Giessbachfall am Brienzersee – 14 Wasserfallstufen, viel Gischt und ein Hotel mit Geschichte
📍Ort: Giessbachfall, Brienzersee, Berner Oberland
Anreise Auto: über Axalpstrasse bis Parkplatz beim Grandhotel Giessbach
ÖV-Anreise: Schiff Brienzersee bis Station Giessbach See, danach Giessbachbahn oder zu Fuss nach oben
Wanderzeit: ca. 1–2 Stunden (je nach Tempo und Fotopausen)
Parken: Parkplatz beim Grandhotel Giessbach (kostenpflichtig, Einfahrt zum Parkplatz nur mit Online Ticket)
Highlight: 14-stufiger Wasserfall, Steg hinter dem Wasserfall, Aussicht auf Brienzersee
Beste Zeit: Frühling nach der Schneeschmelze
Tipp: Regen macht den Wasserfall eindrücklicher, aber auch nasser
Weitere Informationen: Giessbachfälle & Grandhotel Giessbach – www.giessbach.ch
Giessbachfall am Brienzersee – ein Ausflug zwischen Regen, Gischt und guter Laune

Die Schweiz hat viele schöne Orte, und der Giessbachfall gehört definitiv zu denjenigen, bei denen man sich fragt, warum man eigentlich nicht öfter einfach losfährt. Gelegen im Berner Oberland, stürzt er sich in mehreren Stufen spektakulär in Richtung Brienzersee und sorgt dabei zuverlässig dafür, dass man spätestens nach ein paar Minuten versteht, warum „Wasserfall“ hier eher als Untertreibung durchgeht.
Wir waren an einem regnerischen Tag unterwegs – was rückblickend entweder sehr klug oder einfach bequem war. Wahrscheinlich beides.
Anreise zum Giessbachfall – mit Auto, Schiff oder der besseren Version von „zu Fuss“
Es gibt mehrere Wege zum Giessbachfall, und alle haben ihren eigenen Charakter:
Mit dem Auto fährt man über die Axalpstrasse, die sich schmal und kurvig den Berg hinaufzieht. Wer hier selbst fährt, sollte entweder schwindelfrei sein oder eine sehr entspannte Beziehung zu Gegenverkehr haben.
Alternativ kann man die klassische Variante wählen: Zuerst mit dem Schiff über den Brienzersee, dann bei der Station Giessbach See aussteigen und entweder mit der historischen Giessbachbahn hochfahren oder den Weg zu Fuss nehmen.
Wer etwas mehr Zeit und Motivation im Gepäck hat, kann den Giessbachfall auch wunderbar mit einer Wanderung verbinden. Besonders beliebt ist der Weg ab Iseltwald, der zunächst am Brienzersee entlangführt und anschliessend hinauf zu den Wasserfällen. Landschaftlich dürfte das wohl die schönste Variante sein – zumindest sagen das die Menschen, die genügend Energie für solche Unternehmungen haben.
Eigentlich hatten wir ursprünglich genau diese Kombination geplant. Dann kam allerdings der Regen, die Nacht mit wenig Schlaf dazwischen und die Erkenntnis, , wo man sich eingesteht, dass „romantische Wanderung am See“ heute eher „wir nehmen das Auto und schauen mal“ bedeutet.
Die Wanderung von Iseltwald zum Giessbachfall habe ich übrigens später noch nachgeholt – bei schönstem Herbstwetter und wesentlich mehr Motivation.
Der Giessbachfall – 14 Stufen Naturgewalt mit Dauergeräuschkulisse


Vom Parkplatz aus führt der Weg durch den Wald, und schon nach wenigen Minuten hört man den Wasserfall deutlich. Das Tosen wird immer lauter, bis er plötzlich vor einem auftaucht: der Giessbachfall stürzt über 14 Stufen kraftvoll in die Tiefe, vorbei am Grandhotel und weiter Richtung Brienzersee.
Als wir dort waren, führte er so viel Wasser, dass man auf dem Weg entlang des Wasserfalls praktisch automatisch Teil der Landschaft wurde. Die Gischt sorgte dafür, dass „leicht feucht“ noch eine sehr freundliche Beschreibung war.
Es ist einer dieser Orte, an denen man gleichzeitig staunt und akzeptiert, dass trockene Kleidung eine temporäre Illusion ist.
Der Weg entlang des Wasserfalls – rutschig, nass und absolut lohnenswert


