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Wanderung Weesen–Quinten am Walensee: Traumroute mit überraschend anspruchsvollem Abstieg


📍Wanderung Weesen - Quinten


Start: Weesen

Ziel: Quinten

Distanz: ca. 12 km (je nach Variante)

Höhenmeter: ↑ ca. 660 m | ↓ ca. 660 m

Dauer: ca. 3,5 - 4 Stunden (inkl. Fotostopps, Schnaufpausen und Existenzfragen)

Schwierigkeit:

  • Weesen bis Betlis: einfach.

  • Betlis bis höchster Punkt der Tour: mittel.

  • Abstieg nach Quinten: anspruchsvoll, Trittsicherheit und Schwindelfrei ein Muss.

Beste Jahreszeit: Frühling bis Herbst

Anreise mit ÖV:

  • Zug bis Weesen (gut erreichbar aus Richtung Zürich und St. Gallen)

  • Rückreise ab Quinten mit dem Schiff nach Weesen

Anreise mit Auto:

  • Langzeitparkplätze am Ortseingang von Weesen oder kurz vor dem Lago Mio

  • Achtung: Parkplatz „Weesen See“ hat eine maximale Parkdauer von 3 Stunden



Wanderung am Walensee – zwischen Postkartenidylle und Realitätscheck


Das Ziel: Quinten am Walensee vor den Churfirsten.
Das Ziel: Quinten am Walensee vor den Churfirsten.

Der Walensee gilt nicht ohne Grund als „Riviera der Ostschweiz“ – und ist gleichzeitig Kulisse für eine der beliebtesten Touren der Region: die Wanderung von Weesen nach Quinten. Türkisblaues Wasser, steil aufragende Felsen und die markanten Churfirsten, die sich dramatisch über dem See erheben – das Ganze wirkt eher wie eine Postkarte als wie der Start zu mehreren hundert Höhenmetern.


Online wird diese Wanderung am Walensee gerne als „einfach“ oder „gut machbar“ beschrieben. Das klingt… vertrauenswürdig.


Zumindest bis du losläufst.


Denn die Wanderung Weesen–Quinten versteht es erstaunlich gut, Erwartungen aufzubauen – nur um sie unterwegs dezent zu relativieren. Was als entspannter Einstieg beginnt, entwickelt sich Schritt für Schritt zu einer Tour, bei der du dich irgendwann fragst, ob du noch wanderst… oder bereits verhandelst.


Mit dir selbst. Und – nicht ganz unwichtig – mit deinen Knien.



Start in Weesen – Spaziergang statt Wanderung?


Start bei Weesen am Walensee.
Start bei Weesen am Walensee.

Der Einstieg ist… sagen wir mal: sanft. Sehr sanft. Die ersten Kilometer führen auf einer Strasse direkt am See entlang:


  • wunderschöne Aussicht ✔️

  • Wanderfeeling ❓


Eher ein stilvoller Sonntagsspaziergang mit Panorama. Fast schon verdächtig entspannt.


Schöne Terrasse des Seerestaurants Lago Mio am Walensee... und wie ihr hier seht: noch nicht viel los, zumindest nicht unter der Woche.
Schöne Terrasse des Seerestaurants Lago Mio am Walensee... und wie ihr hier seht: noch nicht viel los, zumindest nicht unter der Woche.

Das Seebeizli Lago Mio liegt dabei so einladend am Wasser, dass ich kurz überlegt habe, die Wanderung einfach in ein Mittagessen umzuwandeln. Doch ich blieb standhaft. (Manchmal trifft man in seinem Leben Entscheidungen, die man später hinterfragt...)


Tunnelwanderung am Walensee – Begegnungen auf engem Raum


Einer der Tunnels, oben könnt ihr das Stahlnetz zur Absicherung von Felstürzen erkennen.
Einer der Tunnels, oben könnt ihr das Stahlnetz zur Absicherung von Felstürzen erkennen.
Hin und wieder gibt's auch mal Ausblicke vom Tunnel auf den Walensee.
Hin und wieder gibt's auch mal Ausblicke vom Tunnel auf den Walensee.

Dann wird die Strasse schmaler und nur zu festgelegten Zeiten einspurig befahrbar. Und plötzlich: Tunnel. Mehrere. Teils mit direktem Durchblick, teils nicht einsehbar.

Hier entwickelt man automatisch eine gewisse Flexibilität – körperlich wie mental.


