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Simplonpass entdecken: Geschichte, Alpenpanorama & die Verbindung zwischen Brig und Italien

  • Corinna
  • 16. Sept. 2022
  • 4 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 4 Tagen


📍 Wo? Simplonpass – Verbindung zwischen Brig und Norditalien


Höhe: ca. 2’005 m ü. M.

Fahrzeit:

  • Brig → Passhöhe: ca. 45–60 Minuten

  • Brig → Domodossola über den Pass: ca. 1.5–2 Stunden (je nach «kurz anhalten für Fotos»-Faktor)

Highlights unterwegs:

  • Simplon Hospiz

  • Simplon Adler (massiv, aus Granit, schwer zu übersehen)

  • alte Saumpfade & Stockalper-Geschichte

  • Barralhaus & altes Spittel

  • wilde, offene Alpenlandschaft, die plötzlich sehr «gross» wirkt

Winter:

  • grundsätzlich ganzjährig befahrbar, aber wetterabhängig

  • Schnee, Wind und Stille inklusive



Simplonpass entdecken: wo «grün halt» plötzlich Geschichte, Aussicht und Fotostopps bedeutet


Eine der vielen schönen Ausblicke auf dem Simplonpass: Auf das Alte Spittel und das Barralhaus.
Eine der vielen schönen Ausblicke auf dem Simplonpass: Auf das Alte Spittel und das Barralhaus.

Der Simplonpass war für mich lange einfach die Strecke nach Italien. Mehr nicht. Meine Mutter meinte damals ja auch sehr pragmatisch: «Grün halt. Und schön.»

Heute weiss ich: das ist ungefähr so, als würde man das Matterhorn als «einen Stein» beschreiben.


Als meine Schwester, Schwägerin und ich kürzlich Richtung Domodossola unterwegs waren, wurde aus dieser «grün halt»-Erinnerung plötzlich eine echte Entdeckungsfahrt.


Und ja: meine Schwägerin hat schon nach wenigen Minuten leicht mit den Augen gerollt, weil ich zum gefühlt zehnten Mal sagte: «Ich muss da kurz raus, das Foto ist wichtig.» Draussen: kalter Wind. Sehr kalter Wind.



Von «grün halt» zu «okay, ich verstehe jetzt die Begeisterung»


Ich hatte wirklich keine klare Erinnerung an diese Strecke. Nur dieses sehr reduzierte «grün halt» meiner Mutter.


Meine Realität heute:


  • nicht einfach grün, sondern dramatisch schön

  • nicht einfach Pass, sondern Landschaft mit Charakter

  • und nicht einfach Fahrt, sondern eine Abfolge von «wow, stopp kurz»


Meine Schwägerin hat dabei früh gelernt: Wer mit mir fährt, fährt mit Kamera-Pausen. Viele Kamera-Pausen.



Simplon Hospiz – Napoleon, Planung und ein bisschen Geschichte


Das Simplon Hospiz auf dem gleichnamigen Pass.
Das Simplon Hospiz auf dem gleichnamigen Pass.

Das Simplon Hospiz ist einer dieser Orte, die man nicht einfach «sieht», sondern automatisch mit Geschichte füllt.


  • Napoleon erkannte die strategische Lage des Passes

  • Bau der ersten befahrbaren Alpenstrasse (1800–1805)

  • Ziel: schnelle Verbindung über die Alpen Richtung Italien/Frankreich


Das Hospiz selbst wurde später durch die Chorherren vom Grossen St. Bernhard fertiggestellt – nachdem Napoleon seine ganz eigenen Prioritäten hatte und dann auch irgendwann Geschichte wurde, bevor er dort jemals persönlich durchmarschiert ist.


Eingang zum Hospiz.
Eingang zum Hospiz.
Und wenn du schon ums Hospiz herumläufst, siehst du auch noch gleich die Rückseite davon.
Und wenn du schon ums Hospiz herumläufst, siehst du auch noch gleich die Rückseite davon.

Heute wirkt es schlicht, ruhig und ein bisschen zeitlos. Es beherbergt Vereine, Schulklassen und Wanderer mit der Devise: 'Hier wird Christus angebetet und ihm gedient.' Ob das irgendeinen Einfluss auf die Beherbergung hat? Ich weiss es nicht.


Und leider: als wir dort waren, waren die Türen geschlossen. Also blieb mir nichts anderes übrig, als – genau – wieder auszusteigen und herumzulaufen.


Der Simplon Adler – der, der alles im Blick hat


Der beeindruckende Adler auf dem Simplonpass.
Der beeindruckende Adler auf dem Simplonpass.

Gleich gegenüber steht der Simplon Adler.


