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Wanderung von Lugano nach Gandria - heiss, schweisstreibend und wunderschön

  • Corinna
  • 20. Juni 2025
  • 6 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 25. Apr.


📍 Wo: Lugano → Gandria (entlang des Luganersees)


Dauer: ca. 1 – 1,5 Stunden pro Strecke (je nach Tempo & Pausen)

Distanz: rund 6 km (einfach)

Höhenmeter: ca. +120 m / -120 m

Schwierigkeit: leicht bis mittel (gut ausgebauter Weg, aber Hitze beachten)

Für wen geeignet: Ideal für Genusswanderer, Familien, Paare & alle, die eine kurze, aussichtsreiche Route suchen (nicht optimal bei grosser Hitze oder mit schwerem Gepäck)

Highlights: Seepromenade, Olivenhaine, mediterranes Flair, autofreies Dorf Gandria, schöne Badeplätze & Buvetten

Anreise: Mit dem Zug nach Lugano, dann zu Fuss Richtung Castagnola → Gandria

Parken: Mehrere Parkhäuser in Lugano (z. B. zentrumsnah oder beim See)

Rückweg: Bus oder Schiff von Gandria zurück nach Lugano möglich (Fahrplan beachten!)

Beste Zeit: Frühling & Herbst ideal – im Hochsommer nur früh morgens oder abends empfehlenswert



Spontane Wanderung im Tessin: Von Lugano ins charmante Gandria am Luganersee


Eigentlich wollten wir hoch hinaus. Gletscher, frische Bergluft, vielleicht sogar ein bisschen frieren – stattdessen standen wir plötzlich in Lugano. Bei 30 Grad. In Wanderschuhen. Mit viel zu warmen Klamotten. Perfekt also.


Was dann folgte, war keine durchgeplante Traumtour, sondern eher ein verschwitztes „Jetzt-sind-wir-schon-hier-also-gehen-wir-los“- Abenteuer entlang des Luganersees. Und genau das machte es am Ende aus.


Denn dieser Weg nach Gandria hat alles, was man sich von einer Tessin-Wanderung wünscht: tiefblaues Wasser, Olivenbäume, kleine Buchten, ein bisschen Dolce Vita – und ja, auch ein paar Schweissausbrüche.


Kurz gesagt: nicht geplant, komplett falsch angezogen – aber genau deshalb irgendwie perfekt.



Vom Gletscher ins Tessin – wie alles anders kam als geplant


Wer kennt es nicht, das Tessin – Sehnsuchtsort für Deutschschweizer, ein Ort für Dolce Vita, Sonne und See.


Ich selbst war schon lange nicht mehr dort. Und dass ich plötzlich, völlig ungeplant, an einem glühend-heissen Sommertag in Wanderschuhen entlang des Luganersees landen würde, hätte ich nie gedacht.


Zwischen GPS-Chaos, Umwegen und Schweissbächen entdeckten wir ein kleines Paradies: Gandria, autofrei, charmant und voller Überraschungen.



Kleiner Ausblick auf Gandria.
Kleiner Ausblick auf Gandria.


Vom Furkapass nach Lugano – wie wir komplett falsch abgebogen sind


Eigentlich planten meine Schwester und ich eine gemütliche Wanderung auf der Furka: Gletscher, Gletschersee, Höhle – und danach etwas Feines auf dem Grimselpass.


Wer Lust hat, kann hier sogar selbst mal auf den 👉 Furkapass - nur dass wir damals leider nicht ganz dorthin gekommen sind.


Entsprechend waren wir ausgerüstet: Wanderschuhe, lange Hosen, warme Jacken. Auf der Furka sollte es etwa 10 Grad haben – eine willkommene Abkühlung bei den angekündigten 30 Grad im Flachland.


Wir fuhren also los, Richtung Gotthard.


Kurz davor wollte ich abbiegen – schliesslich war alles Richtung Furka angeschrieben. Doch meine Schwester meinte, ich solle auf der Autobahn bleiben, da komme noch ein Abzweiger. Ich war skeptisch. Sie überzeugt.


Nun ja. Zack – Gotthardtunnel.


„Ich hab dir doch gesagt…“

„Sch*** GPS!“


Zwischen Gelächter über unsere eigene Tollpatschigkeit kam die Idee auf, nach Locarno zu fahren. Aber natürlich – mit Umweg. Über Cadenazzo. Wegen eines „tollen Ladens“, den ich unbedingt sehen sollte.


Spoiler: Wir landeten in Lugano. Trau also nie einer Schwester, die einem GPS vertraut.



Start in Lugano: Die wohl heisseste Wanderung unseres Lebens


Da standen wir nun. In Lugano. In voller Wandermontur. Bei 30 Grad.