Meine persönlichen Strategien im Umgang mit entgegenkommenden Autos:


  • Die Selbstbewusste: Ich laufe weiter – das Auto wird schon bremsen

  • Die Flunder: Ich presse mich an die Wand und entdecke neue Dimensionen der Zweidimensionalität

  • Die Optimistin: Zwei Zentimeter Abstand reichen bestimmt


Spoiler: Alles funktioniert. Die Frage ist nur, wie elegant. Aber im Endeffekt ist es schnurz.



Betlis Wanderung – Idylle, Most und spontane Einkäufe


Die Kapelle von Betlis am Walensee.
Die Kapelle von Betlis am Walensee.

In Betlis wird es dann endlich „wanderig“: Die Strasse steigt an, die Umgebung wird ländlicher, die Betlis Kapelle thront malerisch über dem See.

Zeit für eine Pause. Zeit für Most. Und – wie sich herausstellt – Zeit für spontane Einkaufstherapie.


Blick zurück auf Walensee und den Hof...
Blick zurück auf Walensee und den Hof...
... der selbstgemachte Produkte verkauft.
... der selbstgemachte Produkte verkauft.

In einem der Hoflädeli habe ich besorgt:

  • Ringelblumensalbe für mich

  • Wallwurzcreme für eine Freundin und gegen deren Gelenkschmerzen


Zu diesem Zeitpunkt war ich noch überzeugt, hier ein durchdachtes Geschenk gewählt zu haben. Ich war jung. Ich war naiv. Ich war fit und motiviert.



Seerenbachfälle besuchen – lohnt sich der Abstecher?


Aussicht auf die Seerenbachfälle bei Betlis am Walensee.
Aussicht auf die Seerenbachfälle bei Betlis am Walensee.
Zwei von drei Stufen der Seerenbachfälle.
Zwei von drei Stufen der Seerenbachfälle.

Gleich bei Betlis stellt sich die klassische Wanderfrage: Direkt weiter oder Zusatzrunde?

Ich habe mich für die Serenbachfälle entschieden – und ja, absolut lohnenswert.


Schon der Weg dorthin hat seine eigenen Highlights:

Zwischen Betlis und den Wasserfällen liegt ein schöner Picknickplatz mit Feuerstelle und tollem Ausblick auf den See. Perfekt für alle, die ihre Wanderung gerne mit einer Pause kombinieren – oder einfach testen wollen, ob der Klöpfer in dieser Kulisse besser schmeckt.


Die Serenbachfälle selbst gehören mit rund 600 Metern Gesamthöhe zu den höchsten Wasserfällen Europas – und sind damit sogar etwa 8 Meter höher als der bekannte Staubbachfall im Lauterbrunnental.

Sie stürzen in mehreren Kaskaden eindrücklich ins Tal und werden vom Wasser der Churfirsten gespeist – was man spätestens dann merkt, wenn es ordentlich rauscht.


Sie liefern:

  • beeindruckende Natur

  • ordentliches Getöse

  • und gratis Gesichtsbefeuchtung durch Gischt


Fotografieren? Möglich. Aber nur wenn du schnelle Reflexe hast oder mit wasserfester Ausrüstung unterwegs bist.



Wanderweg nach Quinten – jetzt wird’s sportlich


Schöne Aussichten auf den Walensee.
Schöne Aussichten auf den Walensee.

Ab hier ist Schluss mit Strasse, jetzt beginnt die eigentliche Wanderung.


Der Weg führt:

  • durch Wälder

  • über Wiesen

  • vorbei an kleinen Häusern

  • mit Blick auf die Churfirsten


Es ist genau dieser Abschnitt, der dich denken lässt: „Genau deshalb bin ich hier.“


Und dann steht da plötzlich ein weiterer Mini-Hofladen mit Kühlschrank:

  • Glace

  • Snacks

  • und eine Kaffeemaschine


Ich war kurz davor, meine Wanderung offiziell hier zu beenden und einzuziehen.



Aufstieg und Abstieg – warum Bergab nicht immer einfacher ist



Die Wege variieren nun zwischen solchen...
Die Wege variieren nun zwischen solchen...
... söttigen...
... söttigen...

Endlich auf dem höchsten Punkt angekommen, leicht ausser Atem (in etwa so, wie ein Marathonläufer „leicht verschwitzt“ ist), treffe ich auf andere Wanderer.

Eine davon sagt:„Jetzt geht’s nur noch bergab.“


Ein Satz, der objektiv den weiteren Weg beschreibt. Und subjektiv ziemlich genau meinen körperlichen Zustand.


Denn während mein Kopf noch dachte: Perfekt, das klingt nach Entspannung,war mein Körper eher so: Wir sind bereits im freien Fall, Merci vielmool.


