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Brew Monk: mein zweiter, dritter und vierter Versuch damit, ein Bier zu brauen

  • Corinna
  • 10. Sept. 2021
  • 6 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 14. März


Vom Frust zur ersten gelungenen Biercharge


Tja Leute, falls ihr meinen letzten Beitrag über den Brew Monk gelesen habt, wisst ihr bestimmt noch, wieviel bei dieser Premiere schief gelaufen ist. Hier gehts zum Artikel: Bier brauen mit dem Brew Monk


Aber so schnell geb ich nicht auf, also plante ich den einen Tag ein, an welchem mir meine Schwägerin zu Hilfe kommen wollte.


Doch bis dahin war es ein ziemlich weiter Weg.


Das Ergebnis meines dritten Braugangs mit dem Brew Monk...Schaum, Farbe, Geschmack: alles da! :-)
Das Ergebnis meines dritten Braugangs mit dem Brew Monk...Schaum, Farbe, Geschmack: alles da! :-)


Warum mein Braugerät ständig abschaltete


Doch bevor es soweit war, stand ja noch der Gang zum Elektriker an. Ihr erinnert euch vielleicht?


Das Gerät schaltete beim Hopfenkochen ständig ab und nichts ging mehr.


Mein Sohn erklärte mir händeringend, dass ich für dieses Gerät eine Starkstromsteckdose benötige, da die normale Buchse gar keine Leistung von 3000 Watt liefern kann.


Also gings erst mit dem Sohn in den Keller, respektive Garage und siehe da! Genau vor meinen Augen hing diese Buchse. Also nichts wie ran mit dem Brautopf, Stecker rein (diesmal ohne Adapter!) ...und nichts tat sich.


Das Gerät machte keinen Wank. So ein Mist, dachte ich bei mir. Entweder hab ich das Gerät schon geschrottet oder mit der Buchse stimmt was nicht.


Also das Gerät wieder abgehängt und an eine normale Dose angehängt, und ja...diesmal wieder mit dem Adapter. Und siehe da: ein wohlklingendes ,Pling‘ ertönte und machte klar: 👉 der Brautopf funktioniert noch. Na dann ..



Die Steckdose sah gut aus – hatte aber keinen Strom


So ging ich gleich am Montag zum Elektriker und erklärte ihm das Problem.


Der stand recht entspannt am Tresen und meinte nach meiner Beschreibung: „Jaja, da haben sie einen Stecker für die Starkstromsteckdose , sieht man ja...“


Ah ja?...dachte ich bei mir...also ich sah das nicht, ausser dass der Stecker des Brew Monk nur mit einem Adapter in die normale Steckdose passte.


Aber schliesslich bin ich kein Elektriker. Ich weiss nur:


  • Strom kommt aus der Dose

  • manchmal auch nicht

  • und für den Brew Monk braucht es offenbar mehr Strom


Schliesslich vereinbarten wir einen Termin, damit endlich der Strom durch diese eine Stromdose fliessen kann und ich endlich zu meinem Bier kommen würde.



Eingemaischt ist, nun kann das läutern beginnen...
Eingemaischt ist, nun kann das läutern beginnen...


Grosse Überraschung in der Garage: Eine Steckdose ohne Anschluss


Endlich war es soweit: der Elektriker stand vor der Tür und kurz darauf in der Garage.


Ich zeigte mit der Hand auf den benötigten Anschluss und meinte noch zu ihm: „Rufen Sie einfach, wenn was ist.“


Doch kaum hatte ich mich umgedreht, als ich schon meinen wohlklingenden Namen aus seinem Munde hörte.


„Ha, da haben wir die Ursache!“ und fuchtelte mit der Hand rum...also nicht nur mit der Hand, sondern auch mit einer Leitung.


„Die Dose hängt zwar an der Wand, hat aber keinen Anschluss.“ Aha...da muss man ja auch erst mal draufkommen.



Neue Sicherung nötig


So, das Problem war nun erkannt – aber noch nicht gelöst.


