Ciabatta Brot backen: Die Geschichte eines italienischen Pantoffels
Ciabatta. Dieses italienische Brot mit den grossen Luftlöchern, der knusprigen
Kruste und dem weichen Innenleben. Passt zu fast allem, lässt sich wunderbar zum Apéro servieren und schmeckt auch einfach so, mit etwas Butter. Vorausgesetzt, man hat es geschafft, eines zu backen.
Aber dazu später.
Zuerst ein bisschen Klugscheisserei: Ciabatta heisst auf Italienisch tatsächlich Finken (= Pantoffel). Warum? Weil das ursprüngliche Brot mit seiner flachen, länglichen Form ein bisschen an einen Hausschuh erinnert.
Na, wenn das nicht appetitlich tönt!
Entstanden ist das Ganze übrigens aus einer kleinen italienisch-französischen Konkurrenzgeschichte. Der italienische Bäcker Arnaldo Cavallari aus Venetien wollte Ende der 1970er-Jahre dem französischen Baguette etwas entgegensetzen. Nach allerlei Tüfteleien mit Mehl, Wasser und langen Gehzeiten war es 1982 so weit: Das Ciabatta war geboren.
Und damit hatte Italien seinen eigenen Brot-Konkurrenten zum französischen Baguette.
Mein Versuch, italienische Bäckerkunst in meine Küche zu bringen

Nun, ich dachte mir: Was ein italienischer Bäcker kann, sollte doch auch in meiner Küche irgendwie hinzukriegen sein. Schliesslich braucht es für ein Ciabatta keine 27 Zutaten und auch keine komplizierte Küchenausstattung.
Also los!
Ganz so einfach war es dann doch nicht. Zwei Versuche habe ich gebraucht, bis ich mit den Luftlöchern so halbwegs zufrieden war.
Beim ersten Versuch habe ich den Teig nach dem Aufgehen nochmals geknetet. Keine besonders gute Idee, wie sich herausstellte. Die Luftlöcher waren eher bescheiden. Offenbar mögen es die kleinen Luftblasen gar nicht, wenn man ihnen nochmals an den Kragen geht.
Beim zweiten Versuch liess ich den Teig in Ruhe und verfrachtete ihn direkt nach dem Aufgehen in meine Cakeform. Und siehe da: deutlich grössere Luftlöcher!
Nur die Kruste wollte noch nicht so richtig mitspielen. Obwohl ich sogar eine Schale Wasser in den Backofen gestellt hatte, war sie nicht ganz so knusprig, wie ich mir das vorgestellt hatte.
Aber hey, man kann nicht alles haben. Immerhin war das Brot richtig gut und schmeckte auch nach drei Tagen noch wunderbar.
Mein einfaches Ciabatta-Rezept
Zutaten für ein Brot:
500 g Mehl Type 00
7 g Trockenhefe
2 TL Salz
400 ml lauwarmes Wasser
1 EL Olivenöl
Zubereitung:
Mehl, Trockenhefe und Salz miteinander vermischen.
Wasser und Olivenöl dazugeben und alles zu einem Teig verrühren.
Zugedeckt mindestens 2–3 Stunden gehen lassen. Je länger, desto luftiger kann das Brot werden.
Nicht erschrecken: Der Teig ist ziemlich klebrig. Also bitte nicht gleich noch eine Ladung Mehl hinterherwerfen.
Den Teig direkt nach dem Aufgehen in eine mit Backpapier ausgelegte Brotform geben. Ich habe dafür einfach eine Cakeform genommen. Nicht nochmals kneten! Wir wollen schliesslich Luftlöcher und keine italienische Backsteinvariante.
Nochmals 20–30 Minuten ruhen lassen.
Im auf 220 Grad Ober- und Unterhitze vorgeheizten Backofen auf mittlerer Schiene ca. 25 Minuten backen.
Etwas auskühlen lassen und geniessen.
En Guete!
Corinna
Und jetzt?


Ich bin mit meinem Ciabatta noch nicht ganz am Ziel. Die Luftlöcher habe ich mittlerweile halbwegs im Griff, aber die Kruste darf gerne noch etwas knuspriger werden.
Vielleicht muss ich noch ein bisschen mit dem Backofen verhandeln. Oder ich back einfach munter weiter.
Aber genau darum geht es doch: ausprobieren, ein bisschen herumwursteln und beim nächsten Mal etwas anders machen.
Und wenn das Ergebnis am Schluss schmeckt, darf man sich ruhig auch einmal auf die Schulter klopfen.
Schliesslich ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Und schon gar kein Ciabatta-Finken.



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