Wanderung Sefinental: Zur Chilchbalm ab Gimmelwald – Geheimtipp im Lauterbrunnental
- Corinna
- 3. Okt. 2025
- 6 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 20. Apr.
📍Ort: Chilchbalm im Sefinental
Start / Ziel: Stechelberg – Gimmelwald – Chilchbalm – zurück nach Stechelberg
Region: Sefinental
Distanz: ca. 10 km (je nach Variante)
Dauer: ca. 3–4 Stunden (mit Verlaufen: 5–6 Stunden 😄)
Höhenmeter: ca. ↑↓ 500 m (mit Abstecher Rossmatten + ca. 200 m)
Schwierigkeit: leicht (technisch) / mittel (konditionell)
Wegtyp: Wanderwege, Bergpfade, teils steil
Beste Jahreszeit: Mai – Oktober
Highlights: Chilchbalm, Sefinen-Lütschine, Bergpanorama mit Gspaltenhorn, Eiger, Mönch & Jungfrau
Besonderheit: Ruhiges Seitental ohne Massentourismus
Sefinental statt Lauterbrunnental: Die unterschätzte Wanderung zur Chilchbalm
Wer kennt es nicht, das Lauterbrunnental: Wasserfälle, Postkartenmotive und gefühlt mehr Kameras als Kühe. Schön, keine Frage. Aber eben auch ziemlich voll.
Falls du mehr wissen willst: 👉 Lauterbrunnental: Zwischen Staubbachfall und Trümmelbachfällen – ein Tag im Wasserfall-Paradies der Schweiz
Und dann gibt’s da noch das Sefinental. Kein grosser Name, kein Hype – dafür Ruhe, wilde Natur und genau dieses Gefühl, etwas entdeckt zu haben, das nicht jeder kennt.
Die Wanderung von Stechelberg über Gimmelwald bis zur Chilchbalm ist genau so eine Tour: abwechslungsreich, stellenweise schweisstreibend und am Ende einfach nur wow. Mit Blick auf Eiger, Mönch und Jungfrau – aber ohne Menschenmassen.
Kurz gesagt: Wenn du eine Wanderung im Berner Oberland suchst, die nicht jeder auf dem Zettel hat, dann bist du hier genau richtig.

Start der Wanderung: Stechelberg – Gimmelwald – Sefinental
Vor zwei Wochen machte ich einen ersten Versuch mit meiner Schwester. Wir kamen immerhin bis zur Wegscheide: links Chilchbalm, rechts runter nach Stechelberg.
Wir nahmen rechts. Und fertig war’s mit Wandern.
War nett – aber eigentlich wollte ich zur Chilchbalm.



Zweiter Versuch: Von Gimmelwald ins Sefinental
Also: zweiter Anlauf. Diesmal mit meiner Freundin.
Start in Stechelberg, Gondel rauf nach Gimmelwald. Sonnenschein, blauer Himmel – perfekter hätte es nicht sein können.
Von dort den Wegweisern ins Sefinental folgen. Alles wie gewohnt. Bis wir wieder vor der Wegscheide standen. Diesmal gings aber ohne Umschweife Richtung Chilchbalm.



Der Klassiker: falscher Weg an der Wegscheide
Erst gemütlich, immer schön entlang der Lütschine. Dann langsam aufwärts. Es waren kaum Leute unterwegs. Die Herbstfarben wurden mit jedem Höhenmeter intensiver. Alles wunderbar.
Und dann kam dieses Viehgatter. Links ein matschiger Kuhpfad auf dem die Kühe rumstanden, rechts ein steiler Weg.
„Steil ist immer richtig“, dachte ich. Vor lauter Vorfreude kurz in die Hände geklatscht und schon gings weiter bergauf...heftig bergauf.
Aber na gut, die Felsarena, unterhalb derer sich die Chilchbalm befinden sollte, hatten wir ja im Blick, bis...ja bis der steile Weg eine 180 Grad Wendung nahm und wir die Berge auf einmal im Rücken hatten. Na sowas aber auch!




Rossmatten statt Chilchbalm
Irgendwann standen wir auf der Rossmatten. Wunderschöne Hochebene, zwischen all den Kuhfladen eine fantastische Aussicht ins Lauterbrunnental und auf Eiger, Mönch und Jungfrau.
Schön? Absolut. Unser Ziel? Leider nein.


Aber die Matte war halt nicht unser Ziel. Ein Wanderer erklärte uns noch freundlich, er wolle zur Rotstockhütte und von dort aus rüber nach Mürren. Aha. Wir also wieder runtergestiefelt.

Und da sahen wir’s: am Viehgatter den Wegweiser. So hoch angebracht, dass wir zum lesen die Köpfe Richtung Himmel strecken mussten. Zur Chilchbalm gings links. Genau da, wo zuvor die Kühe auf dem matschigen Weg rumstanden. Na toll!

Aufstieg zur Chilchbalm im Sefinental
Diesmal waren wir aber immerhin richtig. Erst eben der Lütschine entlang, dann wurde es steil, schweisstreibend und traumhaft schön. Der Fluss rauschte unter uns, die Farben wurden intensiver und irgendwann öffnete sich die Hochebene Chilchbalm.






