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Wanderung Sefinental: Zur Chilchbalm ab Gimmelwald – Geheimtipp im Lauterbrunnental

Aktualisiert: 20. Apr.


📍Ort: Chilchbalm im Sefinental


Start / Ziel: Stechelberg – Gimmelwald – Chilchbalm – zurück nach Stechelberg

Region: Sefinental

Distanz: ca. 10 km (je nach Variante)

Dauer: ca. 3–4 Stunden (mit Verlaufen: 5–6 Stunden 😄)

Höhenmeter: ca. ↑↓ 500 m (mit Abstecher Rossmatten + ca. 200 m)

Schwierigkeit: leicht (technisch) / mittel (konditionell)

Wegtyp: Wanderwege, Bergpfade, teils steil

Beste Jahreszeit: Mai – Oktober

Highlights: Chilchbalm, Sefinen-Lütschine, Bergpanorama mit Gspaltenhorn, Eiger, Mönch & Jungfrau

Besonderheit: Ruhiges Seitental ohne Massentourismus



Sefinental statt Lauterbrunnental: Die unterschätzte Wanderung zur Chilchbalm


Wer kennt es nicht, das Lauterbrunnental: Wasserfälle, Postkartenmotive und gefühlt mehr Kameras als Kühe. Schön, keine Frage. Aber eben auch ziemlich voll.



Und dann gibt’s da noch das Sefinental. Kein grosser Name, kein Hype – dafür Ruhe, wilde Natur und genau dieses Gefühl, etwas entdeckt zu haben, das nicht jeder kennt.


Die Wanderung von Stechelberg über Gimmelwald bis zur Chilchbalm ist genau so eine Tour: abwechslungsreich, stellenweise schweisstreibend und am Ende einfach nur wow. Mit Blick auf Eiger, Mönch und Jungfrau – aber ohne Menschenmassen.


Kurz gesagt: Wenn du eine Wanderung im Berner Oberland suchst, die nicht jeder auf dem Zettel hat, dann bist du hier genau richtig.



Hier startete das Wanderabenteuer: an der Station der neu renovierten Schilthornbahn. Rechts, wo die lila Schrift erkennbar ist, startet die kleinere Gondel nach Gimmelwald. Tickets könnt ihr innen am Schalter oder aussen an den roten Automaten lösen.
Hier startete das Wanderabenteuer: an der Station der neu renovierten Schilthornbahn. Rechts, wo die lila Schrift erkennbar ist, startet die kleinere Gondel nach Gimmelwald. Tickets könnt ihr innen am Schalter oder aussen an den roten Automaten lösen.

Start der Wanderung: Stechelberg – Gimmelwald – Sefinental


Vor zwei Wochen machte ich einen ersten Versuch mit meiner Schwester. Wir kamen immerhin bis zur Wegscheide: links Chilchbalm, rechts runter nach Stechelberg.


Wir nahmen rechts. Und fertig war’s mit Wandern.


War nett – aber eigentlich wollte ich zur Chilchbalm.


Das wohl bekannteste Bild von Gimmelwald aber es gibt auch viele andere schöne Ecken dort...
Das wohl bekannteste Bild von Gimmelwald aber es gibt auch viele andere schöne Ecken dort...

Auch das ist Gimmelwald...
Auch das ist Gimmelwald...


Zweiter Versuch: Von Gimmelwald ins Sefinental


Also: zweiter Anlauf. Diesmal mit meiner Freundin.


Start in Stechelberg, Gondel rauf nach Gimmelwald. Sonnenschein, blauer Himmel – perfekter hätte es nicht sein können.


Von dort den Wegweisern ins Sefinental folgen. Alles wie gewohnt. Bis wir wieder vor der Wegscheide standen. Diesmal gings aber ohne Umschweife Richtung Chilchbalm.


Nach einem kurzen Fussmarsch durch Gimmelwald kommt ihr bereits an diese Abzweigung...
Nach einem kurzen Fussmarsch durch Gimmelwald kommt ihr bereits an diese Abzweigung...

...immer mit den Bergen im Blick, dort an deren Fusse sich die Chilchbalm befindet.
...immer mit den Bergen im Blick, dort an deren Fusse sich die Chilchbalm befindet.
HIer endete der Weg mit meiner Schwester: runter gings nach Stechelberg. Zwei Wochen später gings aber mit der Freundin links weiter zur Chilchbalm.
HIer endete der Weg mit meiner Schwester: runter gings nach Stechelberg. Zwei Wochen später gings aber mit der Freundin links weiter zur Chilchbalm.


Der Klassiker: falscher Weg an der Wegscheide


Erst gemütlich, immer schön entlang der Lütschine. Dann langsam aufwärts. Es waren kaum Leute unterwegs. Die Herbstfarben wurden mit jedem Höhenmeter intensiver. Alles wunderbar.


Und dann kam dieses Viehgatter. Links ein matschiger Kuhpfad auf dem die Kühe rumstanden, rechts ein steiler Weg.


„Steil ist immer richtig“, dachte ich. Vor lauter Vorfreude kurz in die Hände geklatscht und schon gings weiter bergauf...heftig bergauf.


