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Oberblegisee Wanderung ab Braunwald: Versteckter Bergsee im Herzen des Glarnerlands


📍 Ort / Region: Braunwald / Glarnerland


Start / Ziel: Braunwald

Ziel der Wanderung: Oberblegisee

Distanz: ca. 12 km

Dauer: ca. 4–5 Stunden (mit Badepause, Picknick oder Quarkschnitte eher länger)

Höhenmeter: ca. 550 hm

Schwierigkeit: Mittel (mehr bergauf als man zuerst denkt 😄)

Route: Braunwald – Flueboden – Bächibach – Bächibeiz – Oberblegisee – retour nach Braunwald

Alternative Route: Ab Luchsingen via Alp Oberblegi

Beste Reisezeit: Juni bis Oktober


Anreise ÖV: Zug bis Linthal Braunwaldbahn, danach mit der Standseilbahn nach Braunwald


Anreise Auto: Parkplätze bei der Talstation der Braunwaldbahn in Linthal vorhanden


Einkehr :


Tipp: Die Wanderung eignet sich perfekt als:

  • Ruhige Solo-Wanderung

  • Bergsee-Ausflug ohne Massen

  • Sommerwanderung mit Badeoption

  • Tour mit Aussicht statt Smalltalk

  • Wanderung für Leute, die „nur leicht bergauf“ gerne falsch einschätzen 😄


Highlights der Wanderung:

  • Braunwald

  • Traumhafter Bergsee

  • Wilde Glarner Bergkulisse

  • Ruhige Wanderwege

  • Aussichtspunkt Flueboden

  • Blumenwiesen & Vogelkonzert

  • Bächibeiz mit Quarkschnitte

  • Legendärer Fehlentscheid bei der Weggabelung 😄

  • Perfekte Mischung aus Natur, Ruhe & leichtem Wanderchaos




Oberblegisee Wanderung im Glarnerland: Einsamer Bergsee, steile Überraschungen und ganz viel Wow


Der Oberblegisee im Glarnerland.
Der Oberblegisee im Glarnerland.

Der Oberblegisee gehört definitiv zu den versteckten Schönheiten der Schweiz. Tief eingebettet zwischen schroffen Bergen des Glärnischmassivs liegt dieser türkisfarbene Bergsee fernab von grossen Touristenströmen.


Wer hierher will, muss sich die Aussicht verdienen – und genau das macht die Wanderung so toll.


Die Route ab Braunwald überrascht mit saftigen Alpwiesen, stillen Wäldern, grandiosen Aussichtspunkten und einer Portion mehr Höhenmeter, als man anfangs vielleicht erwartet. Dafür wartet am Ende ein Bergsee wie aus dem Bilderbuch.


Und unterwegs? Gibt’s schweisstreibende Irrwege, schnaufende Begegnungen mit fremden Wanderern und leicht irritierten Frauenwandergruppen inklusive.



Mit der Braunwaldbahn ins autofreie Bergdorf Braunwald


Talstation der Braunwaldbahn in Linth.
Talstation der Braunwaldbahn in Linth.

Ich weiss ehrlich gesagt nicht mehr, wo ich den Oberblegisee zum ersten Mal gesehen habe. Aber dieses Bild von einem stillen Bergsee irgendwo zwischen wilden Felsen hat mich nicht mehr losgelassen. Und weil ich im Kanton Glarus bis dahin noch nie unterwegs gewesen war, stand schnell fest: Da muss ich hin.


Also ab nach Linthal und mit der Braunwaldbahn hoch nach Braunwald.


Dieses langgezogene Bergdorf klebt irgendwie am Hang – mit Bauernhöfen, Touristen und Wegen, die alle bergauf führen.


