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Grimsel- & Furkapass Wanderungen: Gelmersee, Rhonegletscher & die schönsten Sommerwanderungen der Schweiz

3. Juli
7 Min. Lesezeit

📍 Region: Berner Oberland & Wallis, Schweiz


Typ: Tagesausflüge, Wanderungen & Passfahrten

Schwierigkeit: leicht bis anspruchsvoll – je nachdem, wie optimistisch du deine Kondition einschätzt.

Beste Reisezeit: Juni bis Oktober

Highlights: Rhonegletscher, Gelmersee, Oberaarsee, Triebtenseelücke, Totensee, Hotel Belvédère

Ideal für: Alle, die im Sommer lieber Höhenmeter sammeln als Sonnenbrand im Tal.



Sommerwanderungen statt Hitzefluch im Tal


Sonnenuntergang am Totensee auf dem Grimselpass
Sonnenuntergang am Totensee auf dem Grimselpass

Es gibt diese Sommertage, an denen bereits der Weg vom Haus zum Auto reicht, um sich zu fragen, ob man nicht einfach bis Oktober drinnen bleiben sollte.


Und spätestens dann beginnt die Suche nach einer Wanderung, bei der man nicht schon vor dem ersten Höhenmeter aussieht, als hätte man einen Marathon hinter sich.


Willkommen am Grimsel- und Furkapass.


Hier oben warten Gletscher, türkisfarbene Bergseen, Murmeltiere, spektakuläre Passstrassen und einige der schönsten Sommerwanderungen der Schweiz. Vor allem aber ist die Temperatur meistens deutlich angenehmer als unten im Tal.


Meistens.


Denn auch auf über 2'000 Metern kann die Sonne zeigen, dass sie ihren Job sehr ernst nimmt. Fragt nicht, woher ich das weiss.


Genau deshalb gefällt mir diese Region so gut. Keine Wanderung fühlt sich gleich an. Mal stehst du direkt vor einem Gletscher, mal wanderst du um einen fast surreal wirkenden Bergsee und manchmal stellst du unterwegs fest, dass Umkehren ebenfalls eine sehr gute Entscheidung sein kann.



🧭 Wenig Zeit? Das erwartet dich am Grimsel- und Furkapass


Jede Tour erzählt ihre eigene Geschichte. Gemeinsam haben sie nur eines: Nachher fragst du dich, warum du nicht schon viel früher hier oben gewesen bist. Oder öfters.


🥾 Rhonegletscher

Kurz, abwechslungsreich und überraschend vielseitig. Murmeltiere, alte Militärbunker, alpine Wege und ein Gletscher, der trotz seines Rückzugs immer noch beeindruckt.


🔥 Triebtenseelücke

Die Tour für alle, die Weite lieben. Hochalpine Landschaft, viel Sonne, noch mehr Aussicht und die Erkenntnis, dass Höhenmeter keine Klimaanlage sind.


🌊 Gelmersee

Die legendäre Gelmerbahn ist fast schon ein Erlebnis für sich. Oben wartet ein Stausee, der nicht immer so aussieht wie auf Instagram und genau deshalb beeindruckt.


🏔 Oberaarsee

Eine der schönsten Gletscherwanderungen der Region. Mit kleiner DIY Gondel, türkisfarbenem See und Blick bis zum Ursprung der Aare – und das ohne alpine Heldentaten.


🏨 Hotel Belvédère

Der wohl berühmteste Fotostopp am Furkapass. Eigentlich hält man nur kurz an. In der Realität werden daraus schnell zwanzig Minuten und mindestens dreissig Fotos.


🚗 Grimsel- & Furkapassstrasse

Wer glaubt, hier einfach durchzufahren, kennt diese Strasse noch nicht. Hinter jeder Kurve wartet der nächste Grund zum Anhalten.



Warum sich Wanderungen am Grimsel- und Furkapass im Sommer lohnen


Es gibt viele schöne Wandergebiete in der Schweiz.

Aber wenn du alpine Landschaften magst, bist du hier genau richtig.


Innerhalb weniger Kilometer wechselst du zwischen Gletschern, Bergseen, schroffen Granitlandschaften und historischen Passstrassen. Jede Wanderung fühlt sich anders an und genau das macht die Region so spannend.


Dazu kommt ein weiterer Vorteil: Während unten im Tal die Hitze flimmert, ist es hier oben meistens angenehm kühl.


Meistens.


Was dich erwartet:

  • Wanderungen für Einsteiger und erfahrene Bergwanderer

  • Spektakuläre Gletscher und türkisfarbene Bergseen

  • Einige der schönsten Passstrassen der Schweiz

  • Murmeltiere, die deutlich entspannter wirken als du auf der Flucht vor der Hitze

  • Temperaturen, die normalerweise angenehmer sind als unten im Tal


Kurz gesagt: Grimsel- und Furkapass sind keine gewöhnlichen Ausflugsziele.

