Spaziergang in der Verenaschlucht: Ein verborgenes Naturparadies bei Solothurn
- Corinna
- 8. Feb. 2025
- 4 Min. Lesezeit
Aktualisiert: vor 4 Tagen
Ein Ausflug, der dich sofort entschleunigt: Die Verenaschlucht entdecken
📍 Ort: Solothurn, Schweiz
Distanz: ca. 5 - 7 km (Solothurn Zentrum hin & zurück)
Dauer:
ca. 30 Min. bis zum Schluchteingang
ca. 45 Min. bis zur Eremitage
Höhenmeter: ca. 40 m
Schwierigkeit: einfach – ideal für Spaziergänger
Highlights:
Felsenschlucht & Verenabach
Kapellen & Einsiedelei
Wunsch-Felsenloch
Die Schlucht bei Solothurn gehört zu den schönsten Spaziergängen der Schweiz. Dich erwarten wilde Felsen, ein plätschernder Bach und eine geheimnisvolle Einsiedelei – plus eine Legende, die fast schon Netflix-tauglich ist.
Ein spontaner Ausflug in die Verenaschlucht
Wieder einmal war ich unterwegs. Diesmal in Begleitung von Gisela in der Verenaschlucht bei Solothurn, die ich schon lange besuchen wollte.
Was gäbe es auch Besseres zu tun, an einem frostigen, aber sonnigen Tag im Winter? Eben.

Der Weg von Solothurn in die Verenaschlucht
Ende Januar machten wir uns vom Zentrum Solothurns zu Fuss durch ruhige Aussenquartiere auf den Weg zum Eingang der Schlucht.
Wir brauchten dazu:
Ca. 30 Minuten, wegen viel schwatzen
Ca. 20 Minuten, wenn du konzentrierter unterwegs bist.
Dann standen wir am Eingang der Schlucht, am Verenabach:
Länge ca. 6,5 km
Kommt vom Weissenstein
Fliesst durch die Verenaschlucht
Mündet in Solothurn in der Aare
Natur pur: Ruhe, Felsen und Winterstimmung
Mein erster Eindruck:
Eine Oase der Ruhe
Der gurgelnde Verenabach
Links und rechts steil aufragende Felswände
Die Natur im Winterkleid
Mehrere Brücken, die über den Bach führen
Gut begehbare Wege, sowohl für Hund, Kind und Kinderwagen geeignet
Moderate Steigung
Viel Schatten im Januar

Die Eremitage der Verenaschlucht: Ziel des Spaziergangs
Doch wir waren nicht nur wegen der Ruhe in der Schlucht unterwegs, wir hatten uns die Eremitage zum Ziel gesetzt.


Nach etwa 45 Minuten näherten wir uns dem Ziel und konnten einen ersten Blick auf die Eremitage werfen:
Die Verenakapelle
Die Klause, in der heute noch ein Einsiedler lebt, der sich um die Ermitage kümmert.
Die Martinskappelle mit dem roten Glockenturm.
Seit 2023 strahlt der Glockenturm in diesem auffälligen Rot. Dies führte zu vielen Diskussionen und Vermutungen:
Soll dies ein politisches Statement sein?
Ein religiöses?
Oder war Gott gar ein Sozi?
Doch die Erklärung war viel einfacher: scheinbar war der Turm schon früher rot, durch Witterung und viele Jahre aber nicht mehr farblich erkennbar. Also zügig erneut in rot gestrichen - und schon gabs Diskussionen.
Die Legende der heiligen Verena – kurz & (leicht) dramatisch
Der Name der Schlucht stammt von der heiligen Verena:
Sie wurde in Ägypten geboren und stammte aus wohlhabenden Verhältnissen. Ihre Geschichte beginnt also alles andere als unscheinbar.
Schon früh bekannte sie sich zum christlichen Glauben – und blieb diesem konsequent treu.
Ihr Verlobter Viktor und sein Gefährte Ursus wurden in Solothurn von den Römern gemeuchelt – noch bevor Verena dort ankam.
Verena reiste ihnen nach, kam jedoch zu spät und kümmerte sich um ihre Bestattung.
Danach zog sie sich in eine Höhle in der Verenaschlucht zurück und lebte dort als Einsiedlerin.
Sie half vielen Menschen und es wurden ihr Wunder zugeschrieben – ihr Ruf verbreitete sich schnell.
Auch die Römer wurden aufmerksam und liessen sie verhaften – zu viel Bekanntheit war damals riskant.
Ein erkrankter Statthalter bat sie um Hilfe. Verena heilte ihn – und wurde daraufhin freigelassen.
Später zog sie nach Bad Zurzach weiter, da ihr Rückzugsort zunehmend besucht wurde.
Sie starb mit etwa 64 Jahren – ihre Geschichte wird bis heute weitererzählt.
👉 Kleiner Bonus für deinen Besuch:
🖐️ In der Schlucht gibt es ein kleines Felsenloch. Der Legende nach erfüllt sich ein Wunsch, wenn du deine Hand hineinlegst. Ob es klappt? Einen Versuch ist es wert. 😉
Kapellen, Höhlen und kleine Geheimnisse





