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Sissacher Fluh Wanderung: Aussicht, Abenteuer & Aperol

  • Corinna
  • 21. Feb. 2025
  • 6 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 14. Apr.


Diese Wanderung ist Teil meiner Übersicht mit den schönsten und einfachsten Touren im Baselbiet 👉 Einfache Wanderungen im Baselland – kurz, schön & garantiert nicht langweilig.



📍 Sissacher Fluh, Baselbiet

Dauer: ca. 2–3 Stunden (inklusive Abstecher Ruine Bischofstein & Trampelpfad-Umwege)

Distanz: ca. 6 km

Höhenmeter: ca. 300 hm

Schwierigkeit: leicht bis mittel (Trampelpfade rutschig!)

Startpunkt: Böckten

ÖV: Postauto bis Böckten

Auto: Beim Gemeindezentrum



Still und friedlich liegt sie da – die Sissacher Fluh, bekannt im ganzen Baselbiet. Ziel von Ausflüglern, Wanderern und Schülern, die mindestens einmal in ihrer Schulzeit diese Höhe erklimmen mussten.


Aber keine Ausnahme ohne Regel: Ich selbst kannte die Fluh zwar vom Namen her, aber oben stand ich das erste Mal im letzten Jahr, als ich mit einer Freundin die Bluescht-Fahrt durchs Baselbiet machte.


Damals mit Auto, doch diesmal wollten wir einfach wandern. Eine einfache Wanderung sozusagen… Wenn du weitere einfache Wanderungen im Baselbiet suchst, findest du hier eine Übersicht 👉 Einfache Wanderungen im Baselland


Start in Böckten: Wanderung zur Sissacher Fluh


Letzten Donnerstag traf ich mich mit meiner anderen Freundin in Böckten, sie hatte die Route herausgesucht: erst bergauf zur Fluh, dann Einkehr in der Beiz, gemütlich wieder runter.


Tja… wie das so ist: erstens kam alles anders, zweitens anstrengender als geplant.


Soviel sei schon mal verraten.


Aussicht oberhalb von Böckten. Keine klare Sicht, aber dennoch schön.
Aussicht oberhalb von Böckten. Keine klare Sicht, aber dennoch schön.

Eine halbe Stunde zuvor hatte es noch geregnet, doch nun war es immerhin trocken. Wolkenverhangen, aber trocken.


Wir stiefelten in Richtung Sissacher Fluh, folgten den Wanderzeichen. Nach 15 Minuten: keine Wanderzeichen mehr zu sehen.


Was tun? Trampelpfad durch den Wald oder die Feldstrasse? Der Beschluss fiel einstimmig auf: Trampelpfad. Denn je schneller oben, desto schneller gab's was zu essen.


Dachten wir zumindest.


Erster Blick auf die Ruine Bschofstein.
Erster Blick auf die Ruine Bschofstein.


Erste Herausforderung: Ruine Bischofstein erklimmen


Wir kämpften uns steil bergauf, aber trainiert wie wir beide sind (räusper...) kamen wir flott voran.


Nach einer gefühlten Ewigkeit erreichten wir die Ruine Bischofstein. Schön auf dem Hügel gelegen mit Blick in die Umgebung und auf die Sissacher Fluh. Na also, wir waren auf dem rechten Weg.


Blöd nur, dass die Ruine auf einem Hügel lag und die Sissacher Fluh auf einem anderen.


Der Zugang zur Burg.
Der Zugang zur Burg.

Aussicht in Richtung Ergolztal.
Aussicht in Richtung Ergolztal.

Und hier ging's die nasse und senkrechte Leiter hoch.
Und hier ging's die nasse und senkrechte Leiter hoch.

Wir erkundeten die Ruine, ich kletterte noch die steile, immer noch vom Regen nasse Leiter nach oben und weiter gings zur Sissacher Fluh.


Die lag ja wenigstens optisch in Gehweite.


Zuoberst auf der Burg angekommen. Rechts im Bild seht ihr ganz klein den Felsen der Sissacher Fluh. Da wollten wir hin...
Zuoberst auf der Burg angekommen. Rechts im Bild seht ihr ganz klein den Felsen der Sissacher Fluh. Da wollten wir hin...

Aussicht von ganz oben, die Regenwolken hängen noch im Tal aber es klart langsam auf.
Aussicht von ganz oben, die Regenwolken hängen noch im Tal aber es klart langsam auf.



Trampelpfade, nasses Laub und Spuren im Wald


Weiter gings rutschend und stolpernd runter von der Burg auf einen Feldweg. Und der führte in einem grossen Bogen wieder nach oben. Aber nicht Richtung Sissacher Fluh.


