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Beeindruckendes Doshi Retreat auf dem Vitra Campus


Seit Oktober 2025 gehört zum Vitra Campus eine weitere Station: das Doshi Retreat. Es handelt sich um ein begehbares und akustisch erfahrbares Kunstwerk aus geschmiedetem Stahl, dessen Oberfläche sich mit der Zeit sichtbar verändert. Rost und Patina sind Teil des Konzepts und machen deutlich, dass dieses Bauwerk nicht für ewig gedacht ist.


Retreat mir Sitzgelegenheit.
Retreat mir Sitzgelegenheit.

Entworfen wurde das Retreat von Balkrishna Doshi gemeinsam mit seiner Enkelin Khushnu Panthaki Hoof und ihrem Ehemann Sönke Hoof. Für Doshi war es ein besonderes Projekt: Es sollte sein erstes Werk ausserhalb Indiens werden und zugleich sein letztes – er verstarb 2023. Die Form geht auf einen Traum zurück, in dem er zwei ineinander verschlungene Kobras sah. Dieses Bild wurde zur Grundlage der Architektur.


Hier könnt ihr das Ende der verschlungenen Wege sehen.
Hier könnt ihr das Ende der verschlungenen Wege sehen.

Der Name Doshi Retreat bezieht sich einerseits auf den Architekten selbst, andererseits stellt es Zusammenhänge zur indischen Philosophie dar. Doshi nahm unter anderem Bezug auf die Kundalini-Lehre und auf das ayurvedische Konzept der Doshas – Vata, Pitta und Kapha –, das unterschiedliche Energie- und Funktionsprinzipien beschreibt. Diese Gedanken bilden den Hintergrund des Bauwerks, ohne sich in den Vordergrund zu drängeln. Denn der Grundgedanke des Werkes ist: jeder darf seine eigene Erfahrung damit machen.


Beim Betreten bewegt man sich auf verschlungenen Wegen langsam abwärts. Je höher die Wände werden, desto dunkler wird der Raum und das Licht fällt nur noch gedämpft ein. Bei Sonnenschein reflektieren die Stahlwände warme Farbtöne. Aus dem Boden sind leise Gong- und Flötentöne zu hören. Man geht automatisch langsamer, hört hin und geniesst die Ruhe. Ich fand es sehr eindrücklich.



Eingang zum Raum...
Eingang zum Raum...
...und der Raum selbst.
...und der Raum selbst.

Am Ende des Weges erreicht man einen kleinen Raum. Die Decke besteht aus gehämmertem Messing, links und rechts stehen simple Bänke, dahinter ein schmaler Wasserlauf. Spätestens hier merkt man, dass das Werk nicht nur betrachtet, sondern erlebt werden soll. Für die Einen mag dieser Ort eine spirituelle Bedeutung haben. Für die Anderen ist es schlicht ein ruhiger Moment innerhalb eines Museumsbesuchs.


Vielleicht ist ein Besuch im Doshi Retreat genau deshalb so interessant: ob du nun etwas mit Spiritualität am Hut hast oder nicht, ein Besuch in diesem Kunstwerk hinterlässt Eindruck.


Das Vitrahaus...bei meinem Besuch leider eingerüstet...
Das Vitrahaus...bei meinem Besuch leider eingerüstet...

Rundgang im Haupthaus.
Rundgang im Haupthaus.


Aussicht...
Aussicht...
...und Wohngestaltung.
...und Wohngestaltung.
Ausblick vom Haupthaus auf Garten und Gelände.
Ausblick vom Haupthaus auf Garten und Gelände.

Bei einem Besuch auf dem Vitra Campus könnt ihr aber noch weit mehr als das Doshi Retreat erkunden. So auch die Vitra Haus-Bauten von Herzog & de Meuron, die Vitra-Fire Station von Zaha Hadid oder das Schaudepot von Herzog & de Meuron, in dem Teile der Design-Sammlung gezeigt werden. Ausserdem gibt es Gartenflächen, einen öffentlichen Spazierweg und immer wieder wechselnde Ausstellungen im Vitra Design Museum. Nicht zu vergessen die grandiose Rutschbahn, die aber leider im Winter geschlossen ist.


Ausstellung im Schaudepot.
Ausstellung im Schaudepot.

Tipp: unbedingt auf die Rutschbahn gehen, sofern geöffnet.
Tipp: unbedingt auf die Rutschbahn gehen, sofern geöffnet.

Der Vitrahauptbau, die Aussenräume und der Garten aber ebenso das Doshi Retreat sind gratis und ihr könnt sie gemäss Öffnungszeiten frei betreten. Die wechselnden Ausstellungen im Vitra Design Museum und für das Schaudepot hingegen braucht ihr ein Billet. Mehr Informationen findet ihr unter: www.vitra.com


Ich wünsche euch einen entspannten, inspirierenden Besuch auf dem Vitra Campus – und vielleicht einen stillen Moment im Doshi Retreat.


Corinna



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