St. Gallen entdecken: Altstadt, Erker & Stiftsbibliothek
- Corinna
- 7. Mai 2021
- 5 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 10. Apr.
📍 Ort: St. Gallen
Highlight: Autofreie Altstadt mit historischen Erkern
Must-See: Stiftsbezirk mit Kathedrale & Bibliothek (UNESCO)
Dauer: Perfekt für einen Tagesausflug
Besonderheit: Barock trifft auf überraschende Details (inkl. Mumie)
Dein perfekter Tagesausflug in die Ostschweiz – zwischen Geschichte, Architektur und kleinen Überraschungen
St. Gallen – wer denkt da nicht zuerst an Autobahnschilder? Aber die Stadt hat weit mehr zu bieten als nur Durchreise-Potential: eine autofreie Altstadt voller historischer Erker, barocke Kathedralen, stille Innenhöfe und eine Bibliothek, die dich fast schweben lässt (Filzpantoffeln inklusive).
Zwischen Barockpracht und skurrilen Details wie einer ägyptischen Mumie kann man hier richtig in die Geschichte eintauchen – und zwischendurch sogar über Kartons stolpern, wenn gerade Sammelaktion ist. Wer Lust hat auf Architektur, Kultur und charmante Überraschungen, sollte St. Gallen definitiv auf die Ausflugsliste setzen.
Zwischen Erkern, Geschichte und einem kleinen Aha-Moment
Nun, nachdem wir im Appenzellerland waren und ich euch bereits davon berichtet habe, ging es weiter nach St. Gallen.
Hab ich schon erwähnt, dass ich auch dort noch nie gewesen bin? Den Namen kannte ich natürlich – vor allem von Autobahnschildern. Aber bewusst hinfahren? Bisher einfach nie passiert.
Dabei hat St. Gallen einiges zu bieten. Gelegen zwischen dem Appenzellerland und dem Bodensee, erwartet einen hier eine autofreie Altstadt, die genau das macht, was sie soll: entschleunigen. Man läuft automatisch langsamer, schaut mehr hin – und vor allem öfter nach oben.

Die Sache mit den Erkern
Doch was St. Gallen wirklich prägt, sind die Erker.
An die 111 sollen es sein, die die Stadt zieren. Und jeder einzelne erzählt seine eigene kleine Geschichte.
Ursprünglich ganz praktisch gedacht – als zusätzliche Lichtquelle – wurden sie im Mittelalter schnell zum Statussymbol der Textilkaufleute und wohlhabenden Bürger.
Je aufwendiger der Erker, desto klarer die Botschaft: Hier hat es jemand zu etwas gebracht.
Manche zeigen exotische Motive und sollten die Weltgewandtheit ihrer Besitzer unterstreichen, andere wirken fast schon ein bisschen spöttisch – als hätten sie den einen oder anderen Konkurrenten im Blick gehabt.

Der Kamelerker – und warum er keiner mehr ist
Ein besonders spannendes Beispiel ist der sogenannte Kamelerker.
Der Name lässt Grosses erwarten – und sorgt gleichzeitig für Verwirrung.
Denn: Kamele sieht man keine.
Der Grund dafür liegt in seiner Geschichte. Bis 1919 gehörte der Erker zu einem Kaufhaus an der Marktgasse. Als dieses abgerissen wurde, hat man den Erker kurzerhand zerlegt und eingelagert. Später, im Jahr 1986, wurde er an der Spisergasse wieder aufgebaut – allerdings nicht vollständig.
Genau das Mittelstück, auf dem ein Kameltreiber mit zwei Kamelen dargestellt war, fehlt heute. Es hat schlicht keinen Platz mehr gefunden und ist stattdessen im Museum gelandet.
Der Name ist geblieben. Die Kamele nicht.


Ein kleiner Nebeneffekt
So viel sei gesagt: Wer sich in St. Gallen bewegt, hat oft den Blick nach oben gerichtet – Erker, Türme, Fassadenpracht, du kennst das ja. 👀
Und ja, das hat Folgen.
Bei mir führte das dazu, dass ich über den einen oder anderen Karton stolperte – ausgerechnet an unserem Besuchstag war Kartonsammlung. 🥴
Eine dieser Situationen, in denen man merkt, dass man sich zwar in einer sehr schönen, aber eben auch ganz normalen Stadt befindet.

Auf dem Weg zur Stiftskirche
Auf dem Weg durch die Altstadt zeigt sich schnell, dass hier nicht nur der Barock dominiert. Zwischen den historischen Gebäuden tauchen immer wieder auch andere architektonische Stile auf – mal dezent, mal ziemlich modern.


Die Stiftskirche von St. Gallen
Und dann steht man plötzlich vor ihr: der Stiftskirche.
Schon aus der Entfernung beeindruckend, wird sie mit jedem Schritt näher noch imposanter. Kein Wunder, gehört sie doch zusammen mit dem gesamten Stiftsbezirk seit 1983 zum UNESCO-Weltkulturerbe.



