Furkapass erleben: Hotel Belvédère, James Bond & der schmelzende Rhonegletscher
Aktualisiert: 7. Aug.
Furkapass erleben – zwischen Alpenpanorama, Geschichte und Gletscherschwund
📍 Ort: Furkapass zwischen Uri und Wallis, Schweiz
Anreise: Über die Passstrasse von Realp oder Gletsch (nur im Sommer geöffnet, je nach Schneelage meist Juni bis Oktober)
Highlight: Hotel Belvédère – legendäres Wahrzeichen am Furkapass und bekannt aus dem James-Bond-Film Goldfinger
Naturerlebnis: Rhonegletscher mit begehbarer Gletschergrotte
Besonders beeindruckend:
spektakuläre Passlandschaft
Blick ins Rhonetal
historische Hotelkulissen
sichtbarer Wandel durch den Gletscherrückgang
Kombinierbar mit Wanderungen:
Region entdecken:
Alle Wanderungen und Ausflüge rund um Grimsel und Furka findest du in meiner Übersicht:👉 Grimsel-Furka-Wandergebiet
Meine Umwege führen mich immer wieder über den Furkapass

Wie ihr vielleicht wisst, liebe ich es, Umwege zu fahren, wenn ich mit dem Auto unterwegs bin und keinen Zeitdruck habe.
Warum sollte man auch den direkten Weg nehmen, wenn links und rechts eine ganze Welt darauf wartet, entdeckt zu werden?
Besonders häufig ergeben sich solche Umwege, wenn ich meine Mutter im Wallis besuche. Auf dem Heimweg nach Basel gibt es nämlich mehrere Möglichkeiten:
Über den Grimselpass? Immer eine gute Idee.
Über Montreux? Auch nicht gerade eine Strafe.
Oder eben über den Furkapass?
Nun, wenn ein Pass so aussieht wie der Furka, fällt die Entscheidung nicht wirklich schwer.
Es ist schon eine Weile her, seit ich diese Strecke gefahren bin. Einer der Gründe: Der Furkapass macht im Winter eine Pause. Und zwar nicht im Sinne von „ein bisschen weniger Betrieb“, sondern richtig: Schneesperre.
Geplant ist die Wiedereröffnung jeweils rund um Pfingsten – natürlich abhängig davon, ob der Winter irgendwann beschlossen hat, wirklich zu gehen.
Hotel Belvédère am Furkapass – James Bond, Nostalgie und eine bewegte Geschichte

Wohl kaum ein Gebäude steht so sinnbildlich für den Furkapass wie das Hotel Belvédère.
Wie eine kleine Festung thront es oberhalb der Passstrasse und wirkt fast so, als hätte jemand beschlossen:
„Hier bauen wir ein Hotel hin – und zwar genau dort, wo jeder vorbeifahren muss.“
Und tatsächlich wurde das Belvédère weltberühmt.
Der Grund dafür trägt einen Namen: James Bond.
Im Film Goldfinger (1964) mit Sean Connery wurde das Hotel und die Umgebung als Filmkulisse verewigt. Seitdem gehört es für viele Besucher einfach zum Furkapass dazu.
Doch die Geschichte des Hotels begann lange vor Hollywood.
Eröffnet wurde das Belvédère bereits 1882 – in einer Zeit, in der die Schweizer Alpen gerade vom Abenteuergebiet der Pioniere zum Sehnsuchtsort der wohlhabenden Reisenden wurden.
Das Hotel stand für das goldene Zeitalter der Schweizer Hotellerie.
Vom Glanz der Belle Époque zum stillen Verfall
Seine besten Zeiten erlebte das Hotel bis Anfang des 20. Jahrhunderts.
Dann kam der Erste Weltkrieg.
Der internationale Tourismus brach ein und die grossen Zeiten der Alpenhotellerie gerieten ins Wanken.
Mit viel Mühe versuchten die Besitzer in den Jahren danach, den alten Glanz zurückzubringen. Doch kaum zeichnete sich eine Erholung ab, folgte bereits der Zweite Weltkrieg.
Wieder blieb der Tourismus aus.
Später gab es nochmals Versuche, das Hotel neu zu beleben. Doch die Zeiten hatten sich verändert.
Die Menschen kamen nun bequem mit dem Auto über den Pass, die Ansprüche an Hotels wandelten sich und geeignetes Personal für ein abgelegenes Berghotel mitten in den Alpen zu finden, wurde immer schwieriger.
2015 schlossen sich die Türen des Hotel Belvédère endgültig.
Ob es irgendwann nochmals eröffnet wird?
Die Hoffnung darauf ist ungefähr so gross wie der Rhonegletscher daneben.
Man könnte sagen: Beides wird kleiner.
Rhonegletscher am Furkapass & Gletschergrotte – Sommer draussen, Winter drinnen