Der Weg Richtung Oberblegisee ist ab der Bergstation gut ausgeschildert. Wobei „gut ausgeschildert“ in der Schweiz manchmal auch bedeutet: „Wenn der Name nicht dasteht, lauf einfach dem gelben Wanderweg hinterher, wird schon passen.“



Der Anfang der Wanderung: Direkt mal Puls 150

Aussicht nahe der Bergstation der Braunwaldbahn ins Linthal.
Aussicht nahe der Bergstation der Braunwaldbahn ins Linthal.
Und gleich zu Beginn der Wanderung zum Oberblegisee geht's in Braunwald nach oben.
Und gleich zu Beginn der Wanderung zum Oberblegisee geht's in Braunwald nach oben.

Kaum von der Bergstation Braunwald losgelaufen, machte der Wanderweg ziemlich klar, wer hier das Sagen hat. Es ging bergauf. Konstant. Ohne flache Einlaufphase. Einfach nur nach oben.


Ganz ehrlich: Bereits nach etwa einer halben Stunde am Ortsende von Braunwald war ich leicht ausser Atem. Und war mir nicht sicher, ob das wirklich so eine einfache Wanderung werden würde, wie ich gelesen hatte.


Weiter führte der Weg zum Oberblegisee entlang der Alpweiden, die Glarner Alpen und das Linthal immer im Blick.
Weiter führte der Weg zum Oberblegisee entlang der Alpweiden, die Glarner Alpen und das Linthal immer im Blick.

Danach wurde es aber traumhaft schön. Der Weg führte angenehm eben an Wiesen vorbei, die gerade für den Alpsommer vorbereitet wurden. Überall blühender Löwenzahn, Kuhweiden, schneebedeckte Gipfel in der Ferne – dazu Grillenzirpen, Vogelkonzert und sogar ein Kuckuck irgendwo im Wald.



Flueboden: Aussicht top, Orientierung später eher schwierig


Aussichtspunkt und Grillstelle Flueboden.
Aussichtspunkt und Grillstelle Flueboden.
Mit Aussicht ins Linthal.
Mit Aussicht ins Linthal.

Nach einem kurzen Waldstück erreichte ich den Aussichtspunkt Flueboden. Entspannt blickte ich runter auf Luchsingen, das Linthal und auf die Glarner Alpen. Wirklich ein perfekter Ort für eine kleine Pause.


Danach passierte allerdings etwas, das mich kurz nervös machte: Der Weg führte plötzlich bergab.


Und wer viel wandert, weiss: Bergab mitten in einer Bergwanderung bedeutet eines: Du wirst das später bitter bereuen. Ich kenn das.


Natürlich war ich sofort überzeugt, irgendwo falsch abgebogen zu sein. Menschen, die regelmässig mit mir wandern, würden an dieser Stelle übrigens nur müde nicken und weitergehen. Aber nein – die Karte zeigte tatsächlich genau diesen Weg an.


Von links kommend überquerte ich den Bächibach und passierte die Bösbächialp...
Von links kommend überquerte ich den Bächibach und passierte die Bösbächialp...
... bevor ich zum Bächibeizli hochkam.
... bevor ich zum Bächibeizli hochkam.

Also marschierte ich weiter runter zum Bächibach, vorbei an der Bösbächialp, wo im Sommer hauseigener Käse verkauft wird. Danach wieder leicht hoch zur Bächibeiz.


Und genau hier begann mein persönliches Wanderdrama.



Mein legendärer Fehlentscheid bei der Bächibeiz


Dieses Bild entstand auf meinem Rückweg vom Oberblegisee zum Bächibeizli. Doch statt den oberen Weg zu nehmen, entschied ich ich für den unteren, den ihr auf der linken Seite seht. Fataler Irrtum meinerseits 😬
Dieses Bild entstand auf meinem Rückweg vom Oberblegisee zum Bächibeizli. Doch statt den oberen Weg zu nehmen, entschied ich ich für den unteren, den ihr auf der linken Seite seht. Fataler Irrtum meinerseits 😬

Bei der Bächibeiz gab es nämlich zwei Wege Richtung Oberblegisee.

