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Blausee im Berner Oberland – mystischer Bergsee mitten im Zauberwald

7. Aug. 2020
6 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 16. Aug.


📍 Ort / Region: Blausee, Kandertal, Berner Oberland, Kanton Bern


Start / Ziel: Eingang zum Naturpark Blausee

Dauer: ca. 1–2 Stunden für den Rundgang durch den Naturpark – mit Pausen, Fotos und Geniessen gerne länger

Schwierigkeit: Leichter Spaziergang. Teilweise geht es etwas rauf und runter.


Familientauglichkeit: Sehr gut. Grillplätze, Wald, See, Forellenzucht und Alpakas sorgen für Abwechslung.


Hunde: Im Naturpark an der Leine erlaubt. Nicht im Alpaka-Gehege.


Beste Reisezeit: Ganzjährig. Im Sommer ist der schattige Wald besonders angenehm, im Herbst leuchten die Farben.


Meine Empfehlung: Nicht nur zum See laufen und das obligatorische Foto machen. Geht auch durch den Wald – dort liegt für mich die eigentliche Magie des Blausees.


Shop: Direkt am Eingang gibt es Souvenirs und Forellen aus der hauseigenen Bio-Forellenzucht – für alle, die ein Stück Blausee mit nach Hause nehmen möchten.


Grillplätze: Am See vorhanden, Holz gibt es gratis.


Anreise ÖV: Mit Bahn und Bus ins Kandertal bis zum Blausee. Fahrplan:👉 https://www.sbb.ch/de


Anreise Auto: Der Blausee liegt zwischen Frutigen und Kandersteg. Parkplätze befinden sich beim Eingang zum Naturpark.


Eintritt & aktuelle Informationen:👉 https://www.blausee.ch/


Einkehr: Restaurant Blausee – direkt am See.👉 https://www.blausee.ch/restaurant/



Wo Elfen, Waldgeister und Märchen offenbar noch Urlaub machen


Ausblick vom schattigen Märchenwald auf den Blausee.
Ausblick vom schattigen Märchenwald auf den Blausee.

Ein See so blau, dass man fast misstrauisch wird. Ein Wald voller Moos, knorriger Wurzeln und Felsen, die aussehen, als hätten sie beschlossen, lieber märchenhaft als normal zu sein. Der Blausee im Berner Oberland ist einer dieser Orte, bei denen man sich fragt, ob man wirklich noch in der Schweiz ist – oder versehentlich in einem Märchenbuch gelandet ist.


Wenn ihr wissen wollt, wie dieser Märchenwald aussieht, wenn er sein Herbstkleid anzieht, schaut auch bei meinem Blausee im Herbst vorbei. Dann wird aus Grün nämlich Gelb, Orange und Rot – und der See legt optisch noch einmal ordentlich einen drauf.



Jahrelang am Blausee vorbeigefahren – und nichts gesehen


Und ich kenne den Blausee schon ziemlich lange. Also theoretisch.


Als Kind und Jugendliche bin ich nämlich jahrelang mit meinen Eltern auf dem Weg zu meinen Grosseltern daran vorbeigefahren. Ich hätte damals schon gerne einmal einen Blick auf den See geworfen.


Das Problem: Ich war Mitfahrerin.


Und meine Eltern wollten möglichst schnell von A nach B.


Was will man da machen? „Wänd mir do nit mol go luege?“ war offenbar kein ausreichend überzeugendes Argument.


Also fuhr ich jahrelang am Blausee vorbei, ohne ihn jemals zu sehen.


Erst Ende 30 war es dann endlich so weit. Gemeinsam mit meinem damaligen Mann und den Kindern besuchte ich den Blausee – zum Fischen.


Und Mitte 40 kam ich ein zweites Mal.


Diesmal ohne Kinder, ohne Angel und vor allem mit offenen Augen.

Und plötzlich war da dieser Wald.



Blausee: Einer der schönsten Bergseen der Schweiz



Der Blausee gehört zu den bekanntesten Bergseen der Schweiz und liegt im Kandertal im Berner Oberland. Der See selbst liegt in einem rund 20 Hektar grossen Naturpark mit Wald, Felsen, Wurzeln und jeder Menge Moos.


Und natürlich ist das Wasser spektakulär.


Je nach Licht leuchtet es tiefblau bis türkis und ist so klar, dass selbst Baumstämme, die bis zu zwölf Meter unter Wasser liegen, wirken, als befänden sie sich direkt unter der Oberfläche.