Aber na gut, die Felsarena, unterhalb derer sich die Chilchbalm befinden sollte, hatten wir ja im Blick, bis...ja bis der steile Weg eine 180 Grad Wendung nahm und wir die Berge auf einmal im Rücken hatten. Na sowas aber auch!


Einfach war der Weg zu gehen...
Einfach war der Weg zu gehen...
...das Gspaltenhorn immer im  Blick. Und hier waren wir auch noch auf dem richtigen Weg.
...das Gspaltenhorn immer im Blick. Und hier waren wir auch noch auf dem richtigen Weg.

Der Weg wurde steiler, vorbei gings am Weschbächli...und seid euch gewiss:Wenn ihr an diesem Bächli vorbei kommt, habt ihr den Weg weiter unten bereits verpasst.
Der Weg wurde steiler, vorbei gings am Weschbächli...und seid euch gewiss:Wenn ihr an diesem Bächli vorbei kommt, habt ihr den Weg weiter unten bereits verpasst.

HIer standen wir also, doch die Berge hatten wir mittlerweile im Rücken statt ständig im Blick. Wohin uns der Weg wohl führen würde? Na bestimmt nicht zur Chilchbalm.
HIer standen wir also, doch die Berge hatten wir mittlerweile im Rücken statt ständig im Blick. Wohin uns der Weg wohl führen würde? Na bestimmt nicht zur Chilchbalm.


Rossmatten statt Chilchbalm


Irgendwann standen wir auf der Rossmatten. Wunderschöne Hochebene, zwischen all den Kuhfladen eine fantastische Aussicht ins Lauterbrunnental und auf Eiger, Mönch und Jungfrau.


Schön? Absolut. Unser Ziel? Leider nein.



Ausblick von der Rossmatten auf die Berge...
Ausblick von der Rossmatten auf die Berge...

...und auf Gimmelwald, Eiger, Mönch und Jungfrau.
...und auf Gimmelwald, Eiger, Mönch und Jungfrau.

Aber die Matte war halt nicht unser Ziel. Ein Wanderer erklärte uns noch freundlich, er wolle zur Rotstockhütte und von dort aus rüber nach Mürren. Aha. Wir also wieder runtergestiefelt.


Zurück am Viehgatter: Die Kühe waren inzwischen weg, der Wegweiser in luftiger Höhe und nun war uns auch klar, wo's langging.
Zurück am Viehgatter: Die Kühe waren inzwischen weg, der Wegweiser in luftiger Höhe und nun war uns auch klar, wo's langging.

Und da sahen wir’s: am Viehgatter den Wegweiser. So hoch angebracht, dass wir zum lesen die Köpfe Richtung Himmel strecken mussten. Zur Chilchbalm gings links. Genau da, wo zuvor die Kühe auf dem matschigen Weg rumstanden. Na toll!


Blick zurück auf die Brücke, die wir queren mussten.
Blick zurück auf die Brücke, die wir queren mussten.

Aufstieg zur Chilchbalm im Sefinental


Diesmal waren wir aber immerhin richtig. Erst eben der Lütschine entlang, dann wurde es steil, schweisstreibend und traumhaft schön. Der Fluss rauschte unter uns, die Farben wurden intensiver und irgendwann öffnete sich die Hochebene Chilchbalm.


Der erste Blick auf die Hochebene.
Der erste Blick auf die Hochebene.



Die Sefinen Lütschine, die hinten der Felswand entspringt.
Die Sefinen Lütschine, die hinten der Felswand entspringt.
Zur rechter Hand thront die Chilchbalm über der Ebene.
Zur rechter Hand thront die Chilchbalm über der Ebene.


Aussicht von der Chilchbalm auf die Ebene Chilchbalm.
Aussicht von der Chilchbalm auf die Ebene Chilchbalm.



Und da war sie: die Chilchbalm. Eine Felsarena, die Sonne schien auf die Wiese, dort wo die Sefinen Lütschine entspringt und… Kühe. Überall Kühe. Schweizer Idylle pur. Fast allein, nur wir und dieses Naturspektakel. Und dann entdeckten wir auch noch die 'richtige' Chilchbalm, woher die Hochebene ihren Namen hat.


Der Name Chilchbalm bedeutet übrigens:


  • Chilch = Kirche

  • Balm = Felsüberhang


Natürlich stapften wir auch diesen steilen Hang noch hoch und genossen von dort die Aussicht auf die Hochebene. Einfach traumhaft.


Wie einer Postkarte entsprungen.
Wie einer Postkarte entsprungen.


Und ja, jetzt so im Nachhinein hätten wir uns einige Höhenmeter sparen können. Aber dann hätten wir die Rossmatten nicht gesehen. Also war alles gut, so wie wir es machten. Und für euch der Tipp: Am Viehgatter links. Immer links.



Rückweg von der Chilchbalm nach Stechelberg


Nun, nachdem wir in dieser wunderschönen Umgebung Pause gemacht hatten, gings langsam auf den Rückweg. Und das nur noch abwärts. Teils mehr, teils weniger steil.