Um die Buchse anzuschliessen musste der Elektriker:


  • eine neue Sicherung

  • im Sicherungskasten

  • installieren


Das Teil musste aber erst bestellt werden. Zwei Tage später war es soweit:


  • Sicherung montiert

  • Dose funktionierte

  • Rechnung kam natürlich auch gleich


Billig wars nicht – soviel sei schon mal verraten.


Aber was tut man nicht alles, um endlich sein eigenes Bier zu brauen.



Motivation, Maische und… wieder Frust


Nun war es also soweit.


An einem Freitag stand der zweite Brauversuch in den Startlöchern – ebenso meine Schwägerin und ich.


Voll motiviert machten wir uns ans Werk:


  • einmaischen

  • mit der grossen Kelle rühren

  • erste Läuterung starten


Ich dachte schon: „So einfach kanns gehen.“


Doch dann: Zack!


Das Gerät schaltete wieder aus.


Wir standen beide ratlos davor und ich fing an zu fluchen.


Der Support konnte zunächst nicht helfen


Nach einigem Hin und Her rief ich im Geschäft an und erklärte das Problem.


Die nette Dame am Telefon konnte mir leider nicht weiterhelfen, versprach aber:


👉 Das Anliegen weiterzugeben

👉 und einen Rückruf zu organisieren


Also warteten wir.


  • eine Stunde

  • dann noch eine

  • dann wurde es Abend


Meine Schwägerin verabschiedete sich mittlerweile. Warten konnte ich ja auch alleine. Und das tat ich dann auch. Ich wartete und wartete.


Schliesslich schloss das Geschäft – und ich war wieder am gleichen Punkt wie zuvor:

Die Maische und der Sud mussten entsorgt werden.


Es war der pure Frust.

Läutervorgang Nummer eins, zwei und drei...mit viel Geduld gehts voran.
Läutervorgang Nummer eins, zwei und drei...mit viel Geduld gehts voran.


Der entscheidende Anruf und endlich eine hilfreiche Erklärung


Am Montag kam er dann endlich: Der versprochene Rückruf.


Ich wusste nicht so recht, ob ich:


  • sauer sein sollte

  • oder froh, dass er überhaupt kam


Aber es wurde ein sehr aufschlussreiches Gespräch.


Der Mitarbeiter hatte sich nämlich an den Lieferanten des Brew Monk gewandt und dort mein Problem geschildert.


Dabei stellte sich heraus:


👉 Ein anderer Kunde hatte genau das gleiche Problem.


Der wichtigste Tipp: Die richtige Wattzahl


Der entscheidende Punkt war die Leistungseinstellung des Geräts.


Der Mitarbeiter erklärte mir folgende Vorgehensweise:


Empfohlene Watt-Einstellungen:

  • 3000 Watt → Wasser aufheizen

  • 700 Watt → Einmaischen

  • danach schrittweise erhöhen bei den Läutervorgängen

  • ca. 1200 Watt → Hopfenkochen


Sein wichtigster Rat war aber:

„Lerne dein Gerät kennen und teste, wie hoch du gehen kannst.“

Er ermunterte mich auch, dran zu bleiben – selbst wenn beim einen oder anderen Bier nicht gleich alles klappt.



Der dritte Brautag: Endlich funktioniert alles


Dieser Tipp motivierte mich so sehr, dass ich sofort neues Braugut bestellte.


Diesmal für ein: Belgian Wit. Und was soll ich sagen: 👉 Es lief hervorragend.


Mein Ablauf:


  • Wasser aufheizen mit 3000 Watt

  • Einmaischen bei 700 Watt

  • danach Wattzahl langsam erhöhen

  • Hopfenkochen bei 1200 Watt


Alles lief reibungslos.


Endlich konnte ich den Sud in den Gärbottich füllen.