Der Weg nach oben ist gut machbar, aber nicht durchgehend harmlos. Einige Stellen sind rutschig, und Kinderwagenfreundlichkeit ist eher theoretisch vorhanden als praktisch spürbar.
Wir sind nicht bis ganz nach oben gelaufen. Mein Hund ist inzwischen ein älterer Herr und hat bei den grösseren Stufen etwas langsamer gemacht. Und ehrlich gesagt: wir haben uns ihm angeschlossen. Schlicht, um ihn moralisch zu unterstützen... ähem...
Also kehrten wir etwa auf halber Strecke um und gingen zurück Richtung Hotel.
Blick zurück – Brienzersee, Gischt und andere Perspektiven
Der Abstieg zeigte eine andere Seite des Weges. Während man beim Aufstieg ständig den Wasserfall vor sich hat, öffnet sich beim Rückweg immer wieder der Blick auf den Brienzersee, der grün schimmernd im Tal liegt, während die Berge in den Wolken verschwinden.
Dazu kommt die konstante Begleitung durch feine Gischt, die dafür sorgt, dass der Begriff „Spaziergang“ irgendwann leicht optimistisch wirkt.
Hinter dem Giessbachfall – der Steg mit Gratisdusche

Auf dem Rückweg nutzten wir die Möglichkeit, hinter den Wasserfall zu gehen. Ein Steg führt direkt durch die Wassermassen hindurch, bevor man auf der anderen Seite wieder herauskommt.
Wer diesen Abzweiger nimmt, sollte sich bewusst sein: trocken bleibt hier niemand.
Der Lärm ist beinahe ohrenbetäubend, besonders wenn der Wasserfall viel Wasser führt.
Meine Schwester, der Hund und ich kamen jedenfalls deutlich nasser heraus, als wir hineingegangen sind. „Frisch geduscht“ trifft es ziemlich gut.
Grandhotel Giessbach – Geschichte zwischen Glanz, Krise und Rettung



Das Grandhotel Giessbach thront eindrucksvoll oberhalb des Sees und hat eine bewegte Geschichte hinter sich:
1873–1875 wurde das Hotel im französischen Barockstil durch Architekt Horace E. Davinet erbaut
1883 zerstörte ein Brand die oberen Stockwerke, die danach wiederaufgebaut wurden, allerdings in veränderter Form im Schweizer Holzstil
Vor dem Ersten Weltkrieg war das Hotel ein Treffpunkt für Diplomaten und wohlhabende Gäste
Während des Krieges wurde der Betrieb eingestellt
Danach wechselten sich schwierige Zeiten und wechselnde Betreiber ab
In den 1960er-Jahren galt das Hotel als unmodern und kaum rentabel
In den 1970er-Jahren standen sogar Abrisspläne im Raum
1981 stoppte die Denkmalpflege gemeinsam mit Schutzorganisationen den geplanten Neubau
Das Hotel wurde schliesslich durch Franz Weber und seine Frau Judith Weber gerettet
1989 erfolgte nach umfassender Renovation die Wiedereröffnung
Heute steht das Hotel wieder als eindrucksvolles Beispiel dafür da, dass sich Hartnäckigkeit manchmal doch lohnt.
Rückweg, Regen und die kleinen Momente dazwischen

Nach dem Hotelbesuch suchten wir uns ein gemütliches Plätzchen und machten ein kleines Picknick auf einer Bank. Die Terrasse war wegen des Wetters nicht in Betrieb, was im Nachhinein perfekt passte. Es war ruhig, entspannt und genau die Art von Pause, die man nicht planen kann.
Mein Hund bekam sein eigenes Futter, wir unseres, und die Wolken erledigten den Rest der Kulisse.
Fazit – lohnt sich der Giessbachfall?


Der Giessbachfall ist ein Ausflug, den man nicht nur sieht, sondern erlebt. Besonders im Frühling nach der Schneeschmelze zeigt er sich von seiner eindrucksvollsten Seite.
Beim nächsten Mal würde ich vermutlich tatsächlich den Seeweg nehmen – schon allein, um mir selbst zu beweisen, dass ich grundsätzlich auch „die aktive Variante“ wählen könnte.
Aber ehrlich gesagt: heute war weder mir noch meiner Schwester danach.
Manchmal ist Bequemlichkeit eben nur eine sehr ehrliche Form von Entscheidung.
Corinna.
Giessbachfall – mehr Wasser geht kaum!
🌧️ Wetter:
nass. Stimmung: grossartig.
🐕 Reisegruppe:
1 Schwester, 1 Hund, 1 müder Mensch.
🚗 Anreise:
mit dem Auto – zu Fuss wär’s zwar schöner gewesen, aber... Schlafmangel und Faulheit halt.
💦 Highlight:
– 14 Stufen Wasserfall
-Action
– Gratis-Naturdusche inklusive
– Gischt-Styling für Mensch & Tier
🎭 Überraschung:
– Ein Hotel, das mal fast ein Kraftwerk geworden wäre
– Und dann kam Franz Weber und hat’s gerettet. Held in Wanderschuhen.
👟 Pro-Tipp:
Hinter dem Wasserfall durchgehen = Abenteuer.Aber Achtung: "leicht feucht" = klatschnass
🌲 Fazit:
Naturkino vom Feinsten – mit Soundeffekt, Sprühnebel und historischem Pomp.Unbedingt hin – aber vielleicht Ersatzsocken einpacken.



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