Shoppen? Eher schwierig. Am See flanieren? Auch irgendwie… unpassend.


Also beschlossen wir, das Beste daraus zu machen: zu Fuss dem See entlang Richtung Gandria. Immerhin hatten wir ja Wanderschuhe an – die wollten genutzt werden.


Der Weg von Lugano nach Gandria: Highlights entlang des Luganersees


Auto ins Parkhaus, Jacken dortgelassen (wenigstens etwas Vernunft) – und los ging’s. Richtung Castagnola, immer am Ufer entlang.


Schon nach kurzer Zeit wurde klar: Das wird heiss. Sehr heiss.


Die Strasse wich irgendwann einem schönen Fussweg. Endlich etwas Ruhe, etwas Natur – Olivenbäume, bunte Häuser, der See. Wirklich traumhaft.


Wenn da nicht diese Hitze gewesen wäre.


Wir liefen also weiter. Schritt für Schritt. Schweissperle für Schweissperle. Wobei – eher Schweissbäche.


Entlang am Ufer von Lugano nach Castagnola.
Entlang am Ufer von Lugano nach Castagnola.

In Castagnola liefen wir hinter der oben gezeigten Villa die Strasse entlang und erreichten schliesslich den Weg, der uns nach Gandria führen sollte.


Bis hierher führte uns die Hauptstrasse, auf der der Verkehr an uns vorbei brauste. Bei diesem Schild begann dann endlich der Fussweg.
Bis hierher führte uns die Hauptstrasse, auf der der Verkehr an uns vorbei brauste. Bei diesem Schild begann dann endlich der Fussweg.
Unter bunten Häusern ging's weiter...
Unter bunten Häusern ging's weiter...
...an Olivenhainen vorbei.
...an Olivenhainen vorbei.

Buvette & Badeplätze am Luganersee


Dann, wie eine Oase: die Buvette San'Domenico direkt am See. Schatten. Kalte Getränke. Aussicht.

Wir mussten nicht lange überlegen.


Ein eisgekühlter Apérol später ging es uns zumindest kurzzeitig besser. Die Füsse hätten wir auch ins Wasser halten können – aber danach wieder in die heissen Wanderschuhe? Lieber nicht.


Die Abkühlung hielt leider nicht lange an. Also weiter. Wieder schwitzend. Wieder fluchend. Aber immerhin mit schöner Aussicht.



Die Buvette direkt am Luganersee...
Die Buvette direkt am Luganersee...
...wo wir auch unsere Füsse hätten kühlen können. Aber uns graute davor, danach wieder in die heissen Wanderschuhe zu schlüpfen, also liessen wir das lieber bleiben.
...wo wir auch unsere Füsse hätten kühlen können. Aber uns graute davor, danach wieder in die heissen Wanderschuhe zu schlüpfen, also liessen wir das lieber bleiben.

Die Buvette liegt übrigens direkt neben dem Lido San'Domenico. Hätten wir die Badekleider dabei gehabt, hätten wir auch gleich einen Schwumm machen können. Ach, was wäre das herrlich gewesen.


Ich glaube, man kann an unseren roten Köpfen gut erkennen, wie heiss wir hatten. Doch immerhin kühlte der Apérol etwas.
Ich glaube, man kann an unseren roten Köpfen gut erkennen, wie heiss wir hatten. Doch immerhin kühlte der Apérol etwas.

Weiter ging's durch diese Arkade...(hier ein Blick zurück auf den Weg)
Weiter ging's durch diese Arkade...(hier ein Blick zurück auf den Weg)
...ein Kaktus hat sich am Uferweg breitgemacht...
...ein Kaktus hat sich am Uferweg breitgemacht...
...und dann gab der Weg einen ersten Blick auf Gandria frei.
...und dann gab der Weg einen ersten Blick auf Gandria frei.


Gandria – das autofreie Dorf voller Treppen und Charme


Und dann tauchte es auf: Gandria.


Ein kleines, ehemaliges Fischerdorf am Hang, direkt am See. Autofrei – was spätestens bei den vielen Treppen Sinn ergibt. Enge Gassen, steile Wege, bunte Häuser. Etwa 300 Einwohner, ein paar Restaurants, viel Charme.


Meine Schwester setzte sich erst mal erschöpft auf eine Treppe vor der Kirche. Ich nutzte die Gelegenheit und erkundete das Dorf. Schliesslich bin ich doch nicht umsonst hergelaufen.


Nach etwa 30 Minuten war ich durch – und komplett erledigt. Die Hitze hatte mich endgültig im Griff.