Das Bild gibt nicht annähernd wieder, wie steil und rutschig diese Schneise war, meine Freundin schlittert voraus und ich hinterher.
Das Bild gibt nicht annähernd wieder, wie steil und rutschig diese Schneise war, meine Freundin schlittert voraus und ich hinterher.

Und so kam es, wie es kommen musste:


  • Wir befanden uns wieder auf einem Trampelpfad.

  • Mitten im Wald.

  • Ohne Wegweiser.

  • Aber mit Spuren.


Ich vermutete Spuren von:


  • Menschen

  • Wildschweinen

  • Bären


Meine Freundin tippte auf:


  • Wölfe


Auch nicht gerade hilfreich, wirklich nicht!


Das Elektrozaun Drama


Aber was solls, wir mussten einfach weiter...wieder ging es bergab und die Fluh lag immer höher.


Irgendwann standen wir einfach im Schilf, blieben an Ästen hängen, rutschen auf nassem Laub aus und...hatten die beste Zeit unseres Lebens.


Denn was soll man sich ärgern, wenn man in guter Gesellschaft ist. Wir nahmens auf jeden Fall mit Humor und waren ständig am Lachen.


Das Lachen verging mir dann aber kurz darauf, als wir am Waldrand vor einer grossen Weide standen, gesichert mit einem Elektrozaun. Genau mein Humor.


Ich hasse Elektrozäune, nie komme ich ungeschoren an diesen vorbei.


Und was soll ich sagen? Ein "Brzzzel" an den Oberschenkeln traf mich mit geballter Ladung. Ich habs ja gesagt.


Und dann standen wir da rum, auf so einer grossen Wiese. Und wie peinlich mir das war...dass wir nun quer über diese grosse Matte gehen mussten. Ich hoffte inständig, dass uns der Bauer nicht sieht und meine Freundin lachte sich derweil scheckig, weils mir so peinlich war.



Begegnung mit einem anderen Wanderer


Endlich von der Matte runter, stiessen wir auf einen Wanderer mit Hund. Während er es sich auf einer Bank gemütlich machte, fragten wir ihn schwitzend nach dem richtigen Weg.


Schliesslich raunte mir meine Freundin beim Weitergehen zu: "Hatte der nicht so ein fieses Lächeln auf den Lippen?"


Ganz ehrlich: ich hätte auch fies gelacht, wenn ich uns beim Stolpern über Elektrozaun und Matte zugesehen hätte.



Endspurt mit Umweg auf die Sissacher Fluh


Wieder ging es steil bergauf, und weil wir ja noch nicht lange genug unterwegs waren, nahmen wir noch einen überflüssigen Schlenker dazu.


Die steile Treppe am Schluss? Geschenkt!


Drei Stunden im Überlebenskampf - so zumindest fühlte es sich an - und endlich hatten wir das Ziel erreicht.


Hätte es noch länger gedauert: ich hätte mich glaub tot gestellt.


Aber der Witz an der ganzen Sache: Hätten wir den richtigen Weg gefunden, wären wir in einer Stunde oben gewesen.



Geschichte der Sissacher Fluh


Die Sissacher Fluh war im 17. und 18. Jahrhundert eine sogenannte Hochwacht.


Sie gehörte zu weiteren gut sichtbaren Punkten, die einem Miliz- und Meldesystem dienten und mit einem Wachthäusschen und einem grossen Holzstoss versehen waren.


Wenn es also nötig war, konnten die Wächter das Holz anzünden und so von Punkt zu Punkt die Landmilizen alarmieren, die dann was auch immer verteidigten.


Endlich beim Restaurant Sissacher Fluh angekommen (Das Bild stammt vom letzten Frühling, wundert euch also nicht über die grünen Bäume).
Endlich beim Restaurant Sissacher Fluh angekommen (Das Bild stammt vom letzten Frühling, wundert euch also nicht über die grünen Bäume).


Endlich oben: Aussicht und Restaurant Sissacher Fluh


Wir kamen mit einem Bärenhunger dort oben an, liessen die Aussicht erst mal Aussicht sein und stiefelten direkt aufs Restaurant los. (www.sissacherfluh.ch)


Die Bergbeiz ist ganz toll gemacht, das Essen war einfach ausgezeichnet und die Bedienung super freundlich.


Ich würde jedem, der noch nicht dort war, den Ausflug dorthin empfehlen. Wenn du solche Ausflüge liebst, findest du hier weitere Wanderideen im Baselbiet 👉 Wandern mit Aussicht.



Alternative zu unserer Wanderung


Ihr müsst nicht so wie wir beide durch den Wald hoch und runter irren. Spart es euch, glaubt mir.


