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Wanderung Gasterntal bei Kandersteg: Wild, nass & mit Prosecco im Rucksack

  • Corinna
  • 5. Sept. 2025
  • 6 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 20. Apr.


📍Gasterntal


Ort: Oberhalb von Kandersteg, Berner Oberland

Startpunkt: Sunnbüel Talstation, Kandersteg

Ziel: Selden (hinteres Gasterntal)

Route: Hin- und zurück

Höhe: 1170–1600 m

Länge & Zeit: ca. 10 km, 3–5 h

Schwierigkeitsgrad: leicht-mittel, teils sportlich

Highlights: wilde Kander, Wasserfälle, Skandi-Feeling, Waldhaus & Steinbock

Besonderheit: enge Zufahrtsstrasse, Schutzgebiet, Natur pur


Diese Wanderung ist perfekt für alle, die spektakuläre Natur wollen, ohne eine extreme Bergtour zu machen. Dich erwarten tosende Flüsse, weite Ebenen und ein Tal, das sich eher nach Skandinavien als nach Schweiz anfühlt.



Das Gasterntal: ein Naturdrama zwischen Wasser, Felsen und Prosecco


Wer bei Gasterntal nur Bahnhof versteht, hat definitiv etwas verpasst – und zwar eines der spektakulärsten Naturerlebnisse im Berner Oberland.


Versteckt oberhalb von Kandersteg wartet hier ein Tal, das sich anfühlt wie ein geheimer Drehort für ein skandinavisches Naturdrama: tosende Flüsse, wilde Felsen, saftige Wiesen – und ja, auch ein Hauch von Dolce Vita, wenn der Prosecco im Rucksack leise klirrt.


Diese Wanderung ist mehr als nur ein Spaziergang – sie ist ein kleiner Ausbruch aus dem Alltag, bei dem du garantiert öfter stehen bleibst, als du eigentlich geplant hast.


Nicht weil der Weg so anstrengend ist, (nun ja, hin und wieder schon) , sondern weil dich die Aussicht immer wieder dazu zwingt, kurz innezuhalten… oder sagen wir: für ein stilvolles Schlückchen Motivation.



Aussicht von der Gondel Sunnbüel aufs Gasterntal.
Aussicht von der Gondel Sunnbüel aufs Gasterntal.


Start bei Sunnbüel: Erster Blick ins Gasterntal von oben


Wie wir auf die Idee kamen, dieses Tal zu durchwandern?

Nun ja, letzten Juni machten meine Schwester und ich die Rundwanderung zu den Arvenseeli. Und dazu nahmen wir von Kandersteg aus die Sunnbüel Gondel hoch auf ...eben...Sunnbüel.


Übrigens: Im Winter ist die Gegend rund um Sunnbüel komplett anders – ich war auch schon auf der Winterwanderung nach Schwarenbach unterwegs. Ganz ruhig, ganz weiss und mindestens genauso beeindruckend.


Doch auf der Fahrt dorthin, liessen wir unsere Blicke schweifen und entdeckten dieses wilde Tal, von dem keine von uns beiden je was gehört oder gesehen hatte. Aber seit diesem Moment war klar: da gehen wir hin!


Und nun war es soweit: Rucksack gepackt, Wanderschuhe geschnürt und ab gings erneut nach Kandersteg, erneut zur Talstation Sunnbüel. Auto abgestellt, ab in Richtung Kander gelaufen, diese überquert und schon gings weiter.



Hier begann bereits der sportlichere Teil des Aufstiegs zum Kandertal.
Hier begann bereits der sportlichere Teil des Aufstiegs zum Kandertal.

Aufstieg zur Kander: Der erste sportliche Abschnitt der Wanderung


Nach einem sanften Anstieg der Kander entlang, änderte sich dies ganz schnell: etwa 20 Minuten gings sportlich aufwärts bis wir die Strasse, die ins Gasterntal führt, querten.


