Der Wasserturm auf dem Bruderholz – Basels schönste Aussicht, die fast niemand nutzt
- Corinna
- 1. März 2024
- 4 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 19. März
Ein Turm mitten im Grünen: Das Bruderholz als Rückzugsort
Wenn du in Basel einen Ort suchst, der dich gleichzeitig runterbringt und staunen lässt, dann solltest du genau hier hin: auf das Bruderholz.
Denn oben, zwischen Wiesen, alten Bäumen und dieser fast schon stillen Weite, steht ein Bauwerk, das mehr ist als nur ein technischer Zweckbau – der Wasserturm.
Ein Ort, der zeigt, wie gut es tut, einfach mal stehen zu bleiben, durchzuatmen und den Blick über die Stadt schweifen zu lassen.

Das Bruderholz – mehr als nur ein Hügel
Das Bruderholzquartier ist das südlichste Wohnviertel von Basel und hat seinen Namen vom gleichnamigen Hügel, der sich in 100 Metern Höhe vom Gundeliquartier in Basel über mehrere Kilometer bis ins Baselland zieht und sich entlang der Gemeinden Bottmingen, Therwil und Münchenstein bis nach Reinach erstreckt.
Vom Ackerland zum Wohnquartier: Die Geschichte des Bruderholz
BIs Anfang des 20. Jahrhunderts wurde das Bruderholz in erster Linie landwirtschaftlich genutzt, die Hänge hinunter zu den Gemeinden blieben jedoch bis heute bewaldet, da diese schwierig zu nutzen waren und sind.
Zum Glück kann ich da nur sagen, denn solltet ihr mal den Weg aufs Bruderholz finden, werdet ihr verstehen, was dessen Reiz ausmacht.
Im Sommer durch den kühlen Wald aufs sonnenbeschienene Plateau zu laufen ist einfach wunderbar. Ja ja, ihr merkt wohl: ich liebe das Bruderholz.

Warum Basel plötzlich einen Wasserturm brauchte
Anfangs der 1900er Jahre erstellte der Kanton Basel-Stadt einen Siedlungsplan fürs Bruderholz und als dann die ersten Häuser entstanden, musste auch die Wasserversorgung auf dem Hügel sichergestellt werden. Also musste ein Wasserturm her.
Kritik am Bau: Als der Heimatschutz nicht begeistert war
Wäre es damals nach dem Heimatschutz gegangen, würde der Wasserturm heute nicht so aussehen, wie er es tut: dieser befand nämlich, dass der Turm zu plump sei, zu viel Art Déco Elemente habe und zu wenig von den technischen Voraussetzungen, die so ein Turm erfüllen sollte, zeigen würde.
Die Architekten hinter dem Turm: Ernst und Paul Fischer
Dennoch wurde der Turm schliesslich nach den Entwürfen der Architekten Ernst und Paul Fischer erbaut.

Unsichtbar, aber zentral: Die Wasserreservoirs im Innern
Die 800 Kubikmeter Wasser fassenden Reservoirs des Turmes sind von aussen nicht ersichtlich und befinden sich im Unter- und Obergeschoss. Was aber ersichtlich ist, ist die Aussicht vom Turm. Für 1.- könnt ihr rauf, die Zugangszeiten sind allerdings beschränkt auf 8 - 17 Uhr.




164 Stufen später: Die Aussicht über Basel
Rund 164 Stufen gehts rauf zur Aussichtsplattform, von wo aus ihr eine fantastische Aussicht auf Basel und Umgebung habt.
Ich bin gar nicht so oft oben - vielleicht weil bereits der Weg dahin und die Umgebung ihren ganz eigenen Reiz haben.



Jahreszeiten auf dem Bruderholz: Immer wieder ein anderer Ort
Wenn im Frühling die Matten rund um den Turm blühen, diese in der Sommerhitze langsam verdorren und sich im Herbst auch verfärben, die ganzen majestätischen Bäume, welche im Wechsel der Jahreszeiten immer wieder ihren eigenen Reiz haben.
Alleine deswegen ist es für mich Erholung pur, wenn ich dort oben bin und meine Beine auf einer der vielen, vielen Bänke und Mauern strecken und die Ruhe und Aussicht geniessen kann.

Wenn Leben reinkommt: Feste, Zirkus und Begegnungen
Hin und wieder gibts auch Veranstaltungen rund um den Turm: so findet am 1. August das 1. August Fest statt (und nicht wie vielerorts bereits am 31.Juli) und auch der Quartierzirkus Bruderholz hält dort am Ende der Sommerferien seine Vorführungen ab.
Aber auch ohne Veranstaltung ist der Wasserturm jederzeit einen Ausflug wert, das versichere ich euch.

Fazit mit Augenzwinkern
Am Ende ist es eigentlich ganz einfach: Du kannst in Basel bleiben, unten im Trubel, im Alltag, im „ich sollte noch schnell…“ – oder du gehst hoch aufs Bruderholz.
Dort wartet kein Spektakel. Kein Insta-Hotspot. Kein „höher, schneller, weiter“.
Nur ein Wasserturm, ein paar Bänke, viel Himmel – und erstaunlich viel Ruhe für gerade mal einen Franken und 164 Stufen Einsatz.
Und vielleicht ist genau das der Trick: Dass man hier oben merkt, wie wenig es manchmal braucht, damit es sich ziemlich gut anfühlt.
Also ja – geh da hoch. Und wenn du oben angekommen bist, bleib einfach kurz sitzen.
Der Rest passiert von allein.
Corinna
Und zum Schluss ganz kurz:
💧 Wasserturm Bruderholz – Aussicht mit Geschichte
📍 Ort: Hoch oben auf dem Bruderholz, mitten im Grünen
📅 Baujahr: 1926 – trotz Kritik vom Heimatschutz ganz schön stattlich
🚶♀️ Aufstieg: 164 Stufen – die lohnen sich, versprochen👀
Aussicht: Basel, Hügel, Felder & Roche-Türme inklusive
🕗 Öffnungszeiten: 8 – 17 Uhr, Eintritt: 1 Franken
🌳 Drumherum: Wiesen, Bänke, Bäume & Ruhe pur
🎪 Specials: 1. August-Fest, Quartierzirkus & Dino-Wächter 🦕
❤️ Fazit: Ein Kleinod für alle, die Aussicht lieben und Stille suchen – mit einer Prise Nostalgie



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