Stiftsbezirk & stille Ecken
Und dann stehst du da, mitten auf dem Klosterplatz, umgeben von historischen Gebäuden, die Geschichten flüstern, sobald man ein bisschen näher tritt. Kein Wunder, dass hier viele Besucher gerne eine Pause einlegen – wir hätten es vielleicht auch getan, wenn der Wind an diesem Tag nicht so kalt gewesen wäre. Brrr, kurzzeitig alpine Frische inklusive.
Aber die wirklichen Schätze liegen ein bisschen versteckt: hinter dem Platz öffnen sich stille Innenhöfe, in denen plötzlich kaum noch jemand zu sehen ist. Einfach Ruhe. Einfach Stille. Und das mitten in der Stadt!
Geheime Ruheoasen – ideal, um kurz innezuhalten
Historische Mauern – sie wirken, als hätten sie schon alles gesehen
Kaum Touristen – fast so, als hättest du St. Gallen für dich alleine
Perfekt für einen Moment Durchatmen zwischen all der barocken Pracht und dem täglichen Treiben der Altstadt.




Die Stiftsbibliothek – Filzpantoffeln inklusive
Bevor wir die Bibliothek betreten konnten, hiess es erst einmal: Filzpantoffeln anziehen. Warum? Ganz einfach: der Boden besteht aus kunstvoll intarsiertem Tannenholz, das jede Sohle dankbar poliert. Man läuft also nicht nur leise, man schwebt fast.
Und dann – wow! Der Barocksaal öffnet sich vor einem, prachtvoll, detailverliebt, einfach umwerfend. Zugegeben, ich hatte mir das Ganze noch etwas grösser vorgestellt…
Die Stiftsbibliothek ist nicht nur hübsch, sondern auch ein echtes Schwergewicht in Sachen Bücher:
Älteste Bibliothek der Schweiz
Rund 170’000 Bücher insgesamt
Ca. 50’000 Exemplare im Barocksaal ausgestellt
Aber nicht nur Bücher haben hier ihren Platz: seit 1836 wohnt im Saal auch die ägyptische Mumie Schepenese samt Sarkophagen – offenbar fühlt sie sich pudelwohl, sonst hätte sie sich sicher schon beschwert.
Fun Fact: Schepenese kam 1820 als Geschenk an den damaligen St. Galler Landammann in die Schweiz und wurde 1836 für 440 Gulden vom katholischen Grossratskollegium erworben. Seitdem gehört sie offiziell zum Inventar der Bibliothek.
Eine skurrile Geschichte, wie ich finde – und bis zu unserem Besuch hatte ich keine Ahnung, dass eine Mumie mitten zwischen den Barockbüchern residiert.


Fazit: St. Gallen – barock, charmant und absolut sehenswert
St. Gallen ist eine Stadt voller Überraschungen: 111 Erker, die Stiftskirche, die Stiftsbibliothek mit Filzpantoffeln und sogar eine Mumie warten darauf, entdeckt zu werden. 😄
Auch wenn Fotografieren in der Bibliothek verboten ist, gibt’s immerhin das Bild vor der Fototapete – ein kleiner Trost.
Wir haben den Stiftsbezirk erkundet, stille Innenhöfe genossen, und sogar ein bisschen geshoppt, bevor es nach Hause ging.
Mein Tipp: besuche die Stadt bei wärmerem Wetter, dann lässt sich alles noch entspannter flanieren, viel mehr zu entdecken – und die Zehen frieren nicht. 😉
Kurz: St. Gallen lohnt sich, charmant, überraschend und barock genug für einen Tag voller Staunen.
Corinna
🏛️ St. Gallen auf einen Blick – charmant, barock & ein bisschen skurril
📍 Ort:
St. Gallen, Ostschweiz – zwischen Appenzellerland & Bodensee
✨ Highlights:
Autofreie Altstadt, 111 historische Erker, Stiftskirche & Stiftsbibliothek (UNESCO)
⏱️ Dauer:
Ideal für einen Tagesausflug – oder zwei, wenn du alles genau unter die Lupe nimmst 😉
❄️ Besonderheit:
Barock trifft auf überraschende Details – inklusive Mumie Schepenese & Filzpantoffeln für leise Sohle
😅 Persönliche Stolperfallen:
Blick nach oben = Risiko: Kartonsammlung am Tag unseres Besuchs 🥴
Frische Brise = Zehen eingefroren ❄️
💡 Geheime Tipps & stille Ecken:
Ruhige Innenhöfe hinter dem Klosterplatz – perfekte Pause vom Stadttrubel
Kleine moderne Brunnenskulpturen für die Fans von „Barock trifft Heute“
Shoppen am Ende des Tages – weil Kultur nicht alles ist
📸 Fotomöglichkeiten:
In der Stiftsbibliothek: kein Blitz, kein Selfie – aber Fototapete am Eingang rettet den Moment 😉
🌍 Mehr entdecken:
Historische Gebäude, Cafés & Lokale in der Altstadt ☕
Spaziergang am Bodensee oder ins Appenzellerland – Kombi perfekt für Tagesausflüge
Mehr Informationen zu St. Gallen findest du hier:



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