Da fragt man sich schon kurz, ob hier jemand heimlich mit Photoshop arbeitet.


Tut er nicht.



Warum ist der Blausee so blau?


Der Blausee entstand vor rund 15'000 Jahren nach einem Felssturz im Kandertal. Heute wird er von einer unterirdischen Quelle gespeist.


Das besonders klare Wasser und die Lichtverhältnisse sorgen für die intensive blaue Farbe.


Kurz gesagt: Natur kann offenbar auch Farbe.

Und zwar ziemlich überzeugend.



Mein erster Besuch: Kinder, Fische und hungrige Forellen


Eingang und Shop am Blausee.
Eingang und Shop am Blausee.

Bei meinem ersten Besuch Ende 30 war der Blausee vor allem ein Familienausflug.

Wir waren mit den Kindern dort – und zum Fischen.


Beim „Ussfischete“ hatte ich allerdings zeitweise den Eindruck, dass die Forellen dort gerade auf Diät gesetzt worden waren.


Die Fische wirkten so hungrig, dass sie wahrscheinlich auch in jeden Zehen gebissen hätten, wenn man ihn ihnen hingehalten hätte.


Für die Kinder war das natürlich grossartig.


Ich hatte also einen schönen Tag und kannte danach den Blausee vor allem als den Ort mit den sehr hungrigen Fischen.


Den Wald drumherum? Nun ja. Der war offenbar auch da.


Ich hatte nur andere Prioritäten.



Mein zweiter Besuch: Plötzlich war da dieser Wald



Einige Jahre später, Mitte 40, war ich wieder am Blausee.


Diesmal ohne Kinder, ohne Angel und ohne jemanden, der dringend wissen wollte, wann es endlich weitergeht.


Und plötzlich sah ich ihn.

Den Wald.


Die moosbewachsenen Felsen, die knorrigen Wurzeln, die alten Bäume und diese unglaublichen Grüntöne.


Ich war völlig überwältigt.


Der Blausee war auf einmal nicht mehr einfach ein schöner See, sondern ein mystischer Ort, der fast ein bisschen unwirklich wirkt.


Der Unterschied zwischen meinen beiden Besuchen?

Beim ersten Mal war ich mit Kindern und Angel beschäftigt.

Beim zweiten Mal war ich einfach nur da.


Und ich glaube, genau deshalb habe ich den Blausee plötzlich ganz anders empfunden.


Manchmal muss nicht der Ort schöner werden.

Man selbst muss nur ein bisschen weniger abgelenkt sein.



Durch den Naturpark: Moos, Felsen und Zauberwald



Rund um den Blausee führen Wege durch den Naturpark. Dabei geht es immer wieder ein wenig rauf und runter, aber es ist keine anstrengende Bergwanderung.

Dafür gibt es überall etwas zu entdecken:


Moosbewachsene Felsen, verwurzelte Bäume, bizarre Steinformationen und immer wieder wunderschöne Blicke auf den See.


Man läuft ein paar Meter und schon sieht die Landschaft wieder anders aus.


Teilweise fühlt es sich an, als müsste hinter dem nächsten Baum eine Waldfee auftauchen.


Falls ihr nach so viel Wald noch nicht genug habt, könnt ihr euch auch einmal zu den Arvenseeli oberhalb von Kandersteg aufmachen. Dort gibt es zwar keine Waldfee-Garantie, dafür Arven, Bergseen und jede Menge Natur.



Mein Lieblingsplatz am Blausee


Einer der schönsten Bäume, die ich je sah.
Einer der schönsten Bäume, die ich je sah.

Besonders schön fand ich einen Baum, dessen Krone wie ein riesiger natürlicher Baldachin wirkt.


Dort möchte man einfach sitzen, aufs Wasser schauen und nichts tun.

Keine Termine.

Keine To-do-Liste.

Kein „Wann gehen wir wieder?“.

Einfach nur Wald und See.


Und wenn man nach fünf Minuten doch unruhig wird: Tief einatmen und weitergucken.


Auch das ist eine Form von Meditation.



Forellenzucht, Grillplätze und Alpakas


Weshalb die Forellen im Kreis schwimmen? Keine Ahnung.
Weshalb die Forellen im Kreis schwimmen? Keine Ahnung.
Und warum mir das Allpaka den Hintern zeigt? Weiss ich auch nicht 😉
Und warum mir das Allpaka den Hintern zeigt? Weiss ich auch nicht 😉

Zum Blausee gehört auch eine hauseigene Forellenzucht. Regenbogen- und Lachsforellen werden dort in Bioqualität gezüchtet und im Restaurant angeboten.