  • 9 Meter hoch, aus massivem Granit

  • Symbol für Wachsamkeit

  • erbaut von der 11. Brigade im Zweiten Weltkrieg


Im Sockel steckt sogar ein Hohlraum – eigentlich zum Schutz vor Erosion. Und irgendwo dazwischen diese ziemlich ernste Inschrift über Freiheit und Wachsamkeit:


'In der Freiheit der Berge steht es, ein wuchtiges Mal aus hartem Granit. Ein Gedenken treuer Pflichterfüllung, ein dauerndes Mahnen, willig und wach zu sein für unsere Freiheit.'



Alte Wege, grosse Geschichten – Spittel & Barralhaus


Das Alte Spittel, auch altes Hospiz genannt, auf dem Simplonpass.
Das Alte Spittel, auch altes Hospiz genannt, auf dem Simplonpass.
Gleich neben dem Spittel das Barralhaus.
Gleich neben dem Spittel das Barralhaus.

Weiter unten wird die Geschichte plötzlich richtig greifbar.

Das Alte Spittel (Simplon) wurde um 1650 von Kaspar Stockalper gebaut – einem Mann, der offenbar keine halben Sachen gemacht hat.


  • Ausbau des Saumpfads für Handel über den Simplon

  • Kontrolle über Salz-, Waren- und Soldatenhandel

  • Erbauer des Stockalperschlosses in Brig

  • Einflussreich genug, dass man ihn «König des Simplon» nannte.


Das Gebäude selbst ist massiv, fünfstöckig und irgendwie beeindruckend in seiner Schlichtheit.


Direkt daneben: das Barralhaus Simplon. Ursprünglich als Ferienhaus geplant, später dann – wie so oft in dieser Region – etwas verspätet fertiggestellt. Man könnte fast sagen: sogar hier nimmt sich die Zeit gerne Zeit.


Heute gehören sowohl das Alte Spittel als auch das Barralhaus dem Militär.



Zwischen Stopp, Staunen und «ich geh nur kurz raus»



Was diese Strecke besonders macht, ist nicht nur die Landschaft, sondern dieses ständige Wechselspiel zwischen:


  • weiterfahren wollen

  • anhalten müssen

  • und «nur schnell ein Foto machen» (was nie wirklich schnell ist)


Die alte Route des Säumerwegs ist teilweise noch sichtbar, und wer möchte, kann sogar mehrtägig von Brig bis nach Italien wandern.


Ich persönlich würde sagen: Das ist genau die Art Strecke, die man nicht einfach «durchfährt». Man bleibt hängen. Immer wieder.



Fazit


Der Simplonpass ist kein Übergang im klassischen Sinn. Er ist ein Erlebnis zwischen zwei Welten.

Und vielleicht ist das Wichtigste daran: Er zwingt dich nicht zu irgendetwas – ausser vielleicht dazu, ständig anzuhalten und zu sagen: «Warte, das muss ich kurz fotografieren.»


Auch wenn neben dir jemand sitzt, der schon genau weiss, was jetzt kommt.


Und wenn die Fahrt dich sowieso schon Richtung Italien führt: Der Abstecher nach Domodossola lohnt sich doppelt – dort wartet einer der bekanntesten Samstagsmärkte Norditaliens.



Corinna



🏔️ Simplonpass – Mehr als nur „grün halt“


🇨🇭 Wo? 

Zwischen Wallis & Italien – wo Kühe, Chorherren und Granitadler sich gute Nacht sagen.


🚗 Warum fahren? 

Weil die Aussicht grandios ist und Napoleon's Baustellen immer noch stehen.


Hospiz-Highlight: 

Von Napoleon geplant, aber nie besucht – typisch Chef.


🦅 Der Adler: 

9 Meter Wachsamkeit aus Stein – sieht aus wie Batman auf Urlaub.


🏚️ Altes Spittel:

Stockalpers Handelsgeschichte zum Anfassen


🏠 Barralhaus:

Verspätete Baugeschichte mit Alpenblick


📚 Fun-Fact: 

Napoleon baute ne Strasse, ein Hospiz und kam nie. Barral wollte ein Ferienhaus, ging pleite. Fazit: Nur Stockalper hatte seinen Stutz zusammen.


🎒 Was tun? 

Alte Säumerwege wandern, Stein atmen, Kirche gucken – oder einfach Picknick mit Aussicht.


🛏️ Übernachten auf dem Simplonpass: 

Günstig im Hospiz – Betten einfach, Gemeinschaft gross, Gott garantiert anwesend.

Oder einfach im Monte Leone:


📸 Fototipp: 

Adler mit Alpenpanorama = Schweiz in Reinform.


🥾 Wander-Highlight:

Mehrtagestour möglich auf dem alten Säumerweg: Brig → Domodossola


🏘️ Geheimtipp unterwegs:

Simplon Dorf unbedingt mitnehmen – kleines Bergdorf mit viel Charakter und perfektem Zwischenstopp:







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