Direkt beim Rhonegletscher befindet sich die berühmte Gletschergrotte. Jedes Jahr wird ein neuer Zugang ins Eis geschlagen – und damit ist sie wohl eine der ungewöhnlichsten Sommerattraktionen der Schweiz. Draussen kann es 25 Grad haben, drinnen wartet eine ziemlich überzeugende natürliche Klimaanlage.
Wenn man alte Bilder sieht, ist es schwer vorstellbar, wie weit dieser Gletscher früher ins Tal reichte. Anfang des 20. Jahrhunderts zog sich das Eis noch hinunter bis nach Gletsch, wo damals Hotels für die gut betuchte Gesellschaft entstanden.
Man reiste hierher, weil ein Gletscher damals noch etwas Exotisches, Abenteuerliches und ziemlich Spektakuläres war.
Heute ist der Anblick ein anderer.
Der Gletscher ist deutlich zurückgegangen und erinnert daran, dass Landschaften eben nicht so bleiben, wie wir sie gerne hätten.
Auch wenn der Gedanke etwas traurig macht: Faszinierend ist dieser Ort trotzdem.
Denn selbst ein kleiner werdender Gletscher ist noch ein Gletscher.
Und ehrlich gesagt: Wenn man davorsteht, wirkt er immer noch ziemlich gewaltig.
Gletsch – klein, verschlafen und trotzdem voller Geschichten

Gletsch ist einer dieser Orte, bei denen man zuerst denkt:
„War das jetzt schon alles?“
Und dann merkt man: Nein.
Gerade Gletsch ist interessanter, als es aussieht. Denn hier treffen zwei berühmte Alpenpässe aufeinander: der Furkapass und der Grimselpass.
Früher war Gletsch ein wichtiger Zwischenhalt für Reisende. Heute ist der Ort definitiv ruhiger geworden.
Dazu gehört auch die kleine anglikanische Kapelle, die etwas versteckt in Gletsch steht. Bei schönem Wetter wirkt sie geradezu einladend und friedlich. Bei meinem Besuch im herbstlichen Regen hatte sie allerdings etwas ziemlich Gespenstisches an sich.


Im Winter verschwindet Gletsch praktisch aus dem Alltag. Nicht im übertragenen Sinn.
Sondern wirklich. Schnee drauf, Türen zu, bis nächstes Jahr.
Der Weg über den Furkapass – Umwege sind meine Spezialität


