Samstagsmarkt in Domodossola – 170 Stände, italienische Spezialitäten und eine besondere Mortadella
- Corinna
- 23. Sept. 2022
- 6 Min. Lesezeit
Aktualisiert: vor 2 Tagen
Der Samstagsmarkt in Domodossola gehört zu den beliebtesten Märkten im Norden Italiens. Rund 170 Stände verteilen sich durch die Altstadt und bieten alles von Lederwaren über Kleidung bis zu Käse, Salami und regionalen Spezialitäten.
Wir haben den Markt auf unserem Ausflug über den Simplonpass besucht – und dabei nicht nur kulinarische Schätze entdeckt, sondern auch eine Kindheitserinnerung wiedergefunden.
Domodossola – Italienisches Flair im Ossola-Tal
Domodossola liegt im Ossola-Tal auf der Route vom Simplonpass zum Lago Maggiore – umgeben von einer beeindruckenden alpinen Kulisse.
Die bunten Häuser wirken oft etwas abgenutzt. Plastikdächer über den Balkonen, Plastikstühle vor den Cafés, kleine Terrassen mit Blick auf die Gassen – für mich ist das unverkennbar Italien.

Parkplatzsuche in Domodossola – mit italienischer Überraschung
Doch bevor wir auf den Markt konnten, mussten wir ja erst einen Parkplatz finden. Diesen fanden wir in einem in die Jahre gekommenen, dunklen und engen Parkhaus. Da dieses auch noch ziemlich klein war, waren bereits alle Plätze besetzt.
Doch just in diesem Moment verliess ein Fahrer das Parkhaus und vor uns tat sich die einzige Lücke auf. Gut gelaunt stiegen wir aus dem Auto und machten uns erst mal schlau, wo und wieviel wir für den Platz bezahlen sollten.
Doch vor dem Ticketautomaten stand bereits ein französisch sprechendes Paar, das ratlos wirkte. Als wir kamen, machten sie uns Platz und ich versuchte im Halbdunkel das kaum leserliche italienisch zu entziffern und bereute es einmal mehr, dass ich meine Lesebrille nicht dabei hatte. Und eins kann ich euch sagen: ich hab das schon manches mal bereut...
Nun, da ich nichts lesen konnte, warfen wir einfach mal ein paar Münzen in den Schlitz, denn so schwer konnte es ja nicht sein, an ein Ticket zu kommen. Und Tadaa...flatterte das Ticket schon aus dem Automaten.
Doch kaum hielten wir das Stückchen Papier in der Hand, hielt ein Italiener neben uns und streckte uns sein Ticket entgegen mit der Bemerkung, dass dieses noch eine Stunde gültig sei. Ob wir es haben wollten? Äh, nein, jetzt nicht mehr...aber ob wir es an die Franzosen weitergeben könnten? Ein Kopfnicken seinerseits, ein strahlendes 'Sì, sì!' und schon landete das Ticket erst in meiner, dann in den Händen der Franzosen. Mit einem fröhlichen 'Ciao!' brauste er davon und die Franzosen verliessen erleichtert das Parkhaus.
Durch die Gassen der Altstadt zum Markt
So, endlich konnten wir uns auf wen Weg machen. Durch hübsche Gässchen und Gassen liefen wir gemütlich in die Altstadt und genossen 'Italianità'.


Der Samstagsmarkt von Domodossola
Kurz nach 10 Uhr waren wir schliesslich auf dem Markt. Die Stände lockten das Publikum, das um diese Zeit noch nicht so zahlreich durch die Gassen strömte, so dass wir genug Platz und Muse hatten, die Stände zu durchstöbern. Bereits zwei Stunden später bot sich ein ganz anderes Bild: die Gassen waren voll und an den Ständen musste man sich hinten anstellen, bevor man etwas zu Gesicht bekam.
170 Marktstände voller italienischer Spezialitäten
Verteilt in der Altstadt von Domodossola, um das Rathaus und bis zum Bahnhof hinunter bot sich ein vielfältiges Angebot. Bereits der erste Stand war einen Stop wert und die Taschen wurden genauer unter die Lupe genommen.



Während die Stände mit Lederwaren, Kleidung, Kunsthandwerk, Stoffen und anderem bunt gemischt in den Gassen standen, waren sämtliche Lebensmittelstände rund um einen kleinen Platz gruppiert. Auch hier war die Auswahl gross und vieles wurde zur Degustation angeboten.