Und da war sie: die Chilchbalm. Eine Felsarena, die Sonne schien auf die Wiese, dort wo die Sefinen Lütschine entspringt und… Kühe. Überall Kühe. Schweizer Idylle pur. Fast allein, nur wir und dieses Naturspektakel. Und dann entdeckten wir auch noch die 'richtige' Chilchbalm, woher die Hochebene ihren Namen hat.
Der Name Chilchbalm bedeutet übrigens:
Chilch = Kirche
Balm = Felsüberhang
Natürlich stapften wir auch diesen steilen Hang noch hoch und genossen von dort die Aussicht auf die Hochebene. Einfach traumhaft.


Und ja, jetzt so im Nachhinein hätten wir uns einige Höhenmeter sparen können. Aber dann hätten wir die Rossmatten nicht gesehen. Also war alles gut, so wie wir es machten. Und für euch der Tipp: Am Viehgatter links. Immer links.
Rückweg von der Chilchbalm nach Stechelberg
Nun, nachdem wir in dieser wunderschönen Umgebung Pause gemacht hatten, gings langsam auf den Rückweg. Und das nur noch abwärts. Teils mehr, teils weniger steil.



Fazit: Warum sich die Wanderung ins Sefinental lohnt
Wer:
Ruhe sucht
ursprüngliche Landschaft mag
sportliche Herausforderung schätzt
nicht im Touristenstrom mitlaufen möchte
ist hier genau richtig. Versprochen!
Also, viel Spass beim Entdecken.
Corinna
🧭 Wanderinfos zur Chilchbalm im Sefinental (oder: was dich wirklich erwartet)
🚗 Anreise (so kommst du hin – ohne dich zu verlaufen, versprochen)
🚆 Mit ÖV:
Zug bis Lauterbrunnen, dann weiter mit dem Postauto bis Stechelberg. Läuft easy und ziemlich entspannt.
🚗 Mit dem Auto:
Parken in Stechelberg (grosser Parkplatz am Talende). Frühes Kommen lohnt sich – die Plätze sind beliebt.
🚠 Hoch hinaus: 👉 https://schilthorn.ch/de/Infos/Fahrplan__und__Tarife
Von Stechelberg mit der Gondel nach Gimmelwald. 👉 Spart dir die ersten Höhenmeter 👉 Gibt dir direkt dieses „Ich bin in den Alpen angekommen“-Gefühl
Und ganz ehrlich: Die Aussicht aus der Gondel ist schon das erste kleine Highlight.
📍 Wo bist du hier gelandet?
Gimmelwald 🏡
Winzig, autofrei und herrlich entspannt. Kühe statt Verkehr, Chalets statt Hotels – und diese legendären Selbstbedienungslädeli, bei denen Vertrauen wichtiger ist als Kartenzahlung. Bonus: Blick auf Eiger, Mönch und Jungfrau inklusive.
Sefinental 🌿
Der ruhige kleine Bruder vom Lauterbrunnental. Weniger Menschen, mehr Natur. Die Sefinen-Lütschine plätschert brav neben dir her – Naturkino ohne Eintritt.
Chilchbalm ⛰️
Ganz hinten wird’s episch: eine Hochebene, eingerahmt von Felswänden, irgendwo unter dem Gspaltenhorn. Und ja, genau da entspringt der Fluss. Früher Gletscher, heute Insta-würdig.
🏭 Random Fun Fact für unterwegs
Mitten im Nirgendwo steht plötzlich ein uraltes Sägewerk. 160 Jahre alt, mit Wasser betrieben und irgendwie genau das, was man dort nicht erwartet. Kurz gesagt: der perfekte „Hä, wie cool isch das denn?“ -Moment.
🚶♀️ Was dich erwartet (ehrlich jetzt)
🥾 Erst gemütlich… dann plötzlich nicht mehr
🌲 Waldwege, Pfade, mal flach, mal „warum tu ich mir das an?“
💦 Wasserfälle, Bäche und dieses konstante Rauschen der Natur
😅 Beine, die sich irgendwann bemerkbar machen (und zwar deutlich)
🐄 Dinge, die du garantiert erleben wirst
🐄 Kühe. Viele Kühe. Wirklich viele.
🚧 Ein Viehgatter, das dich kurz an deinem Leben zweifeln lässt
🤨 Wegweiser irgendwo auf Augenhöhe für Giraffen montiert
👉 Klassiker des Tages: „Steil = richtig“ → falsch ❌ „Matsch + Kühe = richtig“ → leider ja ✅
😂 Mein persönlicher Tipp
Wenn du am Viehgatter stehst: Ignorier deinen inneren Bergsteiger, der „nimm den steilen Weg!“ schreit.
Und wenn sich die Chilchbalm vor dir öffnet: 👉 Einfach mal stehen bleiben. 👉 Mund auf. 👉 Aussicht reinziehen.
Der Moment ist besser als jedes Gipfelfoto.
Mehr Informationen findest du hier: https://gimmelwald.ch/?page_id=83&lang=de
🍽️ Einkehrtipp (getestet & für sehr gut befunden 😄)
Wenn du nach der Wanderung wieder Richtung Tal unterwegs bist (oder einfach noch Energie brauchst): Mach unbedingt einen Stopp beim Selbstbedienungsrestaurant bei den Trümmelbachfällen. Öffnungszeiten gelten dieselben . 👉https://www.brienzersee.ch/gastro/trummelbach-cafe


Kommentare