Ihr könnt Wochentags direkt mit dem Auto zum Restaurant hochfahren, am Wochenende ist die Zufahrtsstrasse gesperrt und ab der Postautostation und Parkplatz Sissacherfluh zu Fuss erreichbar.


Die Strasse ist etwas steil und ihr braucht ca. 20 Minuten zum hochlaufen.


Diese Chalet stehen noch bis zur Fasnacht neben dem Restaurant und können zu einem Fondueplausch gemietet werden.
Diese Chalet stehen noch bis zur Fasnacht neben dem Restaurant und können zu einem Fondueplausch gemietet werden.


Aussichtsplattform, Sonne und Aperol


Frisch gestärkt lief es sich dann leicht zur Aussichtsplattform. In der Zwischenzeit schien die Sonne und es wurde richtig warm.


Meine Freundin hatte dann noch die grandiose Idee, einen Aperol in der Beiz zu holen und den genossen wir in vollen Zügen bei der schönen Aussicht.


Aussicht von der Sissacher Fluh nach Sissach und Böckten.
Aussicht von der Sissacher Fluh nach Sissach und Böckten.

Na, dann Prost. Und nein, wir mussten nicht auf dem Boden sitzen sondern konnten uns bequem auf einer Bank in der Sonne fläzen.
Na, dann Prost. Und nein, wir mussten nicht auf dem Boden sitzen sondern konnten uns bequem auf einer Bank in der Sonne fläzen.


Rückweg nach Böckten


Was soll ich sagen: Wenige Schritte nach der Fluh fanden wir einen Wegweiser nach dem anderen. Wo waren die bloss alle, als wir und hochkämpften?


Eine Stunde später waren wir bereits wieder in Böckten. Na geht doch.



Fazit zur Wanderung auf die Sissacher Fluh


Die Sissacher Fluh ist wie ein Überraschungsei: erst wandern, dann rutschen, stolpern, lachen – und am Schluss Aussicht und Aperol.


Du denkst: „Easy, das schaff ich in einer Stunde.“ Drei Stunden später liegst du halb im Schilf, halb im Lachen, hängst am Elektrozaun fest und fragst dich, ob du auf Wildspuren oder Bären getreten bist – und merkst: der Weg ist das Abenteuer.


Am Ende sitzt du oben, Sonne im Gesicht, Aperol in der Hand, und denkst: „Ja, genau so soll Wandern sein!“


Kurz gesagt: Wanderschuhe an, Humor mitbringen, Abenteuer geniessen – und bloss nicht den Aperol vergessen. Und fragt mich nicht nach unserer Route. Folgt einfach den Wegweisern...die wir nicht gefunden haben.



Ihr hört wieder von mir


Corinna



Sissacher Fluh: Verlaufen, verfluchen, verlieben


📍 Wo bin ich hier gelandet?

Auf der Sissacher Fluh im Baselbiet – dem Pflichtprogramm jeder Schülerin und jedes Schülers. Und offenbar auch der Ort, wo selbst das GPS aufgibt.


🥾 Was erwartet dich?

  • Theoretisch: eine einfache Wanderung

  • Praktisch: Trampelpfade, Wildwechsel, Elektrozaun-Schocks und spontane Survival-Trainingslager

  • Belohnung: Aussicht mit Wow-Effekt und ein Restaurant, das alles wieder gutmacht


🗺️ Route (ungefähr… sehr ungefähr):

Start in Böckten → Ruine Bischofstein → 15 ungeplante Abzweigungen → steile Hänge → Stromschlag → Lacher → endlich Fluh!👉 Rückweg? In 1 Stunde. Ohne Drama. Gähn.


🕵️‍♀️ Geheimer Tipp:

Am Wochenende zu Fuss ab Parkplatz hoch – unter der Woche geht auch mit dem Auto. Oder per Drachen, falls verfügbar.


😅 Was du brauchst:

  • Humor

  • Geduld

  • Wanderschuhe mit Grip

  • Freundinnen, die über Stromschläge lachen können


🍽️ Wo Essen nach der Wanderung


Restaurant Sissacher Fluh

Top Essen, super Service, Terrasse mit Aussicht. Im Winter mit Fondue-Chalets zum Mieten – romantisch, wenn man nicht vorher fast in einem Bach landet.


🔗 Mehr Infos & Reservationen:👉 www.sissacherfluh.ch


Wenn du Lust auf ähnliche Touren hast (mit kleinen Überraschungen 😄):

  • Passwang – ruhiger, aber genauso abwechslungsreich

  • Gempen – einfacher, aber nicht weniger anstrengend


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