Cappuccino, Brioche und Aperitivo um 11 Uhr
Schliesslich brauchten wir eine Pause und während wir brav auf unsere Cappuccinos und Brioches, respektive Sandwiches warteten, prosteten sich die Italiener bereits um 11 Uhr an der Theke des Café fröhlich mit einem Apperitivo zu .
Auf der Suche nach meiner Mortadella di Fegato
Nach gutem italienischen Cappuccino machten wir uns erneut auf den Weg zum Markt, genauer zu den Essständen. Beladen mit Salami, Käse und Ravioli schlenderten wir durch die Menge und ich...ja ich suchte immer noch was ganz Bestimmtes. Und zwar das, was mir seit Kindheit in Erinnerung blieb.
Ein Stück Kindheit auf dem Markt von Domodossola
Das letzte mal habe ich euch ja erzählt, dass ich mich nur vage an den Markt von Domodossola erinnern konnte. Als Kinder waren wir immer wieder mal mit den Eltern dort. Auch wenn ich nicht mehr alles von damals weiss, kann ich mich an die vielen Stände mit Kleidern, Lederwaren, Spielsachen und Lebensmittel erinnern.
Aber vor alles eines ist mir im Gedächtnis geblieben. Eine Salami, die wir nur in Italien kaufen konnten. Und die ich fürs Leben gerne ass. Viele Jahre später stiess ich bei meinen Aufenthalten in Norditalien schliesslich per Zufall wieder auf diese Salami, nur...war das eben keine Salami.
Es stellte sich heraus, dass es eine Mortadella di Fegato war. Ich hab mich so darüber gefreut, dass diese Mortadella von da an immer zu einem Italienaufenthalt gehörte. Ohne diese Mortadella fehlte mir dort einfach was.


Doch es kam, wie es einmal kommen musste. Die regelmässigen Aufenthalte in Italien gehörten irgendwann der Vergangenheit an, ebenso die Mortadella. Aber sie geriet nie in Vergessenheit. Nie!
Kleine Entdeckungen in den Gassen von Domodossola
Als wir über den Markt schlenderten, suchte ich vergeblich nach ihr. Doch wo ein Wille ist, ist auch ein Supermercato. Also marschierte ich kurzerhand in einen dieser kleinen, etwas abgeranzten Läden, in denen es herrlich nach allem Möglichen riecht – nach gutem wohlgemerkt.
Und zack: lag sie auch schon in meinem Einkaufskorb, die heiss ersehnte Mortadella di Fegato. Strahlend verliess ich den Laden. Nicht nur wegen der Mortadella – sondern weil ich mich plötzlich wieder mitten in bella Italia fühlte.
Ganz ehrlich: Erst ein Gang durch die Regale eines Mercato macht für mich Italien wirklich komplett.

Auf dem Rückweg zum Parkhaus gab es noch das eine oder andere zu entdecken. Schöne Fassaden, spezielle Geschäfte, Türen, bei denen nicht klar war, wohin sie führen sollten...






Fazit: Lohnt sich der Markt von Domodossola?
Als wir schliesslich wieder im Parkhaus ankamen, war dieses immer noch voll, respektive wieder voll. Gerade als wir ins Auto stiegen, kam ein Italiener um die Ecke gebogen, froh, den einzigen Platz zu ergattern.
Doch er bekam nicht nur einen Platz, sondern noch gleich unser Ticket, das noch etwa 2 Stunden gültig war, dazu. Er winkte uns damit zu, und mit einem gut gelaunten Ciao von beiden Seiten verabschiedeten wir uns schliesslich von Italien.
So blieb mir nur noch, mich auch meine Mortadella di Fegato (heisst übrigens Lebermortadella) und vor allem auf die Rückfahrt über den Simplon zu freuen.
Es war ein wunderbarer Tag und wir drei genossen ihn in vollen Zügen.
Nun bleibt mir nur noch ein 'Ciao a tutti' zu rufen und 'a presto'.
Corinna
Und zum Schluss:
Domodossola – Wo der Markt ruft und die Mortadella antwortet
📍 Wo?
Domodossola, Norditalien – malerisch im Ossola-Tal gelegen, irgendwo zwischen „Ahhh, bella Italia“ und „Wo ist hier der Parkautomat?!“.
📆 Wann?
Jeden Samstag – offizieller Markt von 10 bis 14 Uhr, inoffiziell beginnt das Schlendern schon, wenn du endlich das Parkhaus-Ticket entziffert hast.
🚗 Parken?
Ja. Also… irgendwann. Kleines, düsteres Parkhaus mit Escape-Room-Vibes – Nervenkitzel inklusive! (Und ja, wir sahen dann auch noch andere Parkmöglichkeiten, später...nach dem Bummel)
👀 Markt-Highlights:
Ca. 170 Stände von Bahnhof bis Altstadt
Leder, Käse, Salami, Mortadella di Fegato!
Kleidung, Kunsthandwerk & Klappstühle
Und alles unter dem Motto: „Gedrängel mit Stil“
☕ Pausen-Optionen:
Cappuccino & Brioche für uns – Aperitivo für die Locals. Um 11 Uhr. Respekt!
💡 Insider-Tipps:
Früh dort sein lohnt sich – später wird’s eng.
Salami ist nicht gleich Salami. Wer Mortadella di Fegato kennt, sucht nur noch die.
Ein Besuch im Supermercato ist keine Pflicht, sondern ein Kulturerlebnis!
🧀 Kulinarik-Fazit:
Wenn dir nach Parmesan, Oliven, Salami & einem Schuss Nostalgie ist – Domodossola hat’s drauf.
📸 Und sonst?
Rosenquarze auf Mauern, Türen ins Nirgendwo, charmant-abgeblätterte Fassaden – Italien halt.
Wer das Chaos nicht liebt, wird’s nach dem ersten Ciao tun.
🧭 Rückreise:Mit voller Einkaufstasche, glücklichem Parknachfolger und Lebermortadella im Gepäck. Herz, was willst du mehr?



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