Ich liebe es, über Pässe zu fahren. Nicht nur um des Autofahrens willen, sondern weil jeder Pass seine eigene Schönheit und ureigene Stimmung ausstrahlt.
Und natürlich, weil ich im Sommer die angenehmen Temperaturen auf den Pässen mehr als zu schätzen weiss.
Diese wunderbare Landschaft begleitete mich auch auf dem Weg über den Furka. Und wie so oft bei solchen Fahrten war der Plan eigentlich ganz einfach: heimfahren.
Tja.
Dann kommt eine Kurve, dahinter ein Bergpanorama – und schon ist der nächste Fotostopp fällig. Der direkte Weg wäre schneller gewesen. Aber wer will schon immer schnell nach Hause?
Nun, da mich mein Hund nicht mehr begleitet, habe ich mir vorgenommen, dieses Jahr den ein oder anderen Pass zu befahren und die Naturschönheiten (und Temperaturen!) dieser Pässe zu geniessen.
Aber davon werde ich euch bestimmt berichten.
Noch ein kleiner Umweg in der Region
Wenn ihr schon in der Grimsel-Furka-Region unterwegs seid: Macht ruhig noch einen kleinen Abstecher zum Totensee am Grimselpass – ein See mit überraschender Geschichte.
Der Name klingt ja erst einmal nicht gerade nach Badeferien und Sonnenliege. 😉 Aber hinter dem ungewöhnlichen Namen steckt eine spannende Geschichte, die zeigt: In den Alpen hat fast jeder Ort mehr zu erzählen, als man auf den ersten Blick vermutet.
Fazit: Der Furkapass kann auch anders
Die meisten kennen den Furkapass bei blauem Himmel und strahlendem Sonnenschein.
Ich kenne aber auch seine schlechten Tage.
Nebel um das Hotel Belvédère, Regen auf der Passstrasse, kaum Menschen und eine Landschaft, die plötzlich fast mystisch und ein bisschen unheimlich wirkt.
Und Richtung Kanton Uri wurde es bei Regen nicht weniger spektakulär.


Keine Postkartenkulisse also. Eher Alpenfilm mit leichtem Gruselfaktor.
Und genau deshalb liebe ich den Furkapass.
Er muss nicht immer schön sein. Manchmal darf er auch wild, leer und ein bisschen unheimlich sein.
Ich würde jedenfalls jederzeit wieder einen Umweg über den Furka machen – bei Sonnenschein genauso wie bei Schmuddelwetter.
Corinna
🏔️ Furkapass & Hotel Belvédère – Wo Nostalgie auf Gletscherschwund trifft
🚗 Fahrbar:
Nur Sommer! (meist Pfingsten – Oktober)
❄️ Winterpause:
Kein Witz – dann ist hier wirklich Ende Gelände
🏨 Hotel Belvédère:
Eröffnet: 1882
Berühmt durch: James Bond – Goldfinger (1964)
Status: Seit 2015 dauerhaft geschlossen 😢
Lage: Wie eine Festung mit Aussicht – und etwas Melancholie
Hoffnung auf Wiedereröffnung? Eher wie der Gletscher: schmilzt dahin
🧊 Rhonegletscher:
Früher: Reichte bis ins Tal nach Gletsch
Heute: Ein trauriges, aber faszinierendes Häuflein Eis
Aber: Immer noch eine begehbare Gletschergrotte direkt beim Belvédère! (Spoiler: kühl & blau – wie ein Instagram-Filter live)
🏘️ Gletsch:
Mini-Ort an der Passkreuzung Grimsel-Furka
Nur im Sommer bewohnt
Beste Aussicht: Vom Take-Away mit Terrasse (nur offen, wenn auch die Sonne scheint – und der Pass)
🎥 Filmfakt:
Der Pass mit dem Belvédère wurde weltberühmt dank James Bond. Aber keine Sorge: Du brauchst keinen Smoking und auch keinen Aston Martin – eine Windjacke, ein voller Tank und mein leicht verbeulter Dacia reichen völlig. 😉
💡 Fun Facts:
Die Gegend sieht aus wie Filmkulisse – ist aber echt.
Hier oben kann’s auch im Juli kühl sein – ideal, wenn du Sommerhitze hasst und Murmeltiere magst.
Du bist nie ganz allein – selbst ohne Touris gibt’s: Kühe, Kehren und krasse Ausblicke.
🧭 Tipp:
Navi? Klar. Aber Umweg-Fans wie ich wissen: Der Weg ist hier echt das Ziel.



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