Der Sefinen Lütschine entlang gings wieder nach unten, diesmal direkt nach Stechelberg.
Der Sefinen Lütschine entlang gings wieder nach unten, diesmal direkt nach Stechelberg.

Auf dem Rückweg war diese alte Sägerei das Highlight und zwei Männer waren dort gerade zugange.
Auf dem Rückweg war diese alte Sägerei das Highlight und zwei Männer waren dort gerade zugange.

Ein letzter Blick auf dem Rückweg ins Lauterbrunnental, links oben könnt ihr Mürren erkennen.
Ein letzter Blick auf dem Rückweg ins Lauterbrunnental, links oben könnt ihr Mürren erkennen.


Fazit: Warum sich die Wanderung ins Sefinental lohnt


Wer:

  • Ruhe sucht

  • ursprüngliche Landschaft mag

  • sportliche Herausforderung schätzt

  • nicht im Touristenstrom mitlaufen möchte


ist hier genau richtig. Versprochen!


Also, viel Spass beim Entdecken.


Corinna



🧭 Wanderinfos zur Chilchbalm im Sefinental (oder: was dich wirklich erwartet)


🚗 Anreise (so kommst du hin – ohne dich zu verlaufen, versprochen)


🚆 Mit ÖV:

Zug bis Lauterbrunnen, dann weiter mit dem Postauto bis Stechelberg. Läuft easy und ziemlich entspannt.


🚗 Mit dem Auto:

Parken in Stechelberg (grosser Parkplatz am Talende). Frühes Kommen lohnt sich – die Plätze sind beliebt.


Von Stechelberg mit der Gondel nach Gimmelwald. 👉 Spart dir die ersten Höhenmeter 👉 Gibt dir direkt dieses „Ich bin in den Alpen angekommen“-Gefühl


Und ganz ehrlich: Die Aussicht aus der Gondel ist schon das erste kleine Highlight.


📍 Wo bist du hier gelandet?


Gimmelwald 🏡

Winzig, autofrei und herrlich entspannt. Kühe statt Verkehr, Chalets statt Hotels – und diese legendären Selbstbedienungslädeli, bei denen Vertrauen wichtiger ist als Kartenzahlung. Bonus: Blick auf Eiger, Mönch und Jungfrau inklusive.


Sefinental 🌿

Der ruhige kleine Bruder vom Lauterbrunnental. Weniger Menschen, mehr Natur. Die Sefinen-Lütschine plätschert brav neben dir her – Naturkino ohne Eintritt.


Chilchbalm ⛰️

Ganz hinten wird’s episch: eine Hochebene, eingerahmt von Felswänden, irgendwo unter dem Gspaltenhorn. Und ja, genau da entspringt der Fluss. Früher Gletscher, heute Insta-würdig.


🏭 Random Fun Fact für unterwegs


Mitten im Nirgendwo steht plötzlich ein uraltes Sägewerk. 160 Jahre alt, mit Wasser betrieben und irgendwie genau das, was man dort nicht erwartet. Kurz gesagt: der perfekte „Hä, wie cool isch das denn?“ -Moment.


🚶‍♀️ Was dich erwartet (ehrlich jetzt)


🥾 Erst gemütlich… dann plötzlich nicht mehr

🌲 Waldwege, Pfade, mal flach, mal „warum tu ich mir das an?“

💦 Wasserfälle, Bäche und dieses konstante Rauschen der Natur

😅 Beine, die sich irgendwann bemerkbar machen (und zwar deutlich)


🐄 Dinge, die du garantiert erleben wirst


🐄 Kühe. Viele Kühe. Wirklich viele.

🚧 Ein Viehgatter, das dich kurz an deinem Leben zweifeln lässt

🤨 Wegweiser irgendwo auf Augenhöhe für Giraffen montiert

👉 Klassiker des Tages: „Steil = richtig“ → falsch ❌ „Matsch + Kühe = richtig“ → leider ja ✅


😂 Mein persönlicher Tipp


Wenn du am Viehgatter stehst: Ignorier deinen inneren Bergsteiger, der „nimm den steilen Weg!“ schreit.


Und wenn sich die Chilchbalm vor dir öffnet: 👉 Einfach mal stehen bleiben. 👉 Mund auf. 👉 Aussicht reinziehen.

Der Moment ist besser als jedes Gipfelfoto.


Mehr Informationen findest du hier: https://gimmelwald.ch/?page_id=83&lang=de


🍽️ Einkehrtipp (getestet & für sehr gut befunden 😄)


Wenn du nach der Wanderung wieder Richtung Tal unterwegs bist (oder einfach noch Energie brauchst): Mach unbedingt einen Stopp beim Selbstbedienungsrestaurant bei den Trümmelbachfällen. Öffnungszeiten gelten dieselben . 👉https://www.brienzersee.ch/gastro/trummelbach-cafe


Wenn dir das Sefinental und die Gegend rund ums Lauterbrunnental gefallen haben, könnten diese beiden Wanderungen ebenfalls etwas für dich sein:




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