallen


Kurze Wegstrecken waren schmal und mit Ketten gesichert.
Kurze Wegstrecken waren schmal und mit Ketten gesichert.
Doch häufiger zeigte sich der Rückweg zur Wasserfallen mit breiten Wegen.
Doch häufiger zeigte sich der Rückweg zur Wasserfallen mit breiten Wegen.

Vom Vogelberg ging es weiter. Kurz darauf folgte nochmals ein steiler Aufstieg, teilweise über einen schmalen, mit Ketten gesicherten Weg.


Danach ging es wieder hinunter, über Stufen, an Felsen entlang und durch schattigere Waldabschnitte.


Und irgendwann tauchte sie vor uns auf: die Bergstation Wasserfallen.


Endlich. Nur noch runter.



Das Viehgatter und die elektrische Todeszone


Kurz vor dem Ziel standen wir vor einem Viehgatter. Meine Schwester blieb stehen.


„Machst du den Haag auf? Ich scheue mich vor dem Strom!“


Ich schaute kurz.


Dann ging ich rechts an der Sperre vorbei.


Offen.


Ich war schon auf der anderen Seite, während meine Schwester noch dastand und das Gatter misstrauisch betrachtete.


Alles offen. Nur die Sperre stand da.


Man muss halt hinschauen.



Mein Fazit zur Rundwanderung Wasserfallen


Eine der vielen Aussichten, die sich aufs Baselbiet und Solothurn zeigen.
Eine der vielen Aussichten, die sich aufs Baselbiet und Solothurn zeigen.

Ich hatte die Wasserfallen Rundwanderung ehrlich gesagt unterschätzt.


Die Strecke ist abwechslungsreich, die Kreten sorgen immer wieder für tolle Aussichten und die Mischung aus Wald, Wiesen und offenen Höhenzügen macht die Wanderung kurzweilig.


Und vor allem zeigt sie einmal mehr, dass das Baselbiet mehr zu bieten hat, als man ihm vielleicht zutraut.


Sanfte Jurahügel, überraschend viel Höhenmeter und immer wieder diese grossartigen Blicke über die Landschaft bis zu den Alpen.


Ja, das Baselbiet kann was.


Und meine Schwester?


Die Gletschertour wäre zu anstrengend gewesen.

Die Wasserfallen war natürlich viel besser.


Sagt sie zumindest. Aber sie hatte ja kaum noch Luft zum Widersprechen. 😉



Corinna



🥾⛰️ Wasserfallen – unterschätzt und trotzdem geschafft


⛰️ Eine Gletschertour war zu anstrengend.


🌿 Wasserfallen sollte es sein.


😮‍💨 Und plötzlich war die Luft knapp – aber die Aussicht dafür umso besser.


😂 „Kann nicht mehr meckern. Brauche die Luft zum Atmen.“


📸 Hinteri Egg, Kretenweg und Alpenblick


🐄 Kuhglocken und grüne Jurawiesen


🍎 Ein Suurer Moscht mit Aprikose, der ziemlich schnell zum Höhepunkt des Tages wurde


🥵 Noch ein Aufstieg. Natürlich.


🚧 Und am Schluss sogar noch die Frage, wer sich vor dem Strom am Viehgatter fürchtet.


Und irgendwann steht man wieder unten und denkt:

War anstrengend. War schön. Würde ich wieder machen. ❤️


Denn manchmal muss man gar nicht weit fahren, um etwas Neues zu entdecken.


🌿 Das Baselbiet kann was. Und wir offenbar auch noch. 😉




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