Der Aufstieg erfolgte auf der linken Seite, dann etwa 50 Meter die Strasse entlang und noch vor dem Tunnel gehts wieder runter zur Kander. Übrigens: diese Strasse ist was ganz besonderes. Nur zu bestimmten Zeitfenstern entweder von Kandersteg oder vom Gasterntal aus befahrbar, da diese so eng ist, dass gerade knapp ein Fahrzeug hier durchkommt. Kreuzen ist hier nicht.
Der Aufstieg erfolgte auf der linken Seite, dann etwa 50 Meter die Strasse entlang und noch vor dem Tunnel gehts wieder runter zur Kander. Übrigens: diese Strasse ist was ganz besonderes. Nur zu bestimmten Zeitfenstern entweder von Kandersteg oder vom Gasterntal aus befahrbar, da diese so eng ist, dass gerade knapp ein Fahrzeug hier durchkommt. Kreuzen ist hier nicht.

Und schon wieder sind wir auf dem Weg nach unten zur Kander.
Und schon wieder sind wir auf dem Weg nach unten zur Kander.

Weiter gehts Richtung Restaurant Waldhaus.
Weiter gehts Richtung Restaurant Waldhaus.

Wenige Meter danach wieder runter zur Kander, diese erneut überquert und schon gings nochmals nach oben.



Skandinavien-Feeling im Gasterntal: Weite Ebenen und tosende Flüsse


Und dann kam die Ebene: So muss es in Skandinavien sein!


Na, findet ihr nicht auch, dass das was von Skandinavien hat?
Na, findet ihr nicht auch, dass das was von Skandinavien hat?

Die Kander toste und überflutete Wege, Wiesen und Wälder. Klar war: die Kander macht, was sie will. Auch Wanderwege zerstören, wenns denn sein muss.


Einer der zerstörten Wege: eigentlich würde es hier direkt geradeaus weitergehen, aber ihr seht: die Kander war fleissig zugange. Der Weg führte dann rechts daran vorbei über einen Trampelpfad.
Einer der zerstörten Wege: eigentlich würde es hier direkt geradeaus weitergehen, aber ihr seht: die Kander war fleissig zugange. Der Weg führte dann rechts daran vorbei über einen Trampelpfad.

Zwischenstopp beim Waldhaus: Motivation, Flüche und erste Ermüdung


Schliesslich kamen wir am Waldhaus vorbei und beschlossen: hier wirds auf dem Rückweg ein Dessert geben.


Doch erst gings weiter durchs Tal. Eingerahmt von den hohen Bergen, Kühe hie und da auf den Wiesen und dann, ganz plötzlich:


Meine Schwester begann zu schwächeln. Und fing an vor sich hin zu schimpfen. Ich natürlich schnurstracks meine Motivationskeule hervorgeholt, doch das fruchtete nicht wirklich.


Irgendwann brummelte sie mich an: "Lass mich halt einfach fluchen, das hilft mir beim weitergehen!" Oha, na dann...


Hotel und Restaurant Waldhaus, wo wir Ende des Tages dann unser Dessert auf der Terrasse genossen.
Hotel und Restaurant Waldhaus, wo wir Ende des Tages dann unser Dessert auf der Terrasse genossen.

Nach dem Waldhaus tat sich die Ebene auf...
Nach dem Waldhaus tat sich die Ebene auf...
...mit Blick auf Wasserfälle die ins Gasterntal hinunterstürzen.
...mit Blick auf Wasserfälle die ins Gasterntal hinunterstürzen.
...überflutete Wege...
...überflutete Wege...
Kühe auf der weiten Ebene des Gasterntal.
Kühe auf der weiten Ebene des Gasterntal.
...und selbstverständlich die Kander.
...und selbstverständlich die Kander.

Prosecco-Joker: Motivation deluxe


Nach der Ebene und dem ein oder anderen Fluch meiner Schwester gings dann nochmals nach oben. In der Mitte der Steigung war dann aber endlich Pause angesagt.


Und dann rücke ich meinen Joker raus: extra für meine Schwester hatte ich zwei kleine Proseccos eingepackt, ein ungläubiger Blick von ihr und ein Lachen überzog ihr Gesicht.


"Prost!"

"Prost!"


...und die Laune ging steil bergauf...