Sie sind die wahrscheinlich schönste Ausrede, der Sommerhitze für einen Tag zu entkommen



🥾 Rhonegletscher – Murmeltiere, Bunker und ein Abstieg mit Meinung


Rhonegletscher am Furkapass.
Rhonegletscher am Furkapass.

Ort: Furkapass

Dauer: ca. 2–3 Stunden

Schwierigkeit: T2–T3 (inkl. überraschend direkter Passage)

Highlights: einsamer Pass, Murmeltiere, Bunker, Gletscherblick


Der Ausflug

Startpunkt: ein einsamer Pass mit einem Imbiss, der vermutlich genau weiss, warum er dort alleine steht.


Die Murmeltiere wirken besser organisiert als die meisten Wanderpläne.


Der Weg führt vorbei an alten Bunkern – still, massiv und so platziert, als hätten sie beschlossen, einfach zu bleiben, egal was passiert.


Dann wird die Landschaft weniger freundlich und das Wetter tut, was es in den Bergen eben tut.


Und irgendwann kommt der Abstieg. Technisch genug, um kurz ruhig zu werden. Kein Spaziergang mit Aussicht.


An der Krete angekommen: Gletscherblick. Von oben, nicht von innen – die Höhle habe ich gesehen und dann entschieden, dass das reicht.


Fazit

👉 Ideal für einen „kühlen Tag“ im Sommer

👉 Eine kurze Tour, die erstaunlich viel unterbringt: Murmeltiere, Militärgeschichte, alpines Gelände und einen Gletscher, der trotz seines Rückzugs beeindruckt.

👉 Der Abstieg verlangt Konzentration – genau genug, dass die Aussicht danach stärker wirkt.

👉 Wer Vielfalt auf kleinem Raum sucht, ist hier richtig.



🔥 Triebtenseelücke – Sonne, Totensee und imaginäre Geier


Die Bäregg Hütte unterhalb der Triebtenseelücke.
Die Bäregg Hütte unterhalb der Triebtenseelücke.

Ort: Grimselpass

Dauer: ca. 4–5 Stunden

Schwierigkeit: mittel bis anspruchsvoll

Highlights: Triebtenseelücke, Triebtensee, Totensee, Panorama, Hochgebirge


Der Ausflug

Am Anfang ist alles noch kontrollierbar.

Dann übernimmt die Sonne. Ich hab sie unterschätzt. Und irgendwann war Sonnenbrand kein Risiko mehr, sondern ein Nebenprodukt.


Die Landschaft bleibt beeindruckend. Die Motivation etwas weniger stabil.


Und dann kommen die Geier. Keine echten. Aber im Kopf sehr präsent.


Der Gipfel rückt irgendwann in den Hintergrund. Nicht aus Angst. Eher aus Einsicht.


Und dann kommt der Moment, an dem man umdreht. Direkt vor dem Gipfel. Bevor dich die imaginären Geier holen können.


Fazit

👉 Hochgebirge kann kühl sein – muss es aber nicht

👉 Eine Tour mit allem, was Hochgebirge ausmacht: Weite, Sonne, Stille und Kopfkino👉 Der Weg ist oft spannender als das Ziel

👉 Nicht jeder Gipfel muss erreicht werden, damit eine Tour gut ist

👉 Manchmal ist Umkehren einfach die sauberste Form von Zielerreichung



🌊 Gelmersee – steil, leer und dadurch noch besser


Gelmersee mit geringem Wasserstand.
Gelmersee mit geringem Wasserstand.

Ort: Grimselregion

Dauer: 3–4 Stunden

Schwierigkeit: mittel

Highlights: Gelmerbahn, Stausee, alpine Kulisse


Der Ausflug

Die Gelmerbahn fährt so steil, dass man kurz darüber nachdenkt, ob das offziell so bewilligt ist.


Oben angekommen erwartete man: türkis, glatt, Postkarte.

Bekommen haben wir: einen ziemlich leeren Stausee.

Und genau das war überraschend gut.


Kein perfektes Wasserbild, sondern ein fast leerer See, der zeigt, wie viel Landschaft normalerweise unter Wasser verschwindet.



Fazit

👉 Perfekt als Sommerwanderung mit ungewöhnlicher Kulisse

👉 Nicht jeder See muss perfekt gefüllt sein, um Eindruck zu schinden

👉 Die Gelmerbahn allein ist schon ein Erlebnis

👉 Statt Postkarte gibt es Struktur – und genau das bleibt hängen



🌊 Wanderung am Oberaarsee – Gletscherblick ohne Heldentat


Oberaarsee und Oberaargletscher.
Oberaarsee und Oberaargletscher.