Aber: Es war wunderschön.


Verirren erlaubt: unterwegs durch Gassen und Ausblicke


Die Kirche San Viglio im Zentrum von Gandria.
Die Kirche San Viglio im Zentrum von Gandria.
Blick über die Häuser auf den Luganersee.
Blick über die Häuser auf den Luganersee.
Enge Gassen...
Enge Gassen...
...steile Treppen...
...steile Treppen...
...kleine Terrassen...
...kleine Terrassen...
...der Bootshafen von Gandria...
...der Bootshafen von Gandria...
...man sollte schon gut zu Fuss sein, um hier zu leben.
...man sollte schon gut zu Fuss sein, um hier zu leben.
Selbst Wohnraum wurde über die Gässchen gebaut.
Selbst Wohnraum wurde über die Gässchen gebaut.
Stilleben mit Fass...
Stilleben mit Fass...
...und ein Restaurant mit Seeterrasse.
...und ein Restaurant mit Seeterrasse.

Rückweg von Gandria nach Lugano: Schiff, Bus oder zu Fuss?


Zurück nach Lugano hätten wir auch bequem mit dem Schiff fahren können. Oder mit dem Bus.


Das Problem: Das Schiff kam erst in anderthalb Stunden. Der Bus war gerade weg.

Also… zurücklaufen.


Ihr könnt es euch denken: Schritt für Schritt, Schweissperle für Schweissperle.


Nach etwa 45 Minuten waren wir wieder in Lugano. Komplett erschöpft, immer noch falsch gekleidet – und ohne grosse Lust, noch durch die Stadt zu ziehen. Also machten wir uns direkt auf den Heimweg.


Fazit zur Wanderung nach Gandria: oder warum sich der Ausflug erst im Nachhinein perfekt anfühlte


In dem Moment fanden wir die Wanderung von Lugano nach Gandria ehrlich gesagt nur mittelmässig. Zu heiss, zu anstrengend, zu schlecht vorbereitet.


Aber jetzt, beim Durchsehen der Bilder? War es plötzlich ganz anders.


Der Weg am See entlang. Das kleine Gandria. Dieses spontane Abenteuer.

Es war wunderschön.


Woran es lag, dass es sich vor Ort nicht so angefühlt hat? Ganz einfach: unsere Kleidung. Zu warm, zu schwer, komplett unpassend.


Denn eines ist sicher: In der Hitze in falscher Kleidung unterwegs zu sein, macht einfach keinen Spass.



Was ich beim nächsten Mal anders machen würde


Beim nächsten Mal:


Leichte Kleidung statt „Polarexpedition“. Sandalen statt Wanderschuhe. Und vielleicht… ein bisschen weniger Vertrauen ins GPS.


Oder zumindest: nicht blind darauf hören. Aber wer weiss, vielleicht gibts ja ein nächstes Mal...bis dann und geniesst den Sommer.


Corinna



📍Das solltest du über diese Wanderung wissen


Von Lugano nach Gandria entlang des Luganersees – herrlich schön, herrlich heiss. Ca. 1 Stunde pro Weg, gut machbar, aber nicht unterschätzen, wenn du unterwegs wie ein Gulasch im eigenen Saft schmoren willst.


🕶️ Ausrüstung

  • Bequeme Sommerkleidung, keine Polarexpeditionsausrüstung

  • Leichte Schuhe oder Sandalen, keine Wanderschuhe aus dem Himalaya

  • Wasser, Sonnenhut, Sonnencreme – oder einfach gleich Apérol


🧭 Startpunkt

Am Seeufer in Lugano, via Castagnola bis Gandria – immer schön dem Wasser entlang (nicht dem GPS deiner Schwester, trust me).


🚢 Schiff oder Bus hin und / oder zurück

  • Schiff: Entspannt & fotogen – 🛥️ → Fahrplan hier

  • Bus: Praktisch, aber verpasst du sowieso (wenn du uns nacheiferst)


🍹 Pausenstopp

Die Buvette beim Lido San Domenico: Kalte Drinks, heisser Blick, optionales Fussbad (nur wenn du danach nicht in heisse Wanderschuhe zurückmusst).


🏘️ Gandria

  • Autofrei & voller Treppen, Gassen, Charme und Schweissperlen

  • Ca. 30 Minuten zum Erkunden (oder Verirren)

  • Restaurants, Kirche, Ruhe & "Dolce-Vita-mit-Schwitzflecken"


💡 Extra-Lifehack

Immer ein Sommerkleid im Rucksack dabei haben – oder direkt ein ganzes Saisonoutfit. Denn wer nach GPS reist, braucht Flexibilität...und Humor, viel Humor...



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