In diesem Moment wurde mir klar: Das hier ist nicht nur eine Wegbeschreibung. Das ist eine Prognose.

Und zwar keine gute.


... bis du schliesslich die ca. 660 Meter  Abstieg nach Quinten auch auf solchen Wegen bewältigen musst. Trittsicherheit und teils auch Schwindelfreiheit sind ein Muss. Hier ein Blick zurück auf den Weg.
... bis du schliesslich die ca. 660 Meter Abstieg nach Quinten auch auf solchen Wegen bewältigen musst. Trittsicherheit und teils auch Schwindelfreiheit sind ein Muss. Hier ein Blick zurück auf den Weg.

Denn dieser Abstieg hat es in sich:

  • steil

  • uneben

  • stellenweise mit Ketten gesichert


Ich hänge an diesen Ketten mit dem nötigen Respekt vor der Schwerkraft – und dem wachsenden Gefühl, dass meine Beine langsam ihre eigene Meinung zur weiteren Zusammenarbeit entwickeln.


Was als Wanderung begann, fühlt sich plötzlich an wie eine Verhandlung. Mit jeder Stufe ein neues Angebot.


Gedanklich schwanke ich zwischen:

  • „Das wird schon“

  • und „Das hier geht definitiv bergab – in jeder Hinsicht“


Falls du also jemals dachtest, „bergab“ bedeute automatisch „einfacher“: Ich hatte genau denselben Gedanken. Aber die Bestätigung liess auf sich warten.



Quinten am Walensee – autofrei, ruhig und absolut verdient


Erster Blick auf Quinten.
Erster Blick auf Quinten.

Und dann – endlich – lichtet sich der Wald. Vor mir liegt Quinten:

  • rund 40 Einwohner

  • keine Autos

  • dafür viel Ruhe und eine beeindruckende Kulisse


Der Walensee glitzert, die Churfirsten stehen dramatisch im Hintergrund – und ich stehe dazwischen und tue so, als wäre alles ganz locker gewesen.


Das Schiff zurück nach Weesen erreiche ich gerade noch rechtzeitig. Für einen Cappuccino oder gar ein Coupe reicht es leider nicht mehr – aber meine Beine sind ohnehin eher an Sitzen interessiert als an Genuss.


Ein paar Eindrücke von Quinten:


Blick über Quinten und den Walensee.
Blick über Quinten und den Walensee.




Die impossanten Churfirsten, die hinter Quinten aufragen.
Die impossanten Churfirsten, die hinter Quinten aufragen.


Fazit zur Wanderung Weesen–Quinten – einfach oder anspruchsvoll?


Die ehrliche Einordnung:

  • Start: gemütlich bis fast schon zu gemütlich

  • Bis Betlis: entspannt machbar

  • Danach: abwechslungsreich mit steigender Intensität

  • Abstieg: nichts für unkonzentrierte Knie



👍 Highlights und 👎 kleine Dämpfer


Highlights

  • Betlis und Umgebung

  • Serenbachfälle

  • Hoflädeli

  • Wiesen mit Aussicht

  • Ankunft in Quinten

  • Schifffahrt zurück (emotionale Rettung)


Weniger ideal

  • Langer Strassenabschnitt zu Beginn

  • Waldpassagen mit wenig Aussicht

  • Anspruchsvoller Abstieg


👉 Mein Fazit: Einmal machen? Unbedingt. Ein zweites Mal? Ich würde es vorher mit meinen Knien besprechen.


Aber – und das ist vielleicht der eigentliche Punkt: Beim Wandern geht es ja nicht immer nur um die schönste, spektakulärste oder höchste Tour. Manchmal geht es schlicht darum, draussen unterwegs zu sein.


Gegenden zu entdecken, die man sonst nur aus dem Autofenster kennt. Und sich selbst (ganz freiwillig, versteht sich) ein bisschen an die eigenen Grenzen zu bringen.

Oder auch ein bisschen mehr als „ein bisschen“.


Denn seien wir ehrlich: Genau diese Momente – wenn man kurz denkt „Warum mache ich das eigentlich?“ – sind meistens die, die später hängen bleiben.


Und deshalb steht tatsächlich schon die nächste Idee im Raum: die Strecke von Walenstadt nach Quinten, vom anderen Ende des Walensee her.


Meine Knie wurden darüber bereits informiert. Die Begeisterung hält sich… in Grenzen.



Fun Fact – wer hat die Salbe wirklich gebraucht?