Einen schmaleren direkt hinter der Beiz. Der war auch entsprechend angeschrieben. Und einen breiteren Weg weiter vorne. Dieser war nicht explizit mit Oberblegisee angeschrieben.


Ich nahm natürlich letzteren.


Der breite Weg führte… wieder bergab.

Nur noch bergab.


Irgendwann dachte ich mir: „Sch...se. Der See liegt doch eigentlich dort OBEN.“


Doch dann landete ich bei der Alp Oberblegi. Ab dort ging es nur noch steil bergauf. So richtig steil. Toll!



Der Oberblegisee befindet sich links im Bild unterhalb des Schneefeldes. Doch ich nahm fälschlicherweise den Weg runter und musste dann alles wieder hochsteigen, vorbei an der Alp Oberblegi rechts im Bild.
Der Oberblegisee befindet sich links im Bild unterhalb des Schneefeldes. Doch ich nahm fälschlicherweise den Weg runter und musste dann alles wieder hochsteigen, vorbei an der Alp Oberblegi rechts im Bild.
Blick zurück auf die Alp Oberblegi und die Glarner Alpen.
Blick zurück auf die Alp Oberblegi und die Glarner Alpen.

Immerhin traf ich unterwegs einen anderen Wanderer. Schweissüberströmt überholte er mich leicht keuchend und nuschelte: "Isch das heiss hüt...und so steil!"


Ging mir nicht anders. Glaub mir.


Innerlich fluchte ich inzwischen über meinen Wegentscheid bei der Bächibeiz. Denn wie sich auf dem Rückweg herausstellte, hätte der Weg direkt hinter der Beiz ziemlich entspannt und fast eben zum See geführt.


Aber hey: So gönnte ich mir einfach freiwillig etwa 45 Minuten Umweg und zusätzliche Höhenmeter. Ich hab's also als Fitnessprogramm abgebucht. Jaja, ich kann mir auch so manches schönreden. Ich weiss.



Endlich am Oberblegisee: Einsamkeit, Bergkulisse und ein Badehosen-Bluffer


Erster Blick auf den Oberblegisee vor dem Glärnischmassiv...
Erster Blick auf den Oberblegisee vor dem Glärnischmassiv...
... mal wirkt er dunkel, dann strahlt er in türkisen Tönen vor sich hin.
... mal wirkt er dunkel, dann strahlt er in türkisen Tönen vor sich hin.

Und dann lag er plötzlich vor mir: Der Oberblegisee.

Still. Dunkel. Noch mit etwas Eis bedeckt. Eingerahmt vom Bächistock und der wilden Berglandschaft des Glärnischmassivs. Wirklich eindrücklich.


Und auf wen traf ich dort wieder? Natürlich auf den verschwitzten Wanderer von vorher.

Er lag inzwischen entspannt in Badehose auf einem Stein und sonnte lässig vor sich hin. Im Wasser gesehen habe ich ihn allerdings nicht.


Bluffer.


Nicht nur der Oberblegisee lädt zum verweilen ein...
Nicht nur der Oberblegisee lädt zum verweilen ein...
... auch die Umgebung und die Aussichten sind wunderschön.
... auch die Umgebung und die Aussichten sind wunderschön.

Ich setzte mich demonstrativ weit weg auf einen anderen Stein – Platz hatte es ja genug – und genoss einfach die Ruhe und mein Picknick. Genau solche Orte liebe ich: keine Menschenmassen, kein Lärm, nur Berge, Wasser und dieses Gefühl, weit weg von allem zu sein.


Im Sommer kann man hier übrigens wunderbar baden. Zumindest theoretisch. Praktisch warte ich bis heute darauf, dass der Badehosen-Bluffer ins Wasser springt. Aber vielleicht sitzt er ja immer noch dort. Man weiss es nicht.



