Belchenflue Wanderung: Aussicht, für die man eigentlich mehr leisten müsste
- Corinna
- vor 6 Tagen
- 5 Min. Lesezeit
Aktualisiert: vor 1 Tag
Diese Wanderung ist Teil meiner Übersicht zu den schönsten Wanderungen im Baselbiet: 👉 Einfache Wanderungen im Baselland – kurz, schön & garantiert nicht langweilig
📍Wanderung zur Belchenflue
Start: Parkplatz ca. 300 m vor Chilchzimmersattel (Passhöhe)
Dauer: ca. 2,5 Stunden (kurze Variante)
Distanz: ca. 7 km (je nach Startpunkt)
Höhenmeter: ca. 150 – 250 hm
Schwierigkeit: leicht T1 - T2
Parken: unterhalb des Passes (ca. 20 Plätze) oder auf Passhöhe (ca. 5 Plätze)
ÖV: Bisher noch keines bis zur Passhöhe.
Hinweis: Es gibt viele Wege auf den Belchen. Die Unterschiede: Länge, Steigung, Schwierigkeit – und wie viel man laufen will.
Alternative Routen:
ab Langenbruck → länger, etwas flacher → viel Strasse
ab Eptingen → durch Wald, etwas wilder
durch die Teufelsschlucht ab Hägendorf → besonders spannend
Belchenflue Wandern: Aussicht, Geschichte & Highlights

Die Belchenflue gilt als einer der eindrücklichsten Aussichtspunkte im Baselbiet. Ähnlich schöne Ausblicke bieten auch die Wanderungen zur Sissacherflue und zum Gempen, die ebenfalls tolle Panoramen über das Baselbiet ermöglichen. Weitere Touren und Aussichtspunkte findest du in meiner grossen Übersicht 👉 Einfache Wanderungen im Baselland
Wer hier wandert, wird belohnt: Vom Gipfel schweift der Blick über das Schweizer Mittelland, die Alpen, Richtung Säntis, das Kernkraftwerk Gösgen und bis ins Elsass – und das alles, ohne dass man zuvor wie ein Bergsteiger geschwitzt hätte.
Doch die Belchenflue hat nicht nur landschaftlich, sondern auch historisch einiges zu bieten: Während des Ersten Weltkriegs war sie Teil der Fortifikation Hauenstein und diente als strategischer Beobachtungspunkt. Heute erinnern Infotafeln und Mahnmale daran, dass die Aussicht damals eher Mittel zum Zweck war als Ort zum Entspannen.
Meine Wanderung auf den Belchen

Ich kam von Langenbruck. Geplant war eigentlich:
Auto im Dorf lassen
Fussmarsch an Kloster Schönthal vorbei
Berg hoch
Belchenflue erklimmen
Doch dann realisierte ich: 4 km Teerstrasse lagen vor mir, also hab ich mich kurzerhand umentschieden.
Mit dem Auto beim Kloster Schönthal scharf rechts abgebogen, hochgefahren, etwa 300 m vor dem Pass geparkt. Gegen 10 Uhr war ich dort, Jacke zum Schutz vor Kälte war dabei. Doch schon beim Aussteigen hab ich gemerkt: das wird mir hier zu warm. Also durfte die Jacke die Wanderung im Auto verbringen.
Der Weg zur Belchenflue

Auf dem Pass angekommen hatte ich die Wahl: breiter Waldweg oder Pfad durch den Wald. Ich entschied mich für den breiten Waldweg – angenehm zu gehen, keine Überraschungen, nur die Natur und ein bisschen Vogelgezwitscher.


Dann kamen die Treppen. Viele Treppen. Ich stapfte Schritt für Schritt nach oben. Teilweise gab es ein Geländer, an dem ich mich elegant hochziehen konnte – sicher ist sicher, denn der Fels ist stellenweise fast blank poliert. Vorsicht bei Nässe ist hier definitiv angesagt.
Der fast leere Gipfel – Warten mit Aussicht

Kurz vor dem Gipfel hörte ich Stimmen. Andere Wanderer hatten das Ziel schon vor mir erreicht. Einer von ihnen erklärte den beiden anderen – offensichtlich – die ganze Welt. Die Frau konnte sich irgendwann lösen und kam mir erleichtert entgegen, ihr Partner brauchte etwas länger, um loszugehen.
Ich setzte mich unterhalb des Gipfels auf eine Bank, packte meinen Tee aus, biss in den Apfel und lehnte mich zurück. Denn ich wollte den Gipfel für mich allein haben.
Und dann begann das kleine Schauspiel über mir:
Rascheln
Mampfen
Schritte
Tafeln studieren
Rascheln (schon wieder)
Ein leises Rülpsen
Wieder Tafeln studiert
Ich wippte mit den Füssen, schaute die Aussicht, nippte am Tee und dachte irgendwann: „Putz di ändlig!“ – sehr höflich ausgedrückt, versteht sich.
Endlich: Schritte bergab sind zu hören. Ein beiderseitiges „Grüezi“ – und der Gipfel war wieder frei. Ich zog die letzten Meter hoch – und dann: Wow.