Die Wallwurzcreme war ja als Geschenk gedacht.


Am Abend lag ich auf dem Sofa, habe meine Knie analysiert…und eine sehr pragmatische Entscheidung getroffen.


Sagen wir es so:

Die Salbe wurde genutzt.

Nur nicht ganz wie geplant.



Und Nun?


Am Ende bleibt genau das, was gute Wanderungen oft ausmacht: nicht nur der Weg, sondern die Geschichten, die man unterwegs sammelt – inklusive der leichten Selbstüberschätzung. Und genau deshalb wird der Walensee vermutlich nicht lange nur eine einmalige Bekanntschaft bleiben.



Corinna




🧭 Wanderung Weesen–Quinten: Das solltest du wirklich wissen (mit Augenzwinkern)


🌄 Startgedanke:

  • „Heute wird’s entspannt.“

  • Die Realität: hat gelacht und weiter Höhenmeter eingebaut


🧠 Mentale Entwicklung unterwegs:

  • Phase 1: „Wow, schön hier!“

  • Phase 2: „Warum sind wir noch auf dieser Strasse?“

  • Phase 3: „Ich bleib jetzt bei der Kaffeemaschine wohnen.“


🚗 Tunnel-Erlebnis:

  • Du gehst spazieren

  • Autos kommen näher

  • plötzlich wirst du selbstbewusst, zur Flunder oder Optimistin. Such's dir aus!


🌿 Betlis-Moment:

  • „Kurz Pause machen“

  • wird zu: „Ich kaufe Dinge, die ich vorher nicht kannte“


💧 Seerenbachfälle:

  • Schnelle Reflexe

  • Oder Verzicht aufs Foto


🍦 Mini-Hofladen-Situation:

  • „Ich brauche nichts“

  • 3 Minuten später: „Ich unterstütze jetzt regionales Wirtschaftswachstum“


⬇️ Abstieg in Quinten:

  • offiziell als „bergab“ beschrieben

  • subjektiv als „Verhandlung über die Zukunft der Beine“


🚢 Rückfahrt:

  • Stille

  • leichte Selbstzufriedenheit

  • und der Gedanke: „Warum war das eigentlich so anstrengend?“


😏 Fazit-Gefühl:

„Ich bin eine gemütliche Wanderung gegangen.

Walensee: „Interessante Interpretation.“


🍽️ Einkehr & Tipps entlang der Route




Ähnliche Wanderungen & Bergseen in der Schweiz


Wenn dir die Wanderung Weesen–Quinten gefallen hat, könnten dich auch diese Bergseen in der Schweiz interessieren:


💧 Gelmersee (Berner Oberland)

Ein türkisfarbener Bergsee mit maximalem „Wow“-Faktor. Die Lage ist spektakulär, der Weg dorthin nichts für halbe Sachen – genau wie Quinten liefert auch der Gelmersee dieses Gefühl von „ich bin kurz nicht sicher, ob das noch real ist“.


Perfekt, wenn du Quinten mochtest, aber noch mehr Drama in der Landschaft suchst. 👉 Gelmersee im Berner Oberland


❄️ Oberaarsee (Gletscherregion)

Ruhig, weit, hochalpin – der Oberaarsee ist die entschleunigte Version von Natur in Grossformat. Hier geht es weniger um Action, mehr um Weite, Stille und Gletscherkulisse.


Ideal als Kontrast zur eher abwechslungsreichen Quinten-Route. 👉 Oberaarsee Wanderung


🌲 Schwarzsee (Kanton Fribourg)

Ein klassischer Schweizer Bergsee mit Postkartencharakter, aber deutlich gemütlicher zugänglich. Perfekt für einen entspannten Tag draussen ohne grosse Höhenmeter-Diskussionen mit den eigenen Knien.


Für alle, die nach Quinten sagen: „nochmal schön, aber bitte entspannter“.


🌿 Arnisee (Kanton Uri)

Ein ruhiger Bergsee mit Panorama und angenehmer Wanderstimmung. Nicht übertrieben spektakulär, aber genau deshalb sehr angenehm – ein Ort zum Runterkommen.


Wenn du Natur willst, ohne dass sie dich gleich sportlich herausfordert.



🧭 Fazit dieser Auswahl


Diese Orte sind keine Kopien von Quinten, sondern verschiedene Versionen desselben Gefühls:

👉 See + Berge + dieses kurze „Wow, hier ist es schön“-Momentgefühl

Mal intensiver, mal ruhiger – aber immer draussen, immer Schweiz, immer lohnenswert.

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