Mein erstes Belgian Wit: spritzig und fruchtig...sehr gut gekühlt ist es unglaublich erfrischend.
Mein erstes Belgian Wit: spritzig und fruchtig...sehr gut gekühlt ist es unglaublich erfrischend.


Kleine Änderungen beim Brauen: Mehr Wasser beim Einmaischen

Ich habe noch eine Sache verändert.


Im Rezept standen:

12 – 14 Liter Wasser


Ich nahm stattdessen:

20 Liter


Der Grund:

  • Das Malzrohr ist höher als der Pfannenboden

  • Ich wollte genügend Wasser im Rohr haben


Läutern und Hopfenkochen


Beim Abläutern nahm ich dann nur noch: 4 Liter Wasser. So kam ich nach dem Hopfenkochen wieder auf ungefähr: 👉 20 Liter Würze



Hopfen und Filtern


Den Hopfen habe ich nach Rezept im Hopfensäckli mitgekocht.


Der Vorteil:

  • Die Würze konnte problemlos

  • durch den Bazooka Filter

  • direkt in den Gäreimer laufen.


Abkühlen über Nacht


Eine weitere Änderung: Ich habe die Würze über Nacht abkühlen lassen.


Erst am nächsten Tag habe ich:

👉 die vorbereitete Hefe untergerührt.



Zwei Biere im Keller


Nachdem der dritte Versuch so gut geklappt hatte, gab es gleich noch einen vierten Brautag mit einem Schweizer Lagerbier. Und auch dieser funktionierte tadellos.


Aktueller Stand:

  • 🍺 Belgian Wit – bereits gereift und richtig gut geworden

  • 🍺 Schweizer Lager – noch in der Flaschengärung


Aber es sieht gut aus. Verdammt gut 😋


So Leute, ich mach jetzt mal Schluss, natürlich gäbe es noch viel mehr übers Brauen, Gären, die Hefe und und und zu erzählen. Das würde auch den einen oder anderen Artikel erklären, der vielleicht noch folgt. Wir werden sehen.


Aber jetzt lasse ich mir erst mal mein erstes Wit schmecken. Bis bald


Corinna


🍻 Fazit:

Zwischen Starkstrom, Sud und Sturheit – Brauen will gelernt sein


Also, was hab ich gelernt?


  • Eine Steckdose an der Wand bedeutet noch lange nicht, dass auch Strom drin ist.

  • Der Brew Monk hat so seine Eigenheiten – man könnte fast sagen, er ist die Diva unter den Braugeräten.

  • Wer Bier will, braucht Geduld. Und eine gewisse Leidensfähigkeit. Und eventuell einen Elektriker, der seine Leitungen im Griff hat.


Aber hey – ich hab’s durchgezogen. Von „Pling“ bis „Prost“ war’s ein weiter Weg.


Der dritte Brautag war der Wendepunkt:

  • plötzlich ging alles wie am Schnürchen

  • die Wattzahlen stimmten

  • der Hopfen blubberte zufrieden vor sich hin

  • und ich stand da mit einem zufriedenen Grinsen und einem Bier, das tatsächlich schmeckte, wie es sollte.

  • Und: Ich hab sogar schon zwei Biere auf Lager. Der Kühlschrank füllt sich – und mein Herz gleich mit. ❤️


An alle Neubrauer*innen da draussen: Gebt nicht auf! Der Weg vom Malz zum Meisterwerk ist gepflastert mit Rückschlägen, Schaltkreisen und hopfigem Halbwissen. Aber glaubt mir – der Moment, in dem euer erstes selbstgebrautes Bier aus dem Glas perlt und ihr euch denkt „Verdammt, ich hab das wirklich hingekriegt!“ – ist unbezahlbar.


Und wenn’s doch mal wieder schiefläuft… denkt einfach dran: Auch ein Lager braucht Zeit. Und ein Brautopf manchmal Strom. Viel Strom.



In diesem Sinne: Prost auf alle, die nicht aufgeben – und auf das nächste Bier, das garantiert noch besser wird. 🍺😄


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