Frei. Unverstellt. Panorama in alle Richtungen. Schweizer Mittelland, Alpen, Richtung Säntis, Kernkraftwerk Gösgen, sogar das Elsass lag vor mir. Kein Gedränge, kein Krach, nur das Flattern der Schweizer Fahne und das Gefühl: Hier oben lohnt es sich, einfach zu stehen und zu staunen.
Minimaler Aufwand, maximaler Wow-Effekt – so fühlt sich Überbelohnung an. 😄
Abstecher Drachenhöhle


Nun aber wieder runter vom Gipfel, zurück auf den Weg in Richtung Eptingen.
Noch auf dem breiten Waldweg, etwa 10 Minuten weiter, stieg ich vor der Drachenhöhle vom Weg aus hinunter. Warum nicht? dachte ich mir.
Die Höhle ist klein, der Boden lehmig und übersät mit Gesteinsbrocken. Für mich: ein bisschen gruselig. Ich war schneller wieder draussen als drinnen. Für Abenteuerlustige und Kinder sicher spannend – für mich eher ein kurzer Nervenkitzel.
Zurück zum Pass

Ich folgte dem Weg weiter nach unten, irgendwo kam ein Trampelpfad, schliesslich wieder ein breiter Waldweg und ich lief den Berg von der anderen Seite wieder hoch. Auf dem Pass angekommen war es dann Zeit für's Picknick.
Und dabei genoss ich die letzten Ausblicke ins Baselbiet und war wie immer erstaunt, wie schön es hier ist – besonders im Frühling, wenn alles in voller Blüte steht. Nur eine Blueschtfahrt durchs Baselbiet kann das noch toppen.
Fazit und Abschluss meiner Belchenflue-Wanderung
Lohnt sich die Belchenflue? Absolut! Die Wanderung selbst? Ganz einfach. Kein Schweisstropfen, kein Drama. Trotzdem: wer Lust hat, hat die Qual der Wahl – zig Wege führen nach oben, jeder ein bisschen anders.
Beim Losfahren dachte ich noch: „Wird wohl eher langweilig…“ Oben angekommen: „Oke ich geb’s zu – das ist phänomenal.“
Minimaler Aufwand, maximale Aussicht. Fast so, als hätte der Bölche gedacht: „Ah, da ist jemand, der mich besucht – ich zeig dir, was ich drauf hab.“ 😊
Man kann es drehen und wenden, wie man will: überbelohnt fühlt sich auch gut an.
Wenn dir diese Tour gefallen hat, findest du hier 👉 weitere einfache und aussichtsreiche Wanderungen.
Corinna
📍 Belchenflue – Quickguide & Highlights
🥾 Wege & Varianten:
➡️ Breiter Waldweg: gemütlich, angenehm zu gehen
➡️ Waldpfad: etwas wilder, kleine Kraxelstellen
➡️ Teufelsschlucht ab Hägendorf: spannend & abenteuerlich
➡️ Grat- & Kraxelpfade: für alle, die ein bisschen extra Adrenalin wollen 👣
😂 Persönliche Highlights:
🧥 Früh los – Jacke eingepackt, durfte im Auto chillen 😅
🪜 Treppen. Viele Treppen. Elegant hochgezogen, Schritt für Schritt
🍏 Kurz vor dem Gipfel: warten auf der Bank, Tee in der einen, Apfel in der anderen Hand
😇 „Putz di ändlig!“ – sehr höflich ausgedrückt, als der letzte Gipfelbesucher noch die Tafeln studierte
🌄 Gipfelerlebnis:
Endlich oben: freie Sicht in alle Richtungen, nichts versperrt den Blick
Atem anhalten, Panorama geniessen – Mittelland, Alpen, Säntis, Gösgen, Elsass alles auf einmal 😍
Minimaler Aufwand – maximaler Wow-Effekt, so fühlt sich Überbelohnung an 😊
🪖 Geschichte & Kultur:
🏰 Teil der Fortifikation Hauenstein im Ersten Weltkrieg
📜 Infotafeln & Mahnmale erzählen von der militärischen Vergangenheit
👁️ Strategischer Aussichtspunkt – heute Ort zum Durchatmen und Staunen
🐉 Drachenhöhle:
🕳️ Kurzer Abstecher, klein, etwas gruselig, schnell wieder draussen
📸 Fotoideen:
🌄 Gipfelpanorama
🪜 Treppenweg
🏛️ Infotafeln & Mahnmale
🐲 Drachenhöhle
✨ Kurzfazit:
🌟 Aussicht phänomenal, wenig Aufwand
🤏 Drachenhöhle = gruselig
😄 Persönliche Anekdoten inklusive
Weitere Informationen zur Belchenflue findest du bei Baselland Tourismus:



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