Kurz zuvor begann der zweite Anstieg...und erneut gings an einem zerstörten Weg vorbei.
Kurz zuvor begann der zweite Anstieg...und erneut gings an einem zerstörten Weg vorbei.
Auf dem Weg nach Selden fanden wir dieses zauberhafte Häuschen.
Auf dem Weg nach Selden fanden wir dieses zauberhafte Häuschen.
Durch diesen Märchenwald gings weiter nach oben.
Durch diesen Märchenwald gings weiter nach oben.
Aussicht mit Prosecco und bei bester Laune.
Aussicht mit Prosecco und bei bester Laune.
Kurz vor Selden und unserem Ziel.
Kurz vor Selden und unserem Ziel.

Auf dem Weg nach Selden im Gasterntal: Zauberhafte Hütten, Märchenwald & tosende Wasserfälle


Nach der Steigung ging es eben weiter Richtung Selden. In der Ferne stieg Rauch auf. Wir rätselten: „Verbrennt da ein Bauer was?“ Wahrscheinlich, was sonst.


In Selden angekommen sahen wir’s klar: Kein Feuer, sondern ein Wasserfall, dessen Gischt so wild über den Kamm spritzte, dass es wie Rauch wirkte.


Und wieder war das ein Moment, in dem wir staunten.


Ankunft beim Restaurant Steinbock in Selden im hinteren Winkel des Gasterntal.
Ankunft beim Restaurant Steinbock in Selden im hinteren Winkel des Gasterntal.
...wo wir dann ein typisches Wanderermahl genossen.
...wo wir dann ein typisches Wanderermahl genossen.
Rund um das Restaurant...
Rund um das Restaurant...
...und dieser Aussicht auf den Wasserfall, der in Natura solch eine Gischt versprühte, dass wir dachten, es brennt. 🫣
...und dieser Aussicht auf den Wasserfall, der in Natura solch eine Gischt versprühte, dass wir dachten, es brennt. 🫣

Ziel erreicht: Selden im hinteren Gasterntal & Pause beim Steinbock


Im Berghotel Steinbock dann endlich die wohlverdiente Pause. Pfadfinder zogen lachend und singend vorbei, andere Wanderer schlürften wie wir am Most und genossen die wunderschöne Natur.



Rückweg durchs Gasterntal: Aussichten, Regenbogen und müde Beine


Auf dem Rückweg von Selden...
Auf dem Rückweg von Selden...
...erneut der Kander entlang...
...erneut der Kander entlang...

...mit atemberaubenden Aussichten auf die tosende Kander und die Berge, die hinüber ins Lötschental führen.
...mit atemberaubenden Aussichten auf die tosende Kander und die Berge, die hinüber ins Lötschental führen.

Auf dem Rückweg vom Gasterntal nach Kandersteg zur Talstation Sunnbüel. Und das bei Aussicht auf Regenbogen und Kander.
Auf dem Rückweg vom Gasterntal nach Kandersteg zur Talstation Sunnbüel. Und das bei Aussicht auf Regenbogen und Kander.


Belohnung im Waldhaus: Dessert, Aussicht und ein perfekter Abschluss


Gut erholt liefen wir dann zurück durchs Tal, vorbei an der Kander, vorbei an den Wiesen – und dann rein ins Waldhaus.


Zeit für Dessert. Und nicht irgendeins sondern Meringue mit Rahm. Eine Kalorienbombe, die in dieser Umgebung und nach der Anstrengung schmeckte wie ein Stück Himmel.


Satt, zufrieden und mit seehr müden Beinen gings zurück zur Talstation Sunnbüel und wir befanden: was für ein fantastisches Tal. Und auch wenn die Höhendifferenz nicht enorm war: es war die Länge der Wanderung, die in die Beine fuhr. Aber toll wars!



Fazit: Warum sich die Wanderung ins Gasterntal wirklich lohnt


Das Gasterntal ist so ein Ort, bei dem man sich fragt, warum man nicht schon viel früher hier war. Nicht spektakulär im Sinne von „höher, schneller, weiter“ – sondern spektakulär, weil einfach alles stimmt: Wasser, Weite, ein bisschen Wildnis und genau die richtige Portion „das ist jetzt schon ziemlich cool hier“.