Ort: Grimselpass

Dauer: ca. 3.5–4.5 Stunden

Schwierigkeit: leicht bis mittel

Highlights: Oberaarsee, Oberaargletscher, DIY-Gondel, Aare-Ursprung


Der Ausflug

Diese Tour beginnt nicht klassisch, sondern mit einer kleinen DIY-Gondel am Grimselhospiz – Ticket lösen, Knopf drücken, und so tun, als wüsste man Bescheid.


Oben wartet der Oberaarsee: türkis, von Granit und Gletscher eingerahmt, und erstaunlich ruhig für diese Kulisse.


Der Weg führt entlang des Sees bis zum Oberaargletscher – nicht extrem, aber lang genug, dass man ihn bewusst geht.


Am Ende steht man direkt vor dem Eis, wo die Aare ihren Ursprung nimmt.


Fazit

👉 Perfekt als Sommerflucht, wenn es unten im Tal einfach zu heiss ist – und oben genau die richtige Mischung aus Wind, Wasser und Weite wartet

👉 Eine der zugänglichsten Gletscher-Touren

👉 Ideal für grosse Wirkung ohne grosse Anstrengung

👉 Oberaarbahn + See + Gletscher = starke Kombination

👉 Und ja: der Wurstsalat bleibt weiterhin eine offene Frage



🏨 Hotel Belvédère – kurz stoppen, länger schauen


Das legendäre Hotel Belvédère am Furkapass.
Das legendäre Hotel Belvédère am Furkapass.

Ort: Furkapass

Dauer: 10–20 Minuten

Schwierigkeit: keine

Highlights: Gletscherblick, Lost Place


Der Ausflug

Man fährt vorbei und denkt: «Nur kurz anhalten.»

Fünfzehn Minuten und ungefähr dreissig Fotos später fällt einem ein, dass James Bond hier schon deutlich cooler ausgestiegen ist.


Immerhin hatte er einen Aston Martin.

Ich meinen Dacia.


Aber ganz ehrlich: Die Aussicht ist für beide dieselbe.

Und genau deshalb bleibt man länger als geplant.


Fazit

👉 Perfekter Kurzstopp auf jeder Sommerflucht

👉 Einer dieser Orte, die nichts erklären müssen



🚗 Grimsel- & Furkapassstrasse – Gletsch, Totensee und der Rest dazwischen


Totensee auf dem Grimselpass.
Totensee auf dem Grimselpass.

Ort: Berner Oberland ↔ Wallis

Dauer: flexibel

Schwierigkeit: keine (theoretisch)

Highlights: Kurven, Geschichte, Gletsch, Totensee


Der Ausflug

Man fährt hier nicht einfach durch.

Man wird angehalten.


Kurve. Blick. Stopp. Und nochmal Blick.


Und irgendwann hat man's begriffen: Die eigentliche Strecke ist nicht die Strasse.

Sondern das, was dazwischen liegt.


Zwischendrin liegt Gletsch – klein auf der Karte, gross im Kopf.

Weiter oben der Totensee. Still, schwer, geschichtsträchtig.


Fazit

👉 Sommer: rau und klar

👉 Herbst: ruhig und tief

👉 Immer: mehr Geschichte als erwartet

👉 Diese Strassen erzählen mehr, als sie führen



Fazit – ich fahre da hoch, weil es dort oben einfach passt


Ich habe fürs Grimselgebiet keinen grossen Plan. Meistens reicht schon der Gedanke an die Fahrt dorthin, und ich sitze im Auto.


Unten im Tal ist Sommer oft ein Mix aus Hitze, flimmerndem Asphalt und der Frage, warum ich eigentlich noch nicht oben bin. Oben wird es mit jeder Kurve einfacher: weniger Lärm, mehr Luft, und irgendwann auch wieder ein Kopf, der normal funktioniert. Kein Ereignis – eher ein sehr brauchbarer Zustand.


Ich fahre nicht hoch, um eine Checkliste abzuarbeiten. Gelmersee, Oberaarsee oder irgendeine Wanderung sind Optionen, keine Verpflichtung. Manchmal ist die Passstrasse selbst schon genug Programm für einen ganzen Tag.


Und dann gibt es diese Szene, die sich jedes Mal ähnlich abspielt: irgendwo oben am Pass sitzen, im Sommerkleid, einen Apfel essen und in Ruhe schauen, was die Landschaft so macht. Während andere in Winterjacken und mit dem Blick eines Expeditionsleiters diskutieren, ob das hier wirklich Sommer ist, sitze ich einfach da und geniesse es.


Das ist keine Flucht vor der Hitze. Das ist eher ein sehr direkter Tausch: unten zu warm, oben passt es besser. Ende der Erklärung.



Corinna


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