Quarkschnitte, Frauenwandergruppe und leicht irritierte Gesichter


Auf dem Rückweg ging's dann auf dem richtigen Pfad direkt vom Oberblegisee zum Bächibeizli.
Auf dem Rückweg ging's dann auf dem richtigen Pfad direkt vom Oberblegisee zum Bächibeizli.
Das Dessert hatte ich mir definitiv verdient.
Das Dessert hatte ich mir definitiv verdient.

Zurück ging es diesmal auf dem richtigen Weg Richtung Bächibeiz. Überraschenderweise ziemlich entspannt und fast eben. Na sowas.


Dort gönnte ich mir eine Quarkschnitte, bevor es wieder zurück Richtung Flueboden ging.


Und dort wartete dann noch die vielleicht kurioseste Begegnung des Tages.


Eine Dreiergruppe Frauen kam mir entgegen. Eine davon stellte sich mir in den Weg und fragte in fürsorglichem Ton: "Oh...so ganz alleine auf der Wanderung? Keine Begleitung?"


Sie sah mich an, als wäre ich seit Tagen alleine im Gebirge unterwegs.


Meine Antwort:„Nöö, und das passt ausgezeichnet.“


Kurzes Schweigen.


Und zurück blieben zwei leicht irritierte Wanderinnen: Die eine verstand nicht, warum jemand freiwillig alleine wandert. Und ich verstand nicht, wie man das nicht geniessen kann.



Fazit zur Wanderung zum Oberblegisee


Die Wanderung zum Oberblegisee hat mich ehrlich überrascht. Nicht nur landschaftlich, sondern auch konditionell.


Der See selbst ist wunderschön gelegen, die Ruhe unterwegs tat unglaublich gut und die Mischung aus Alpwiesen, Bergen und Bergsee hat einfach etwas.


Aber: Diese Geschichte von wegen „meist eben“? Die möchte ich bitte nochmals unabhängig überprüfen lassen.


Würde ich die Wanderung nochmals machen? Definitiv.


Dann allerdings mit dem richtigen Weg bei der Bächibeiz. Man muss ja nicht jeden Fehler zweimal mit voller Überzeugung durchziehen.


Wobei… wahrscheinlich würde ich beim nächsten Mal trotzdem wieder kurz überlegen, ob der breite Weg nicht doch besser aussieht 😅



Corinna



Das Nötigste – bevor es wieder bergauf geht


💭 Erwartung vs. Realität:

„Meist eben“ gelesen. Tatsächlich erlebt: ein mehrstufiges Missverständnis mit alpinem Charakter.


🥾 Beste Entscheidung des Tages:

Am See sitzen und so tun, als hätte genau dieser Moment den ganzen Aufstieg logisch gerechtfertigt.


😅 Schlechteste Entscheidung des Tages:

Der breite Weg bei der Bächibeiz. Wirkte vertrauenswürdig. War es nicht. Hat sich im Nachhinein nicht einmal entschuldigt.


🍰 Bächibeiz-Intermezzo:

Service freundlich, Quarkschnitte sehr überzeugend.

Mein gewählter Weg zum Oberblegisee weniger. Man kann nicht alles haben.


🧍‍♂️ Soziale Kontakte am Berg:

  • 1 Wanderer, der mir im Vorbeigehen die Wahrheit über Steigungen erklärte

  • = Badehosen-Bluffer, der die Kunst perfektioniert hat, im Trockenen vom Baden zu träumen

  • 1 Frauenwandergruppe, die kurz dachte, ich sei entweder mutig oder verloren (beides falsch, aber nachvollziehbar)


😌 Schlüsselstelle Oberblegisee:

Ankommen, hinsetzen, nichts sagen. Der Moment, in dem der See kurz so tut, als wäre der Weg dorthin eine gute Idee gewesen.


🧭 Fazit in einem Satz:

Sehr schöne Tour – sofern man bereit ist, kleinere Diskussionen mit Wegweisern, Höhenmetern und der eigenen Selbstüberschätzung zu führen.

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