Beeindruckendes Doshi Retreat auf dem Vitra Campus: Neues Architektur-Highlight in Weil am Rhein
- Corinna
- 9. Jan.
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 27. Feb.
Seit Oktober 2025 gibt es auf dem Vitra Campus in Weil am Rhein eine neue Sehenswürdigkeit: das Doshi Retreat. Das begehbare Kunstwerk erweitert das architektonische Ensemble nahe Basel um einen stillen, sinnlichen Ort – und ist bereits jetzt eines der spannendsten neuen Architektur-Highlights in Süddeutschland.

Architektur von Balkrishna Doshi: Sein letztes Werk ausserhalb Indiens
Entworfen wurde das Retreat von Balkrishna Doshi gemeinsam mit seiner Enkelin Khushnu Panthaki Hoof und ihrem Ehemann Sönke Hoof. Für Doshi war es ein besonderes Projekt: Es sollte sein erstes Werk ausserhalb Indiens werden und zugleich sein letztes – er verstarb 2023.
Die Form geht auf einen Traum zurück, in dem er zwei ineinander verschlungene Kobras sah. Dieses Bild wurde zur Grundlage der Architektur.

Bedeutung und Philosophie: Kundalini und die indischen Doshas
Der Name Doshi Retreat bezieht sich einerseits auf den Architekten selbst, andererseits stellt es Zusammenhänge zur indischen Philosophie dar. Doshi nahm unter anderem Bezug auf die Kundalini-Lehre und auf das ayurvedische Konzept der Doshas – Vata, Pitta und Kapha –, das unterschiedliche Energie- und Funktionsprinzipien beschreibt.
Diese Gedanken bilden den Hintergrund des Bauwerks, ohne sich in den Vordergrund zu drängeln. Denn der Grundgedanke des Werkes ist: jeder darf seine eigene Erfahrung damit machen.
Architektur erleben: Der Weg in die Stille
Beim Betreten bewegt man sich auf verschlungenen Wegen langsam abwärts. Je höher die Wände werden, desto dunkler wird der Raum und das Licht fällt nur noch gedämpft ein. Bei Sonnenschein reflektieren die Stahlwände warme Farbtöne. Aus dem Boden sind leise Gong- und Flötentöne zu hören. Man geht automatisch langsamer, hört hin und geniesst die Ruhe. Ich fand es sehr eindrücklich.


Der innere Raum: Messingdecke, Wasserlauf und Rückzug
Am Ende des Weges erreicht man einen kleinen Raum. Die Decke besteht aus gehämmertem Messing, links und rechts stehen simple Bänke, dahinter ein schmaler Wasserlauf. Spätestens hier merkt man, dass das Werk nicht nur betrachtet, sondern erlebt werden soll. Für die Einen mag dieser Ort eine spirituelle Bedeutung haben. Für die Anderen ist es schlicht ein ruhiger Moment innerhalb eines Museumsbesuchs.
Warum sich ein Besuch im Doshi Retreat lohnt
Vielleicht ist ein Besuch im Doshi Retreat genau deshalb so interessant: ob du nun etwas mit Spiritualität am Hut hast oder nicht, ein Besuch in diesem Kunstwerk hinterlässt Eindruck.





Was man auf dem Vitra Campus sonst noch sehen kann
Ein Besuch lohnt sich nicht nur wegen des Doshi Retreats. Der Vitra Campus zählt zu den bekanntesten Architekturarealen Europas.
Zu den Highlights gehören unter anderem:
das VitraHaus von Herzog & de Meuron
die Vitra Fire Station von Zaha Hadid
das Schaudepot
wechselnde Ausstellungen im Vitra Design Museum
Dazu kommen Gartenflächen, ein öffentlicher Spazierweg und – sofern geöffnet – die bekannte Rutschbahn.
Wer einen Architektur- und Kultur-Ausflug rund um Basel plant, kann den Besuch auf dem Vitra Campus ideal mit einem Abstecher in die Fondation Beyeler in Riehen bei Basel verbinden. Schaut euch dazu gerne meinen Beitrag Yayoi Kusama in der Fondation Beyeler Basel – Ausstellung, Eindrücke & persönliche Gedanken an.


Der Vitrahauptbau, die Aussenräume und der Garten aber ebenso das Doshi Retreat sind gratis und ihr könnt sie gemäss Öffnungszeiten frei betreten. Die wechselnden Ausstellungen im Vitra Design Museum und für das Schaudepot hingegen braucht ihr ein Billet.
Ich wünsche euch einen entspannten, inspirierenden Besuch auf dem Vitra Campus – und vielleicht einen stillen Moment im Doshi Retreat.
Corinna
✨Doshi Retreat – klein, ruhig, überraschend eindrücklich
📍 Wo?
Auf dem Vitra Campus in Weil am Rhein – zwischen Design-Ikonen und Architektur-Highlights.
🗓 Seit wann?
Oktober 2025. Also noch ziemlich neu – und definitiv einen Abstecher wert.
👤 Von wem?
Von Balkrishna Doshi mit Khushnu Panthaki Hoof und Sönke Hoof. Sein erstes Werk ausserhalb Indiens – und zugleich sein letztes.
🏗 Was ist es?
Ein begehbares Kunstwerk aus Stahl, das bewusst rostet. Ja, wirklich. Patina als Teil des Konzepts. Vergänglichkeit zum Anfassen.
🌿 Atmosphäre?
Verschlungene Wege nach unten
Gedämpftes Licht
Leise Gong- und Flötentöne
Ein kleiner Raum mit Messingdecke, Bänken und Wasserlauf
Man wird automatisch langsamer. Und leiser.
💭 Meine Erfahrung:
Ich wollte „kurz reinschauen“ – und blieb deutlich länger. Es ist einer dieser Orte, die man nicht einfach besichtigt, sondern erlebt.
💸 Gut zu wissen:
Das Retreat, die Aussenräume und der Garten sind gratis zugänglich.Für Ausstellungen im Vitra Design Museum und im Schaudepot braucht ihr ein Ticket.
🔎 Mehr Infos zu Öffnungszeiten, Ausstellungen & Tickets:www.vitra.com
Kurz gesagt:Kein lautes Spektakel. Sondern ein stiller Moment – mitten im Design-Kosmos.



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