Kleines Geheimnis zur Martinskapelle gefällig?
Im 15. Jahrhundert erstmals erwähnt.
Direkt vor Verenas Höhle platziert
Vermutlich wollte Kirche dadurch das Andenken an Verena vergessen lassen
Allerdings unbestätigte Vermutung.
Was aber feststeht: Die Kapelle ist von aussen unscheinbarer als von Innen.


Mein Fazit zum Spaziergang in der Verenaschlucht
Selten genoss ich die Ruhe in der Natur dermassen. Und das bei einem kurzen Spaziergang. Man muss nicht immer gleich auf Berge steigen, um sich zu erholen. Manchmal tut es auch ein spontaner Kurzausflug in eine Schlucht mit Geschichte.
Was ich aber auch davon mitnahm? Das Wissen, dass es am Ende der Schlucht Wanderwege hoch zum Weissenstein hat. Vielleicht, wenn ich mich mal mehr verausgaben will, ja dann vielleicht...seht ihr mich auf einem dieser Wege.



...und nun sage ich euch Tschüss und habt ein schönes Wochenende.
Corinna
Kurz gesagt:
🌍 Wo?
Solothurn, Schweiz – Start beim Städtli, Ziel: Einsiedelei mit Geschichte und mystischer Stimmung.
🚶♀️ Wie lang?
Spaziergang-Variante ab Solothurn: ca. 30 Minuten zur Schlucht + 45 Minuten gemütliches Schlendern bis zur Eremitage (Schwatzen nicht eingerechnet).
🥾 Anspruch?
Für Wanderprofis: ein kleiner Spaziergang. Für Plaudertaschen: ein Tagesevent. Für Kinderwagen: auch machbar. Für Eiszapfenliebhaber: Jackpot im Winter.
👀 Highlights?
Magisch ruhige Schlucht mit plätscherndem Bach
Historisches Drama rund um Verena, Viktor & Ursus (ganz grosses Bibelkino)
Zwei Kapellen (inkl. umstrittener Glockenturm in Ferrari-Rot)
Wunsch-Felsenloch (Hand rein, Wunsch raus – so die Theorie)
Eine echte Einsiedelei, wo auch heute noch ein Einsiedler wohnt.
✨ Spezialtipp:
In der Adventszeit wird die ganze Schlucht mit Kerzen beleuchtet. Wer da nicht ins Staunen gerät, ist innerlich wahrscheinlich schon ein bisschen eingeschneit.
🧒 Familienfreundlich?
Aber sowas von. Im Sommer baden Kids im Bach, im Winter bestaunen sie Eiszapfen – Win-Win.
🥖 Proviant oder Beiz?
Picknick geht immer. Wer weiterwandert, kann später auf dem Weissenstein einkehren. Oder vorher Kaffee in Solothurn.
🧭 Verirrpotenzial:
Gering. Verlaufen geht nur, wenn man wie ich zu viel redet und zu wenig schaut.



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