Wer möchte, kann die Fische auch im Shop kaufen oder nach Hause liefern lassen.

Die Forelle reist, man selbst bleibt sitzen.


Für Familien gibt es Grillplätze am See. Das Holz dafür liegt vorbereitet parat und erst noch gratis.


Im Naturpark leben ausserdem Alpakas. Ein Teil des Geländes ist eingezäunt und den Tieren vorbehalten. Besucher dürfen hinein und die zutraulichen Tiere beim Grasen beobachten.


Hunde müssen draussen bleiben – zumindest bei den Alpakas.


Im übrigen Naturpark sind Hunde erlaubt, müssen aber an der Leine geführt werden.



Die Sage vom Mädchen mit den blauen Augen


Auf einer Glasbodenfahrt kannst du der Statue besonders nah kommen.
Auf einer Glasbodenfahrt kannst du der Statue besonders nah kommen.

Natürlich darf die Sage nicht fehlen, die dem Blausee seine Farbe gegeben haben soll.


Ein junges Mädchen soll einst ihren Geliebten verloren haben. Vor lauter Trauer ging sie zum See und ins Wasser.


Seitdem soll der Blausee die Farbe ihrer blauen Augen tragen.


Die Statue im See erinnert heute an das unglückliche Mädchen.

Eine ziemlich traurige Geschichte.


Wobei ich mir bei der Geschichte gedacht habe: Mädchen, das wäre auch einfacher gegangen. Du hättest die blauen Augen behalten und einfach einen sehr guten Psychologen aufsuchen können.


Aber gut – dann hätten wir heute vermutlich keine romantische Sage und keinen der schönsten Bergseen der Schweiz.


Und so hat wenigstens die Geschichte etwas Gutes.


Blausee im Sommer: Schatten, Wasser und eine Portion Magie


Aussicht auf den türkis leuchtenden Blausee.
Aussicht auf den türkis leuchtenden Blausee.

Vor allem an heissen Sommertagen ist der Blausee ein tolles Ausflugsziel.

Der Wald spendet Schatten, das Wasser leuchtet blau und die Umgebung fühlt sich angenehm weit weg vom Alltag an.


Und genau das gefällt mir am Blausee. Man muss hier nichts leisten.

Keinen Gipfel besteigen. Keine Rekorde aufstellen. Einfach spazieren, schauen und staunen.



Mein Fazit: Der Blausee braucht Zeit


Mein erster Besuch war schön.

Mein zweiter hat mich dagegen wirklich beeindruckt.

Nicht nur wegen des Sees, sondern wegen des Waldes.


Deshalb mein Tipp: Bleibt nicht nur am Ufer stehen. Geht auch in den Wald.


Schaut euch die moosbewachsenen Felsen an. Die Wurzeln. Die alten Bäume. Bleibt zwischendurch stehen und schaut einfach.


Denn der Blausee ist zwar der Star.

Aber der Wald drumherum ist der heimliche Hauptdarsteller.


Und wer weiss – vielleicht begegnet euch dort ja tatsächlich eine Waldfee.


Oder ein Alpaka.


Oder ein Fisch, der euch beim Ussfischete den Finger abbeissen möchte.


Man weiss nie.



Corinna



🧚‍♀️💙 Wenn du mich fragst: Fahr hin!


Der Blausee ist der perfekte Ort, wenn du


🌲 dringend ein bisschen Abstand von Menschen brauchst, aber noch nicht bereit bist, Einsiedler zu werden,


🧚‍♀️ darauf hoffst, dass hinter dem nächsten Baum eine Elfe auftaucht,


🐟 schon immer mal einer Forelle beim Yoga zuschauen wolltest

oder einfach einen Nachmittag lang nichts Vernünftiges tun möchtest.


Letzteres kann ich übrigens wirklich empfehlen:


Setz dich unter einen Baum, schau aufs Wasser und lass die Welt Welt sein.

Und falls du nach einer Weile denkst:„Eigentlich könnte ich jetzt langsam wieder etwas Sinnvolles machen.“


Nein.


Du bist schliesslich am Blausee.

Noch fünf Minuten sitzen bleiben.

Das Leben läuft dir nicht davon.

Höchstens die Forelle.


💙 Und falls du wie ich jahrzehntelang daran vorbeigefahren bist:

Selber schuld. Aber diesmal darfst du anhalten. 😉





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