Und ja, die Beine spürt man danach. Vielleicht auch den Prosecco ein bisschen. Aber genau so soll’s ja sein.


👉 Kurz gesagt: Wenn du eine Wanderung suchst, die dich beeindruckt, ohne dich komplett zu zerstören – dann bist du hier goldrichtig.

Corinna



Falls du nach dem Gasterntal noch Energie übrig hast (oder einfach weiterträumen willst):

Rund ums Gasterntal und Kandersteg warten noch mehr Wege, Ausblicke und kleine Abenteuer:

👉 Oeschinensee im Winter– gefrorenes Postkartenmotiv mit Wow-Effekt

👉 Rundwanderung zu den Arvenseeli - drei glasklare Bergseen, genau richtig zum Abkühlen




🤓 Gasterntal Wanderung im Überblick: Alle Infos auf einen Blick


📍 Ort

Oberhalb von Kandersteg (Berner Oberland)

  • Talboden: ca. 1170 m → Selden: ca. 1600 m

  • Hoch genug für frische Bergluft, tief genug, dass du nicht gleich ein Sauerstoffzelt brauchst


🚗 Anreise & Zufahrt

  • Superschmale Privatstrasse, nur im Zeitfenster befahrbar: ⏰ :45–:05 rauf / :15–:35 runter

  • Verpasst? Tja. Dann halt warten oder laufen 😏

  • Alternative: Shuttle-Bus (mit Reservation) oder zu Fuss – Oldschool und ehrlich gesagt ziemlich passend

  • Gefühl: leicht nervös, dann ziemlich stolz, wenn du’s geschafft hast


🥾 Wanderidee (realistisch, nicht Instagram)

  • Strecke: Sunnbüel → Selden → retour (~10 km)

  • Dauer: 3–5 h (je nach Tempo, Laune & Prosecco-Einsatz 🍾)

  • Höhenmeter: +430 Hm

  • Plan: gemütlich loslaufen

  • Realität: staunen, fluchen, lachen, trinken, weiterlaufen


🌱 Untergrund & Bedingungen

  • Wiesen, Geröll, Flussnähe, Trampelpfade

  • Wege? Meistens. Manchmal auch eher Vorschläge 😅

  • Die Kander macht sowieso, was sie will – inklusive Weg-Umgestaltung

  • Schritttempo: irgendwo zwischen „easy“ und „konzentrier dich jetzt bitte“


⚠️ Schwierigkeit (Scheissaufsalter-Skala)

  • technisch: gut machbar, wenn du halbwegs trittsicher bist

  • mental: steigt proportional zur Anzahl Flüche deiner Begleitung 😬

  • Nervfaktor: Die Kander. Punkt.


Einkehrmöglichkeiten (aka Lebensretter)

  • Restaurant Waldhaus:

    → Meringue mit Rahm = Glück in Dessertform

    https://www.waldhaus-gasterntal.ch

  • Berghotel Steinbock:

    → solides Wanderermahl + Wasserfallkino inklusive 🌊

  • Empfohlen bei: Hunger, schlechter Laune, guter Laune, eigentlich immer

    https://steinbock-gasterntal.ch


    👥 Menschenaufkommen

  • Start: ruhig

  • Unterwegs: angenehm belebt, aber nie überlaufen

  • Perfekt für alle, die Natur wollen – aber nicht komplett allein mit sich selbst sein möchten 😄


🌄 Highlights & Vibes

  • Skandinavien-Feeling mitten in den Alpen 🇸🇪

  • Wilde Kander, die Wege einfach mal wegräumt

  • Märchenwald, Hütten, Kühe 🐄

  • Wasserfall-Gischt, bei der du kurz denkst: „Brennt da was?“ 💦


🔗 Mehr Infos: http://www.kandersteg.ch/


👉 Kurz: Wer Naturdrama + Kalorienbombe + Alpenromantik sucht, ist im Gasterntal richtig. Wer danach immer noch Energie hat: rüber ins Lötschental oder auf den Gemmipass.



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